Aller guten Dinge sind drei: Der Verein Itzebitz schafft Betreuungszentren für Kinder. Nach einem Standort in Großbottwar, den es seit 2003 gibt, und einem weiteren in Murr, der 2012 eröffnet wurde, bekam nun auch die Stadt Besigheim durch den Verein Itzebitz ein Kinderhaus, in dem bis zu 90 Kinder von 6 bis 19 Uhr betreut werden können. Am Montagmorgen zerschnitten der Besigheimer Bürgermeister Steffen Bühler, Hausleiter Michael Braun und seine Mitarbeiter sowie Johann Leitner und Katrin Haberland vom Itzebitz-Vorstand symbolisch das Band und öffneten allen Kindern die Türen.

Zur Eröffnung erzählt Hausleiter Michael Braun eine Geschichte. „Als Besigheimer habe ich früher selbst in genau diesen Räumen gespielt. Ich war mit den Kindern der Hausbesitzer befreundet und heute spielen hier wieder Kinder. So schließt sich der Kreis“, sagt der Erzieher bei der Eröffnung.

Zwei Gruppen starten

Die ersten Mütter sind dabei samt ihren Kindern, Krippenkindern und Kindergartenkindern, denn gestartet wird mit zwei Gruppen. Das Ehepaar Heinz und Annegret Streicher stellt dafür die Räumlichkeiten der ehemaligen Druckerei in der Lutzstraße 7 zur Verfügung und ist bei der Eröffnung dabei. Katrin Haberland erzählt, wie es zu dieser für Besigheim glücklichen Fügung kam: „Wir haben unsere Fühler ausgestreckt und es gab Gemeinden hier in der Umgebung, bei denen der Bedarf zwar da ist, das aber von Seiten der Verwaltung nicht wahrgenommen wird. Anders lief das in Besigheim: Hier hat sofort alles gestimmt, die Kooperation mit der Stadtverwaltung und der Bedarf“, erklärt Katrin Haberland, die als pädagogische Vorsitzende fungiert.

Vorgefühlt hatte der Verein Itzebitz, der auch Eltern mit fünf Arbeitsstunden im Jahr mit ins Boot nimmt, schon im März 2018. „Damals wurde der Bedarf mit 20 Plätzen taxiert. Aber schon ein halbes Jahr später wurde das korrigiert auf die 90 Plätze, die offiziell genehmigt sind. Wir starten in zwei Gruppen, eine für Krippenkinder zwischen acht Wochen und drei Jahren und einer Gruppe für Kindergartenkinder bis zur Einschulung. Die Krippengruppe ist jetzt schon mit zehn Plätzen voll, so dass wir im Oktober gleich die nächste eröffnen wollen, damit hier weitere zehn Kleinkinder Platz finden“, sagt Michael Braun. „So wird das Schritt für Schritt aufgebaut, bis wir bei 90 Plätzen sind“, ergänzt Katrin Haberland.

Mit Bootshaus und Segelboot

Auf 1000 Quadratmetern Indoor- und 600 Quadratmetern Outdoorfläche sollen bald insgesamt sieben Gruppen zu Hause sein. Im Gartenbereich gibt es im Moment schon das Bootshaus und ein Segelboot zum Spielen. „Was weiter hier entsteht, liegt in den Händen der Mitarbeiter und auch der Eltern. Je nachdem, wie sie sich einbringen“, so Kartin Haberland.

Das Engagement der Eltern wird großgeschrieben beim Verein Itzebitz. Bald soll es einen neuen Gartenzaun geben – die ersten Eltern haben sich schon zum Mithelfen bereit erklärt. „Wie jemand seine fünf Arbeitsstunden pro Jahr ableistet, bleibt ihm überlassen. Manche kommen auch lieber zum Putzen und Saubermachen als zum Bauen und Gestalten“, sagt Haberland. Neben sieben Gruppenräumen, in denen die Kinder ihre Mahlzeiten einnehmen und ihren geschützten Rahmen haben, gibt es zwei Inklusionsräume, einen Bewegungsraum und einen Kreativraum, in dem auch mal gematscht werden darf. Der Spielflur ist Treffpunkt für alle. Als Zeichen dafür, welche Räume für welche Gruppen gedacht sind, gibt es gelbe, blaue und grüne Balken unter der Decke. Gelb steht für Krippenkinder, blau für Kindergartenkinder und grün, die Mischung aus beidem, für alle.

Ein großer Wunsch der Itzebitz-Vorstände ist es, künftig aus der Betreuungsstätte ein Kinder- und Familienzentrum zu machen. „Hier soll möglichst alles, was Eltern dazu bringt, mit ihrem Nachwuchs umher zu fahren unter einem Dach sein: Logopädie, Babykurse, Frühförderung jeder Art und auch die Kunsttherapie“, können sich Katrin Haberland und ihr Team vorstellen. „In Großbottwar und Murr ist die Schaffung eines Netzwerks unter einem Dach bereits gelungen“, erklärt sie und auch in Besigheim schwebt ihr ein solches Netzwerk vor.

Eine Qualität der neuen Kindertagesstätte sieht Katrin Haberland darin, dass alle Gruppenräume auf einer Etage liegen. „Bei den Kindergartenkindern grenzt der Garten an. Sie dürfen nach Absprache allein rausgehen, ein wichtiger Schritt zum Erwachsenwerden“, sagt sie.