Besigheim Inspiriert vom Buntspecht

Besigheim / von Susanne Yvette Walter 15.06.2018

So wie der Buntspecht gegen den Stamm klopft, klopfen Schüler an, die bei der Schülerfirma Woodpecker der Schule am Steinhaus in Besigheim mitmachen wollen. Dort muss man sich um die Aufnahme bewerben und ein Vorstellungsgespräch, wie später im richtigen Leben, gibt es auch. Diese Organisation unterscheidet die Schülerfirma Woodpecker von anderen Schülerfirmen. Bei der Verleihung des Schulpreises durch die Bietigheimer Zeitung bekam die Schülerfirma dafür einen ersten Preis.

Im Oktober 2015 gründete sich an der Schule im Steinhaus Besigheim die Schülerfirma Woodpecker mit außergewöhnlichem Profil. Schulsozialarbeiter Matthias Cramml und sein Lehrerkollege Martin Schlonzok lehnten die Firmenstruktur sehr nah an die Praxis an. „Das Besondere an der Schülerfirma: Unsere Schüler müssen sich bewerben. Das heißt, sie müssen eine Bewerbung schreiben, es werden Aufnahmegespräche geführt, erst dann gibt es eine Zusage.

In der zweiten Phase können Schüler, die zur Schülerfirma gehören, selbst Aufnahmegespräche leiten“, erklärt Matthias Cramml die Struktur. Was den Schulsozialarbeiter amüsiert: „Immer wieder kommt die Frage nach dem Verdienst.“ Dabei geht es darum, Spaß zu haben an der Vermarktung der Holzprodukte, so Cramml. Hergestellt werden Sitzgelegenheiten, Gartenmöbel und Lampen aus alten Paletten.

Der Renner ist im Moment ein Nagelbild, das mit Wollfäden gestaltet wird und je nach Jahreszeit verschiedene Motive zeigt. Das Nagelbild und alle anderen Produkte der Woodpecker werden auf dem Besigheimer Weihnachtsmarkt und bei den Schulfesten verkauft. Acht bis zehn Schüler der Klassen sieben bis neun sind momentan in der Schülerfirma organisiert, die wie eine AG einzustufen ist. „Buchführung machen wir auch, allerdings nicht auf hohem Niveau, sondern mit dem Schwerpunkt auf die Praxis“, erklärt der Schulsozialarbeiter. „Bei uns beschränkt sich die Buchführung auf Einnahmen und Ausgaben und wir haben schon Umfragen in der Altstadt von Besigheim durchgeführt, was wir für unsere Produkte verlangen könnten.“

Sehr überrascht war Matthias Cramml und mit ihm Lehrerkollege Martin Schlonzok über den ersten Preis beim Schulpreis der Bietigheimer Zeitung. Die Jury meinte zur Vergabe: „Die Schülerfirma ist für die Schüler des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums eine hervorragende Vorbereitung auf den ersten Arbeitsmarkt. Alle Beteiligten engagieren sich über den Schulalltag hinaus in der Schülerfirma, die von einer vergleichsweise kleinen Einrichtung mit allen nötigen Mitteln unterstützt wird. Ein praxisnahes Projekt mit hohem pädagogischen Nutzen, nachhaltig ausgerichtet und, indem es Erfolgserlebnisse schafft, ideal als Mutmacher und Motivator für junge Menschen.“

Heute: Vernissage eines Kunstprojekts

An diesem Freitag, 15. Juni, von 11.45 bis 15 Uhr findet an der Schule am Steinhaus in Besigheim eine Vernissage im Rahmen des Kunstprojektes statt. Die Kunstprojekttage gehören zum festen Bestandteil des Jahresprogramms an der Schule am Steinhaus. Ebenso die Vernissage, die traditionell im Anschluss stattfindet. Hier haben die kleinen und großen Künstler die Möglichkeit ihre Werke zu präsentieren, heißt es in einer Mitteilung des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums bz

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