Besigheim Hightech-Züge bei der Frankenbahn

Das Cockpit des Flirt wird bei den Feierlichkeiten begutachtet. Verkehrsminister Winfried Hermann sitzt am Steuer des neuen Hightech-Zugs. Ab Juli 2019 sollen die Züge auf der Frankbahn zum Einsatz kommen.
Das Cockpit des Flirt wird bei den Feierlichkeiten begutachtet. Verkehrsminister Winfried Hermann sitzt am Steuer des neuen Hightech-Zugs. Ab Juli 2019 sollen die Züge auf der Frankbahn zum Einsatz kommen. © Foto: Michel Koczy
Besigheim / Von Uwe Deecke 13.09.2018

Am Wochenende wurden die ersten Fahrzeuge des neuen Frankenbahn-Betreibers Go-Ahead vorgestellt. Die Hightech-Züge werden die alten Bahn-“Silberlinge“ ab 2019 ersetzen. Die Fertigstellung des ersten Wagens wurde jetzt gefeiert.

66 neuen Züge will der neue Betreiber Go-Ahead ab 9. Juni 2019 auf den Schienen des Stuttgarter Netzes und ab 15. Dezember 2019 auf der Murrbahn und der Frankenbahn einsetzen.   Hersteller ist das Schweizer Unternehmen Stadler, das diese Züge im brandenburgischen Verden produziert, wo auch der sogenannte „Roll-Out“ stattfand. Stadler und die Go-Ahead Baden-Württemberg feierten dort mit rund 100 Gästen im Beisein des neuen schweizerischen Botschafter Paul Seger in der Bundesrepublik Deutschland sowie des Verkehrsministers von Baden-Württemberg, Winfried Hermann, die Fertigstellung des ersten Flirt-Nahverkehrstriebwagens für Baden-Württemberg.

Für die Nutzer der Frankenbahn ändert sich damit einiges. Der Bestseller Flirt (Flinker Leichter Intercity- und Regional-Triebzug) hat sich bereits über 1500 mal in insgesamt 17 Ländern verkauft. Die Fahrzeuge für die Baden-Württemberger Netze sind voll klimatisiert und bieten je nach Ausführung Platz für mehr als 700 Fahrgäste, bis zu 328 davon als Sitzplätze. Der Fahrgastbereich ist barrierefrei und mit einer durchgängigen Niederflurigkeit stufenlos durchgängig begehbar. Die großzügigen Einstiegsbereiche verfügen über Spaltüberbrückungen und Schiebetritte, zudem gibt es Mehrzweckbereiche für den Transport von Fahrrädern. Darüber hinaus verfügen die Züge über ein zeitgemäßes Fahrgastinformationssystem sowie Fahrgast-W-Lan in allen Teilen des Zuges.

Bis zu 180 Mitarbeiter

Das benötigte Personal wird derzeit ausgebildet. „Es hat sich extrem gewandelt“, sagt Erik Bethkenhagen von Go-Ahead Stuttgart auf Anfrage der BZ zur hohen Nachfrage. Momentan laufe der zehnte Kurs mit 15 Teilnehmern, die als Lokführer und Begleitpersonal arbeiten werden. „Wir wollen auch fahrende DB-Kollegen an Bord holen“, so der Sprecher, am Ende würden es 160 bis 180 Mitarbeiter bei Go-Ahead nur für Baden-Württemberg sein.

Dass die Frankenbahn erst ein halbes Jahr später startet, sei in der Ausschreibung so vorgesehen, führt Bethkenhagen aus. Weiter werde die DB Netz AG für Verwaltung, Pflege und Wartung der Strecken zuständig sein. Es sei ein wichtiger Punkt, dass man da reibungslos zusammen arbeite, erklärt der Sprecher weiter.

An den Tarifen wird sich nichts ändern, da diese durch das Land und den künftigen Landestarif vorgegeben sind. Die IRE-Züge werden auf der Frankenbahn im Stundentakt verkehren, kürzere Fahrzeiten sind wegen der vernachlässigten Infrastruktur nur im Minutenbereich möglich.

„Mit modernen und barrierefreien Zügen der neuesten Fahrzeuggeneration sowie mit Fahrplänen in einem verlässlichen Takt wird Go-Ahead nach der Betriebsaufnahme 2019 einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung und zum Ausbau des Personennahverkehrs in Baden-Württemberg leisten. Der Schienenverkehr soll zu einer attraktiven Alternative zum privaten Auto werden“, erklärte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann bei der Vorstellung des Zuges in Verden.

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