Mir gäbbet nix!“ Auf diesen kurzen Nenner lässt sich die Reaktion der Gemeinden Freudental, Hessigheim, Löchgau und Mundelsheim auf eine Bitte aus dem Besigheimer Rathaus bringen, sich doch freiwillig an der digitalen Medienausstattung der weiterführenden Schulen zu beteiligen. Es geht um 25 Euro pro Kind. Ob dieser Betrag jährlich oder nur einmalig gezahlt werden soll, ist in den Rathäusern des Besigheimer Gemeindeverwaltungsverbands offenbar nicht so klar.

Während man in Gemmrigheim und Walheim dazu neigt, auf die Bitte aus Besigheim einzugehen – vorausgesetzt, die Nachbarkommunen machen mit – gibt man sich in Freudental, Hessigheim, Löchgau und Mundelsheim eher schwäbisch-bhäb, also sparsam. Dies wurde jetzt in Hessigheim deutlich, wo Bürgermeister Günther Pilz im Gemeinderat ein Schreiben an die Stadt Besigheim präsentierte, das er zusammen mit seinen Bürgermeisterkollegen Robert Feil (Löchgau), Alexander Fleig (Freudental) und Boris Seitz (Mundelsheim) verfasst hat.

In dem zweiseitigen Brief begründen die vier Schultheißen, warum sie die Besigheimer Ideen nicht so gut finden. Eigentlich, so Günther Pilz, geht es dabei weniger ums Geld als vielmehr ums Grundsätzliche. „Die Ausstattung der Schulen ist Aufgabe des Schulträgers, in diesem Fall der Stadt Besigheim“, stellen die vier klar. Da auch auswärtige Schüler in Besigheim unterrichtet würden, erhalte die Stadt hierfür eine Kompensation aus dem Finanzausgleich.

Die vier Kommunen sehen die Kostenbeteiligung auch mit Blick auf die regionale Schulentwicklung. Besigheim habe ausdrücklich gewünscht, sämtliche Schularten im Stadtgebiet zu haben. Dadurch sei eine Verteilung der Schulträgerlasten auf mehrere Kommunen verhindert worden. Eine von den Kommunen gewünschte Weiterentwicklung der Werkrealschulen zu Gemeinschaftsschulen sei jetzt nicht mehr möglich, obwohl man gerne einen Beitrag geleistet hätte.

Mittelzentrenfunktion

Man respektiere, dass Besigheim ihre Mittelzentrenfunktion als Schulträger wahrnehmen wolle. Damit seien Vorteile, wie eine vergleichbar bessere Infrastruktur, verbunden. Nicht fehlen durfte der Hinweis, dass Besigheim deswegen größere Bauflächenkontingente zugestanden bekomme. „Deshalb ist es (...) nicht sachgerecht, die Kosten der Zentrenfunktion verteilen zu wollen, während die Vorteile von der Stadt Besigheim genossen werden.“ Da die Stadt bauliche Erweiterungen an ihren Schulen kategorisch ausschließe, habe man keine Gewähr, dass Schüler aus den Verbandsgemeinden auch künftig nach Besigheim zur Schule könnten und nicht auf andere Städte ausweichen müssten. „Auch dieser Umstand trägt leider nicht dazu bei, zusätzliche freiwillige Beiträge zu leisten.“

Im Gemeinderat winkte man das vorher abgestimmte Schreiben kommentarlos durch. Nach der Sitzung war von einzelnen Gemeinderäten ein Grummeln zu hören. Besigheim versuche immer wieder diese Tour und leider gebe es Gemeinden, die auch jetzt wieder aus der gemeinsamen Front ausscherten.