Schwerpunkt Städtepartnerschaft Handball verbindet die Jugendlichen

Ein Bild vom letzten Besuch der jungen Handballer aus Ay in Besigheim im Juni 2015. In wenigen Tagen ist es wieder soweit.
Ein Bild vom letzten Besuch der jungen Handballer aus Ay in Besigheim im Juni 2015. In wenigen Tagen ist es wieder soweit. © Foto: Eichenkreuz
Besigheim / Uwe Deecke 09.06.2018

Am Freitag ist es wieder soweit, dann werden sich wieder 60 französische Jugendliche nach langer Busfahrt aus dem Bus drängen und ungeduldig auf den Beginn der Spiele gegen die Handballer vom Eichenkreuz Besigheim warten. Sie kommen aus der Besigheimer Partnerstadt Ay und halten schon seit fünf Jahren engen Kontakt nach Besigheim. Damals sei die Jugendleiterin der französischen Handballer beim Winzerfest mit einer Einladung zum Besuch auf ihn zugekommen, erinnert sich Jörg Reisinger.

Der Besigheimer, seit vielen Jahren Jugendleiter der Eichenkreuz-Handballer, war schnell überzeugt. „Wir waren sofort auf einer Wellenlänge“, erinnert sich der 45-Jährige, der vor vier Jahren zum ersten Mal mit 60 Spielern die Partnerstadt in der Champagne besuchte. Ab der D-Jugend waren die Jugendlichen mit dabei, „es war recht schnell Begeisterung da“, so Reisinger. In Ay gab es eine kleine Stadtführung, ein Stadtsuchspiel, einen Festakt und natürlich eine Champagnerprobe, wie sie in der Champagnerstadt Ay unweit von Reims zum unbedingten Pflichtprogramm gehört.

Und es wurde natürlich Handball gespielt. Gemeinsame Trainingseinheiten standen auf dem Programm mit dem französischen Verein. Es gebe dort andere Strukturen und eher größere Bereiche, sagt der Jugendleiter, der die Handballer aber auf Augenhöhe mit dem eigenen Verein sieht. „Es ist schon ein großer Verein, der sportlich gut aufgestellt ist“, sagt der deutsche Jugendleiter über die französische Seite. Immerhin kommen diesmal sieben Mannschaften, davon zwei Mädchenmannschaften, nächstes Wochenende zum Besuch nach Besigheim. „Wir legen Wert auf das Zwischenmenschliche und auf Geselligkeit“, beschreibt Reisinger das Programm des kommenden Wochenendes, an dem er seit November plant. Natürlich soll der Sport im Mittelpunkt stehen, ausdrücklich auf Wunsch der Jugendlichen. Auf ein Stadtspiel habe man diesmal verzichtet, denn die Handballer wollen vor allem spielen. Dazu soll es ausreichend Gelegenheit geben an dem Wochenende, an dem aber nicht nur Handball im Mittelpunkt des Interesses steht. Das erste WM-Spiel der Franzosen gegen Australien wollen Deutsche und Franzosen gemeinsam ansehen, das bei den Gästen für gute Laune sorgen dürfte.

„Es ist eine zweite Generation der Partnerschaftsbewegung“, blickt der Jugendleiter auf die vielen guten Kontakte, die sich seit Beginn der gegenseitigen Besuche entwickelt haben. Freundschaften entstanden, man kennt sich mittlerweile ein wenig. Austauschschüler aus Ay tauchen unvermittelt einfach mal beim Training in Besigheim auf. Und auch das Interesse an der Sprache sei auf beiden Seiten gewachsen. Deutsch dominiere inzwischen als zweite Fremdsprache in Ay, und auch Französisch sei am Christoph-Schrempf-Gymnasium im Kommen. Oft laufe die Verständigung auch auf Englisch, so Reisinger, viele Besigheimer sprächen aber auch sehr gut Französisch. Positiv findet der Jugendleiter, dass sich auch einige der Eltern stark in Sachen deutsch-französische Freundschaft engagieren.

Wenn die Besucher ankommen, werden sie wohl sieben Stunden Busfahrt hinter sich haben, und es steht entspanntes Kennenlernen und ein kleiner Empfang mit Abendessen auf dem Programm. Ein paar Gäste seien privat untergebracht, doch das Gros wird eine Gemeinschaftsunterkunft haben, so Reisinger. Am Samstagmorgen gibt es dann ein gemeinsames Training in verschiedenen Hallen, dann um 12 Uhr kommt der Termin, auf den alle Gäste scharf sind: die Équipe Tricolore bei ihrem WM-Debüt.

Info Die Partnerschaft mit Ay ist die älteste Besigheims. Sie wurde 1966 besiegelt. Darüber hinaus hat Besigheim Partnerschaften mit Newton Abbot in England, gegründet 1979, und dem ungarischen Bataszék, gegründet 1992.