Besigheim Herby und Hinnerk auf Hochtouren

Die Händler, wie hier Aal-Hinnerk, hatten zwar zeitweise wenig Kundschaft, aber trotz Regen Spaß beim Verkauf ihrer Fischspezialitäten.
Die Händler, wie hier Aal-Hinnerk, hatten zwar zeitweise wenig Kundschaft, aber trotz Regen Spaß beim Verkauf ihrer Fischspezialitäten. © Foto: Martin Kalb
Von Uwe Deecke 23.07.2018

Zum fünften Hamburger Fischmarkt in Besigheim passte das Hamburger Schmuddelwetter zwischendurch. Zwei Tage lang gab es am vergangenen Wochenende Marktschreier, Matjes und Musik.

Um 11 Uhr morgens eröffnete Fischmarkt-Organisator Dirk Willi Rösgen die fünfte Auflage in Besigheim, die auf Initiative vom Marketing Concept Besigheim (MCB) entstanden war. Hansjörg Kollar vom MCB engagierte vor zehn Jahren den „Hamburger Fischmarkt auf Tour“, mit bekannten Marktschreiern wie Wurst-Herby, dem Europameister der Marktschreier, Käse-Rudi, oder dem legendären Bananen-Fred, dem Fischspezialisten Aal-Hinnerk und dem italienischen Pastaexperten Nudel-Kiri.

Nach dem musikalischen Auftakt durch die Musikschule betonte Bürgermeister Steffen Bühler die heutige „ganz besondere Atmosphäre in der Besigheimer Innenstadt“. Zur Fischmarkt-Zeit sei auch in der Weinstadt ausdrücklich Bier erlaubt, so der Schultes, der anschließend das Mikrofon an „Wurst-Herby“ übergab. „Der Oldenburger“, wie er auch genannt wird, zeigte sich auch gleich sehr geschäftstüchtig. Das Mikrofon verschwand oben im T-Shirt, sodass er beide Hände frei hatte, um die Besigheimer Kundschaft zu überzeugen. „Komm mal hier nach vorn“, tönte es aus den Lautsprechern, „kaufen Sie jetzt!“. „Ein halbes Schwein für 15 Euro!“ versprach Herby, und packte italienischen Schinken, original italienische Edelsalami oder Oldenburger Landsalami in die Plastiktüte. „Ich werd‘ wahnsinnig“, legte der versierte Marktschreier gleich richtig los.

Neben ihm hatte „Käthe Kabeljau“ Fisch in allen Variationen zu bieten. Backfisch in Bierteig, Knuspergarnelen, Heringsbrötchen, Matjes, Schollenfilet, Räucherlachs und Calamares konnte man am Stand erstehen. Entlang der neu sanierten Kirchstraße waren allerlei Stände aufgebaut, und auch an der Hauptstraße gab es Marktstände mit Taschen, Kleidung, Gewürzen oder Geschenkartikel.

Kraftprobe mit Bierkrügen

Um 14 Uhr kam es dann zur Kraftprobe: Beim Wettbewerb im Bierkrugstemmen wurden die Kräftigsten gesucht, die einen Bierkrug möglichst lange mit ausgestrecktem Arm halten konnten. Wer den Rekord von sieben Minuten und vier Sekunden knackte, dem spendierte Wurst-Herby eine Reise für zwei Personen nach Hamburg.

Die Aktion „Nachwuchs-Marktschreien“ wandte sich um 17 Uhr an alle, die es mal als Verkäufer probieren wollten. Jeder konnte am Mikrofon versuchen, seine Ware an den Mann zu bringen. Livemusik gab es am Abend dann um 19 Uhr mit Gerry Schmolke und Band.

Der Sonntag begann mit einem maritimen Frühstück mit Freibier und Matjes von der Hand, bevor um 15 Uhr dann der Gewinner unter den Marktschreiern gewählt wurde. Dieser wurde mit dem heiß begehrten Wanderpokal gekürt, wenn er die meisten Stimmzettel auf sich vereinte. Am Sonntag hatten alle Geschäfte geöffnet, schon am Samstag feierte die „Schneiderei“ ihr 20-jähriges Jubiläum mit dem etablierten Büchertausch am Eingang und Livemusik auf der Kirchstraße.

Am Samstag waren Peter Neumann und Tochter Nadine aus Hamburg am Kelterplatz. Sie kennen den Hamburger Fischmarkt bestens, der dort schon morgens um 5 Uhr beginnt. „Dort ist alles größer“, befand Peter Neumann, der sich die Besigheimer Altstadt und den Fischmarkt ansehen wollte. Dass sie so weit gefahren sind, lag an Tochter Nadine: Sie hatte zwei Karten für das „Heimspiel“ von Andrea Berg in Großaspach. Für den echten Fan war auch diese Reise nicht zu weit.

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