Zwei Bauwagen in der Nähe des neuen Friedhofs in Besigheim bilden das Basislager für zur Zeit 20 Kinder im Zauberwald-Kindergarten von Besigheim. Einer der beiden hat in letzter Zeit reichlich Besuch von Mäusen bekommen, schimmelt und soll jetzt durch einen neuen ersetzt werden.

Der Verein Zauberwald betreibt den Waldkindergarten, beschreibt Kindergartenleiterin Andrea Holoch die Situation. Für die Anschaffung des Bauwagens hat sich eine Arbeitsgruppe  gebildet. Sie engagierte sich auf dem Winzerfest mit einer tollen Idee, um Geld zu sammeln: Erwachsene und Kinder boten in Bauchläden selbstgemachte Seifen und Samenbomben an. Das ist ein Matschball mit Blumensamen und selbstgemachten Lesezeichen, die verschenkt wurden. „Die Engagierten sind mit Sammelbüchsen herumgelaufen während des Fischerstechens. Sie standen auf der Enzbrücke und haben über 600 Euro eingenommen“, erzählt Andrea Holoch.

Die  Spendenaktion hatten Kinder und Eltern des Zauberwald-Naturkindergartens unter das Motto „Mäuse für die Mäuse“ gestellt. Auch ehemalige Waldkinder sammelten fleißig mit. Mit Bauwagen im Kleinformat, Umhängeschildern, dem Bauchladen und Gesang machten die Kinder, die teils als Waldtiere verkleidet waren, auf sich aufmerksam. Wer spendete, durfte sich eines der liebevoll gebastelten Geschenke aus dem Bauchladen aussuchen.

Und da es beim Kauf eines Bauwagens immense Preisunterschiede gibt, hat sich das Team genaue Gedanken gemacht, was der neue Bauwagen alles haben muss und was nicht. Er soll die gleiche Funktion übernehmen wie der alte, soll Materiallager sein und eine warme zusätzliche Unterschlupfmöglichkeit für regnerische nasskalte Herbsttage bieten.

Außerdem fand im alten Bauwagen immer die Vorschule statt. „Wir wollen mehr Wärme bieten, der zweite Bauwagen ist auch eine Schutzhütte“, erklärt die Leiterin und ergänzt: „Wir haben Auflagen, wie der Bauwagen beschaffen sein muss. Wir sind sehr zuversichtlich, bald einen Ersatz für den alten Bauwagen zu finden“.

Die kühlen Tage rücken näher und schon in wenigen Wochen kann es nasskalt und ungemütlich werden im Zauberwald. Deshalb soll es jetzt zu Gesprächen zwischen dem Betreiberverein und der Besigheimer Stadtverwaltung kommen. „Ein Schnellschuss soll das Ganze nicht sein, andererseits steht der Herbst vor der Tür“, wägt Andrea Holoch ab.

Im Moment werden Angebote eingeholt von Firmen, die Bauwagen herstellen. Da der alte Bauwagen von den ersten Kindergartentagen an treue Dienste geleistet hat, werde sich die Stadt Besigheim an der Anschaffung beteiligen, hofft Holoch. Eine Delegation war schon im Zauberwald, zur Erkundung vor Ort. Auch im Gemeinderat der Stadt wurde bereits darüber gesprochen.

Unklar ist allerdings noch, wie hoch der Zuschuss der Stadt ausfallen wird. „Wir nehmen der Stadtverwaltung 20 Kinder ab. Die Plätze können dann schon andere Kinder bekommen. Darüber ist die Stadtverwaltung nicht unglücklich und unterstützt uns deshalb gern“, erläutert Andrea Holoch die Hintergründe.

Das Holz zum Heizen kommt aus Flächenlosen, die nicht abgeholt wurden. Eltern engagieren sich in jedem Herbst und sorgen für einen Nachschub an kleingesägtem Brennholz für die beiden Öfen in den Bauwägen. „Wir haben einen guten Kontakt zum Förster“, erzählt Holoch.