Die Aufnahmekapazitäten in den Flüchtlingsgebäuden des Landkreises und der Stadt werden demnächst erschöpft sein. Das stellte Hauptamtsleiterin Sabine Keller in ihrem Bericht über die Situation der Flüchtlinge in Besigheim bei der letzten Sitzung des Gemeinderates fest. Rund um das Heim gibt es etliche Veränderungen baulicher, konzeptioneller und personeller Art. und

Wie in der BZ bereits berichtet, ist in den Räumen des Flüchtlingsheims am Wasen gegenüber dem Freibad eine Anlaufstelle eingerichtet worden, an die sich alle Flüchtlingen wenden können, die vom Landkreis bereits den Kommunen zugewiesen wurden (so genannte Anschlussunterbringung). Eine weitere Anlaufstelle gibt es in Pleidelsheim.  Die Besigheimer Anlaufstelle ist gleichzeitig für Kirchheim, Walheim, Gemmrigheim, Hessigheim, Bönnigheim, Erligheim und Löch­gau zuständig. Die Stadt ist allerdings auf der Suche nach einem zentralen Standort, machte Keller deutlich. Es seien schon mehrere Objekte angeschaut, aber noch nichts Passendes gefunden worden, berichtete die Hauptamtsleiterin.

Für die soziale Betreuung der Flüchtlinge muss personell aufgestockt werden: Um den Betreuungsschlüssel von einer Sozialarbeiterstelle für 110 Flüchtlinge zu gewährleisten, hat die Caritas im Februar eine zusätzliche Stelle geschaffen.

Grillplatz und Kleingarten

Einer Arbeit gehen zwischen 15 und 20 Personen aus der Besigheimer Unterkunft nach, so die Schätzung Kellers. Arbeitswillige mit entsprechenden Voraussetzungen würden von den Sozialarbeiterinnen ans Jobcenter verwiesen. An der Unterkunft soll es bauliche Verbesserungen geben: Ein Spielplatz soll ebenso eingerichtet werden wie ein Grillplatz und ein Kleingarten, den die Bewohner bewirtschaften können.

Wie es um die Tierhaltung im Heim und um den Drogenkonsum stehe, wollte CDU-Rat Achim Schober wissen, der dazu auf Hinweise und Fragen aus der Bevölkerung verwies. Auch der Anteil möglicher Gefährder mit mehreren Identitäten sei von Interesse, da diese in der Statistik einen nicht unerheblichen Anteil ausmachten, stellte Schober fest. Bürgermeister Steffen Bühler konnte dazu in der Sitzung keine näheren Informationen geben und verwies auf die anstehende Kriminalstatistik durch den Leiter des Polizeipostens, Marc Ratgeber. Über die Sozialarbeit seien bislang keine Drogendelikte bekannt geworden, sagte Bühler.

Mit Zahlen erläuterte Keller, warum das Flüchtlingsheim mit mit seinen etwas mehr als 320 Plätzen an seine Grenzen gelangen könnte. Wie berichtet leben derzeit 200 Personen in der Erstunterbringung durch das Landratsamt, davon 184 in den drei Gebäuden des Landkreises am Wasen und 16 in angemieteten Wohnungen.

In der An­schluss­unterbringung der Stadt Besigheim sind es 82 Personen, davon 62 im städtischen Flüchtlingsheim am Wasen und 20 in dezentraler Unterbringung. Nach den Schätzungen des Landkreises müssen im laufenden Jahr rund 2000 Personen auf die Kommunen verteilt untergebracht werden. Die Menschen werden nach dem Einwohnerschlüssel auf die Kommunen verteilt, wobei der Kreis Ludwigsburg immer noch eine „Minusquote“ habe, die trotz der schwächeren Zahlen für mehr neue Flüchtlinge im Landkreis sorgt.­

Angehörige kommen nach

Auch der Familiennachzug spielt eine Rolle. Zwei Personen habe die Stadt bereits zusätzlich unterbringen müssen. Diese Personen werden aber nicht auf die Quote von Besigheim angerechnet. Wie Bürgermeister Steffen Bühler ergänzte, gibt es im Heim viele Alleinstehende. Und es gebe Schätzungen, dass diese je  drei bis fünf Personen nach sich ziehen. „Wenn es so wäre, wäre es eine Zahl, die uns schon trifft“, sagte Bühler. Wenn der Nachzug gleichmäßig im Landkreis verteilt werde, brauche man auch keine Quote. Die Anträge dafür würden sehr langsam bearbeitet.