Besigheim Immer an der Grenze entlang

bz 08.08.2018

Warum immer so weit weg, wenn man eine sportliche Herausforderung sucht? Diese Frage beantwortete der Besigheimer Andreas Schmid auf seine Weise. Mit seinem Mountainbike radelte er an einem Tag um den Landkreis Ludwigsburg herum, so nahe wie eben möglich an der tatsächlichen Landkreis-Grenze. Die mehr als 200 Kilometer lange Strecke bei einer Höhendifferenz von 3300 Metern wurde für ihn buchstäblich zur „Grenzerfahrung“, sagte er im Gespräch mit der BZ. Mal durchquerte er Industrielandschaften, mal fuhr er buchstäblich durch Wildnis, mal ging es durch dichtes Gestrüpp: Schmid lernte Landschaften kennen, wie er sie er im Landkreis Ludwigsburg nicht vermutet hätte.

Das fing nach dem Start in Kirchheim schon auf dem Weg nach Prevorst an, dem höchsten Punkt des Landkreises, der ein ganz besonderer Ort ist, eine Exklave. Das verdankt Prevorst der Kommunalreform von 1972, als der Ort Oberstenfeld und damit dem Landkreis Ludwigsburg zugeschlagen wurde. Auf der Strecke durch den Wald konnte Schmid am frühen Morgen noch Wild beobachten, beobachten, bevor er die Gehöfte auf der Höhe erreichte. Eine ganze Zeitlang ging es danach über Feld- und Waldwege in Richtung Marbach: „Da kommt man wieder in die Zivilisation.“

Der häufige Wechsel der Perspektive war das Schöne an der Solo-Fahrt für den Mountainbiker, der in seiner Freizeit viel mit der Mountainbikegruppe des RSV Besigheim unterwegs ist. Selbst entlang so dicht besiedelter Ortschaften wie Remseck und Pattonville habe er noch Feldwege abseits der Straßen gefunden. In Stammheim fand er den Weg direkt über die Landkreisgrenze im Anschluss an ein Wohngebiet. In Erinnerung ist ihm die Fahrt entlang der Luftschächte, über die der Engelbergtunnel versorgt wird. Oder der Blick von der Gerlinger Schillerhöhe über das Leonberger Dreieck hinweg bis zum Nordschwarzwald. Schließlich landete er bei Häfnerhaslach wieder in der Einsamkeit des Strombergs, den er bis zum Michaelsberg durchquerte, um den Blick ins Unterland zu genießen.

Strecke exakt geplant

Die Strecke hatte Schmid vorher am Computer entworfen, sein GPS-Gerät half ihm unterwegs den richtigen Weg zu finden. Zu 100 Prozent an der Landkreisgrenze entlang zu fahren, war nicht möglich, erzählt er, aber nahe heran sei er doch gekommen. Seine Erwartungen an das Naturerlebnis seien jedenfalls erfüllt und seine Neugierde auf den Landkreis gestillt worden, als er nach 13 Stunden wieder am Start in Kirchheim eintraf.

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