Besigheim / Michael Soltys  Uhr

Der Wein, die historische Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern, die Nähe zu den beiden Flüssen und damit auch zu den Radfernwegen, das sind die touristischen Zugpferde der Stadt Besigheim. Ihre Förderung lässt sich Besigheim etwa 64 000 Euro kosten. Das wurde bei der Beratung der Tourismusberichte von Eric Reiter vom 3B-Tourismusverband (siehe Inforkasten) und von Nina Backes im Besigheimer Gemeinderat deutlich.

Backes ist seit 2013 als touristische Fachkraft bei der Stadt angestellt und arbeitet eng mit Reiter zusammen. Sie ist mit den 20 Gästeführern in Kontakt, die Führungen anbieten, entweder regelmäßig an Sonntagvormittagen oder auch zu Spezialthemen an anderen Terminen. Darunter haben sich etliche Spezialisten herausgebildet, beispielsweise für kunsthistorische Führungen, für Führungen mit dem Fahrrad oder auch zu ganz bestimten Themen wie dem Fachwerk oder historischen Personen wie dem Besigheimer Vogt Essich.

Inklusive Stadtführung

Für das Jahr 2019 sind zwei neue Führungen entwickelt worden, berichtete Backes. Gästeführerin Katrin bietet in diesem Jahr drei inklusive Stadtspaziergänge an. Sie sind besonders geeignet für Personen mit Beeinträchtigungen, ob Sprachbarrieren, körperliche Behinderungen oder Demenz. In Zusammenarbeit mit Kathrin Sudmann wurde noch eine weitere Schauspielführung entwickelt. Sie basiert auf der Erzählung „Liebesabend in Besigheim“ von Norbert Jacques aus dem Jahr 2008. Mit Akkordeonbegleitung, einem Moritat und Pantomime begleiten die Gäste der Führung das Liebespaar beim Gang durch die Stadt. Regelmäßig alle sechs Wochen tauschen sich die Gästeführer bei einem Stammtisch über ihre Erfahrungen aus.

Beim großen Fest auf den Enzterrassen am vergangenen Wochenende nutzten viele Besucher die Gelegenheit zu einer Stocherkahnfahrt auf der Enz. Sie gehören mittlerweile ebenso zum touristischen Programm wie die Tuktuk-Fahrten durch die Stadt hinauf zum Aussichtspunkt in den Weinbergen. Die Stocherkähne werden beim Winzerfest am Sonntag, 15. September, wieder zum Einsatz kommen.

Digitales Projekt

„Magnify Erlebnis Guide“ nennt sich ein digitales Projekt, an dem sich Besigheim beteiligt. Es ist quasi die digitale Form der braunen Tourismusschilder, die an vielen Autobahnen zu sehen sind. Der elektronische Führer bietet ergänzende Informationen zu den Schildern und richtet sich an Vielfahrer und Urlauber auf der Durchreise.

3 B-Tourismus in Zahlen

Wie seit vielen Jahren üblich stellte Eric Reiter vom Tourismusverband der 3B-Städte auch im Besigheimer Gemeinderat seine Bilanz des vergangenen Jahres vor. Dazu einige Zahlen.

6112 Euro kostete die Entwicklung einer neue App. Sie erkennt, in welchem Ort sich der Nutzer befindet und bietet sofort aktuelle Informationen an.

16 Privatbetriebe bieten in Besigheim 206 Betten für Übernachtungsgäste an. Im Jahr 2018 sind 11417 Gäste in der Stadt angekommen, sie haben an 22 469 Tagen übernachtet. Darin enthalten sind auch die Wohnmobilstellplätze auf dem Platz gegenüber dem Schulareal.

7,50 Euro kostet die Übernachtung auf dem Wohnmobilstellplatz in Besigheim. In Bietigheim-Bissingen kostet er lediglich fünf Euro, in Bönnigheim beim Mineralfreibad kann der Platz sogar kostenlos genutzt werden.

7313 Männer und Frauen haben an den Führungen durch die Stadt teilgenommen. Seit 2012 hält sich die Zahl konstant über 7000. 373 Mal kamen die Teilnehmer in Gruppen mit im Schnitt 20 Personen zu den Führungen.

81 Euro gibt ein Übernachtungsgast im Schnitt pro Tag in der Region aus, haben Statistiker herausgefunden.

40,4 Millionen Euro beträgt demnach die Wertschöpfung durch den Tourismus im Gebiet der 3 B-Städte durch die Übernachtungen und die etwa 688 000 Tagesgäste. Von dieser Summe fließen 1,01 Millionen Euro als Steuern in die Kasse der Kommunen zurück.

431 Fans hat die Facebook-Seite des 3 B-Tourismus, das sind 113 mehr als ein Jahr zuvor. Die Seite ist seit drei Jahren online. sol