Bürgermeister Albrecht Dautel hat jetzt seinem Gemeinderat vorgeschlagen, bei der seit 2012 bestehenden „Schönsten Weinsicht“ über den Weinberg-Steillagen des Schalksteins einen Wohnmobil-Stellplatz für fünf Fahrzeuge anzulegen.

Ein der Gemeinde gehörendes Grundstück in diesem Bereich steht nach Aussage des Rathaus­chefs zur Verfügung. Mit Kosten von 10 000 Euro sei zu rechnen, wobei man Aussichten auf Zuschüsse in Höhe von 50 Prozent habe. Dautel verspricht sich von der Maßnahme eine „Inwertsetzung dieser Kulturlandschaft“.

Im Gemeinderat stieß der Vorschlag weitgehend auf Skepsis. Man befinde sich dort im Landschaftsschutzgebiet, was die Genehmigung schwierig mache, wurde argumentiert. Andere Stimmen hielten den Standort für ungünstig, weil man durch das ganze Dorf fahren müsse, um die Plätze zu erreichen. Wieder andere fürchteten den anfallenden Müll. Grundsätzlich war man sich im Gremium einig, dass Stellplätze für Wohnmobile im Sinne einer Förderung des Tourismus in der Gemeinde positiv zu bewerten seien, nur eben nicht an dem von Dautel vorgeschlagenen Ort. Mehrere Gemeinderäte sprachen sich für einen Standort am Neckar aus und nannten eine freie Grünfläche neben dem neuen Feuerwehrhaus.

Der Gemeindrat fasste keinen Beschluss, sondern beauftragte die Gemeindeverwaltung mit der Suche nach einem alternativen Standort.

Blick auf die Steilhänge an Enz und Neckar


Die „Schönsten Weinsichten“ sind Aussichtspunkte, die das Deutsche Weininstitut in den verschiedenen Weinanbaugebieten  festlegt. 2012 wurde ein Punkt auf der Gemarkung Walheim ausgewählt. Entscheidend war der Blick auf Besigheim, das bereits den Titel „Schönster Weinort Deutschlands“ trägt, sowie auf die terrassierten Steillagen im Enztal (Niedernberg und Enzhälde) und Neckartal (Wurmberg).

Vier Jahre später kam die dortige Gegend erneut zum Zuge: 2016 kürte das Weininstitut die Hessigheimer Felsengärten zur „Schönsten Weinsicht 2016“ in Württemberg. um