Bönnigheim/Erligheim Körbe voller Obst

In diese Jahr rechnet Thomas Häberle  mit einer ertragreichen Kirschenernte auf dem Talhof in Erligheim. Auch, wenn diese etwa zehn Tage früher stattfindet.
In diese Jahr rechnet Thomas Häberle mit einer ertragreichen Kirschenernte auf dem Talhof in Erligheim. Auch, wenn diese etwa zehn Tage früher stattfindet. © Foto: Helmut Pangerl
Bönnigheim/Erligheim / Uwe Deecke 04.07.2018

Unvergessen ist der Frost vom April 2017, der den Obstbauern in der Gegend große Einbußen bis hin zum Totalausfall brachte. Dieses Jahr sieht alles nach einer hervorragenden Ernte aus, sowohl was die Qualität als auch Quantität angeht.

Die Kirschenernte neigt sich bereits dem Ende zu, auch beim Talhof in Erligheim. „Wir sind etwa zehn Tage früher dran dieses Jahr“, sagt Thomas Häberle vom Talhof. Im Kalender wandern die Ernten seit Jahren nach vorne, weil es früher heiß wird und die Reife schneller vonstattengeht. 2,5 Hektar Kirschen baut Häberle an, und die Süßkirschen sind weitgehend abgeerntet.

Bald gibt es Sauerkirschen

Diese Woche sei noch möglich, Süßkirschen selbst zu pflücken, sagt Häberle, danach geht es mit den Sauerkirschen weiter. Auch sie haben eine gute Qualität und können hier später direkt vom Baum geerntet werden. Bei den Äpfeln sieht es ähnlich positiv aus. „Die Qualität und der Ertrag sind gut“, freut sich der Erligheimer, der 15 Hektar Anbaufläche für alle Sorten hat.

Geschützt werden die Äpfel mit Netzen, und es musste auch bewässert werden. Die letzten vier Wochen lief regelmäßig die Tropfberegnung über Schläuche, um den Bäumen genügend Wasser zu liefern. Alle Sorten hätten davon profitiert, sagt der Obstbauer, was sich auch auf die Preise niederschlage. Sie seien günstiger in diesem Jahr, wo das Angebot ungleich höher ist als 2017.

Auch bei Meik Sartorius vom Bönnigheimer Apfelland stehen die Zeichen auf eine gute Ernte. Er baut nur wenige Kirschen an, der Apfelanteil seiner Fläche liegt bei rund zwölf Hektar. 80 bis 90 Prozent Ausfall habe es bei den Kirschen im letzten Jahr gegeben, so Sartorius, was auf den Frost zurückzuführen sei. „Es ist ein extrem frühes Jahr“, sagt der Bönnigheimer zum Erntezeitpunkt, die warme Witterung habe die Entwicklung begünstigt.

Bei den Äpfeln sieht es nach dem Katastrophenjahr 2017 wieder gut aus. „Wir gehen von einer normalen Ernte aus und haben auch reguliert“, sagte der Bönnigheimer. Das bedeutet, dass Äpfel frühzeitig vom Baum entfernt werden, um die Qualität der restlichen Äpfel zu verbessern. Zehn Sorten Äpfel baut das Apfelland an, die nun nach und nach geerntet werden. Der etwas säuerliche Piros ist schon dran, dann folgen nächste Woche Collina und Ende Juli der Calmac und der Estival. Die wichtigsten Sorten kommen ab Ende August, wenn Elstar und Gala reif sind. Noch später im Jahr kommt der beliebte Boskop im September.

„Wir haben viel investiert in Hagelnetze“, erklärt Sartorius, doch vom Hagel seien seine Flächen in diesem Jahr verschont geblieben. Unterm Strich erwartet er eine sehr gute Ernte, in der Hoffnung, dass nun keine Unwetter mehr kommen. Auch er schätzt das Preisniveau niedriger ein bei den Äpfeln, bei den Kirschen sehe es ähnlich aus. Mit den Preisen türkischer Kirschen bei den Discountern könne man freilich nicht mithalten, doch dafür werde hier regionales Obst angeboten, was von den Kunden auch geschätzt werde.

Sartorius ist nicht nur Obst- sondern auch Weinbauer, und auch bei den Trauben hat sich die Witterung bemerkbar gemacht. Die Blüte war wieder sehr früh und so wird sich auch die Ernte wieder früher im Jahr abspielen.

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