Gemmrigheim erlebt mit Bürgermeister Dr. Jörg Frauhammer einen Neustart. Endlich konnte wieder ein Haushaltsentwurf rechtzeitig vorgelegt werden, die Zeit der Haushaltssperre ist überwunden. Neue Kita-Räume, mehr Gewerbe, ein neuer Kreisverkehr und mehr Steillagen-Tourismus sollen die Kommune nach vorne bringen.

Gesamtbilanz für das Jahr 2019: Die Bilanz für das Jahr fällt positiv aus für den neuen Bürgermeister. „Wir haben eine ganze Reihe wichtiger Sachverhalte auf den Weg gebracht“, so der Verwaltungschef. Personell sei man wieder auf einem Stand, wie er für die Verwaltung notwendig sei. Auch wenn übers Jahr mehr möglich gewesen wäre, ist Frauhammer mit dem Erreichten zufrieden. Aufatmen gebe es bei der Kinderbetreuung, wo die Löcher gestopft wurden und die große Kita in der Neckarlust näher rückt.

Die wichtigsten Investitionen 2019: Bis auf den Mannschaftstransportwagen für die Feuerwehr gab es keine so richtig großen Ausgaben, sagt Frauhammer. Dafür wurde vieles vorbereitet: Der neue Kindergarten, die Sanierung der Waldstraße, die Schulsanierung wurden auf den Weg gebracht, schlagen sich finanziell aber noch nicht nieder. „Es war in vielerlei Hinsicht ein Planungsjahr“, macht Frauhammer deutlich.

Die Haushaltslage zum Jahresende: „Wir haben eine gute Rücklage und können aus der auch schöpfen und wir wissen, dass wir einen gewissen Stau haben bei den Investitionen“, so der Bürgermeister, der hier Kindergärten, Straßenbau und Starkregenschutz als Beispiele nennt. Daher muss im gerade eingebrachten Haushalt für 2020 für diese Vorhaben auch in die Rücklage gegriffen werden. Man werde die Gelder in den nächsten Jahren auch einsetzen müssen, sagt Frauhammer. Schon für das Jahr 2020 steht ein Griff von 5,6 Millionen in die Rücklage an.

Die Aussichten für 2020: Es gebe zwar Indikatoren, die eine schwächer werdende Konjunktur anzeigen. „Wenn man vorsichtig plant, sollte einem dies nicht so viel anhaben“, ist der Verwaltungschef überzeugt. Natürlich mache sich die rückläufige Gewerbesteuer bemerkbar, die hier immer wieder sehr schwankend war. „Einfach schauen und konservativ planen, dann kann man damit auch umgehen“. Fast überrollt wurde die Gemeinde von der Erschließung der Neckarlust, die nun 500 Neubürger und entsprechenden Betreuungsbedarf für Kinder mit sich zieht. „Dass es so schnell geht, konnte keiner wissen und das bringt dann natürlich auch Probleme mit sich wie bei der Kinderbetreuung oder beim Verkehr, aber es bringt auch Chancen“, sagt der Bürgermeister. Die Infrastruktur gewinne dadurch, Metzger- und Bäckerbetriebe seien so gesicherter. Mit den geplanten Maßnahmen für die Kinderbetreuung sei man ausreichend aufgestellt, und es gebe auch eine Option für den ersten Stock der neuen Kita am Holzplatz für zwei Gruppen. Was das Personal angehe, habe man die gleichen Probleme wie alle anderen auch und müsse dafür „in den Wettbewerb gehen“.

Die wichtigsten Projekte im neuen Jahr: Der Rad-und Fußweg an der Forststraße steht dabei ebenso an die der Starkregenschutz im „Gräble“. Der Flächennutzungsplan müsse intensiv beraten werden, die Schule werde einer Sanierung unterzogen. „Die Prognose ist, dass wir dreizügig werden“, sagt Frauhammer. „Mein Gemmrigheim“ soll darüber hinaus ein Projekt werden, in dem die Kommune das ehrenamtliche Engagement bündeln will. Der lang ersehnte Kreisverkehr an der Neckarbrücke soll auch kommen. Das Landratsamt habe sich nun der Argumentation Gemmrigheims angeschlossen und die Studie des Regierungspäsidiums habe gezeigt, das der Kreisverkehr tatsächlich die leistungsfähigste Variante wäre. „So hat sich das Amt in Ludwigsburg nun auch aufgemacht, diese Planungen zu verfolgen“, so Frauhammer.

Persönliche Wünsche fürs kommende Jahr: Dass die Projekte, die man vor hat, weiter fortschreiten und in die richtige Richtung laufen, erhofft sich Frauhammer ebenso wie den weiteren guten Zusammenhalt zwischen Gemeinderat, Verwaltung und Bürgerschaft. Auch dass man wieder in einen Regelbetrieb und zum normalen Arbeiten komme, ist ein Wunsch. Erste Schritte beim 3B-Tourismus wolle man auch im nächsten Jahr gehen. Das Landratsamt arbeite auch gerade daran, dass die Gemeinde eine kleine Flurbereinigung bekommt, wie sie von den Wengertern dringend gewünscht wird. „Die Steillagen begehbar und erlebbar zu machen, das sehen wir unsere Rolle als Gemeinde“, so Frauhammer, der die Interessen bündeln möchte. Weniger Regeln und Verwaltungsvorschriften wäre ein weiterer Wunsch von Frauhammer.

Sorgenkinder der Kommune: Die Parksituation müsse angegangen werden, auf der Agenda stehe ein Parkraumkonzept für die Gemeinde. Die Kinderbetreuung werde sehr viel Arbeit  benötigen.