Mit dem christlichen Eichenkreuz verbindet sie nur noch der Name. Zwar gebe es nach wie vor eine eigene Eichenkreuz-Handball-Liga im Land, mit Sportlern, die aus dem CVJM heraus kommen, doch da habe der Verein Eichenkreuz Besigheim (EKB) nie gespielt, sagt Vorstand Andreas Schneider. Heute nennt man sich schlicht EKB und hat mit dem CVJM nicht mehr viel zu tun.

Die Besigheimer spielten immer in den allgemeinen Ligen und das auch ganz erfolgreich. „Wir sind in den letzten zehn Jahren ein aufstrebender Verein, vor allem in der Jugend“, sagt Schneider. Gerade ist das Team in die Kreisliga A aufgestiegen, mit so hohem Abstand, dass man die letzten Spiele nicht mehr ganz so ernst angehen musste. Doch auch die Jugend ist erfolgreich und um die ging es am Tag der offenen Tür vor und in der Neckarhalle. Sie für den Handball zu begeistern, dafür tut der Verein viel. In der Halle wird immer wieder ein Grundschulspielfest veranstaltet, für Grundschüler aus Besigheim, Gemmrigheim, Löchgau und manchmal auch Walheim, die mit ihren Lehrern hierher kommen und sich vorher schon wochenlang vorbereitet haben. Dann wird den Schülern der Handballsport vermittelt und es gibt auch ein kleines Turnier. Aus diesen Orten kommen auch die Spieler des 140 Mitglieder starken Vereins, von denen 90 in der Jugend spielen.

Am Samstag war eine Spielstraße in der Halle aufgebaut mit mehreren Stationen, wo die Kinder angeleitet wurden. Und es wurde auch vor dem Tor kombiniert, zur Not auch Mal mit dem Fuß abgeschlossen, denn der Spaß steht heute im Vordergrund. „In der heutigen Zeit ist es schwer, Kinder zu ermutigen, Sport zu machen“, sagt Schneider, selbst Vater von drei Kindern, denen in der Schule alles abverlangt wird. Er ist erst seit Kurzem Erster Vorstand und übernahm den Platz von Walter Zeyhle, der ihn über viele Jahre ausgefüllt hatte.

Das Team steht im Vordergrund

Am Samstag ist es heiß, bei 33 Grad eigentlich zu heiß für Sport. Doch das angesagte Spiel zwischen dem EKB und der Delegation aus Frankreich findet dennoch statt. Vor der Halle wird gegrillt und geredet, die Spielerfrauen haben Kuchen gebacken und Hip-Hop kommt aus den Boxen. Eine Fotoausstellung in den Umkleidekabinen zeigt, wie sich der Verein entwickelt hat mitsamt den Trikots und Frisuren, die man damals trug. Vor allem die Gruppenfotos aus den Achtzigern sorgen für Schmunzeln bei den Besuchern, die den Weg in die Halle gefunden haben. Heute steht hier „Das Team“ im Vordergrund, man sehe sich nicht mehr als erste und zweite Mannschaft, sondern als eine Einheit, sagt der 47-jährige Schneider.

Französisch kann er so wenig wie die Franzosen Deutsch, doch man versteht sich unter Handballern. Und wenn er eine Übersetzerin braucht, dann macht das seine Frau. Ein wenig Deutsch spricht Aliaume Michel von einem Weingut aus Ay, der sich bei einer roten Wurst auf das spätere Spiel vorbereitet. „Es ist wie Urlaub für mich“, sagt der Handballer, der mit seiner Delegation um vier Uhr morgens losgefahren ist. Aber es sei auch eine Chance, eine andere Kultur kennenzulernen.

Seit rund acht Jahren sind vor allem die Jugendhandballer des EKB im Austausch mit Ay. Die Franzosen kommen immer, wenn hier das Winzerfest ist und werden dann privat untergebracht. Im Jahr darauf fahren die Besigheimer in die Champagne, wo in Ay die „Fête Henri IV“ stattfindet. Oft gibt es ein kleines Rahmenprogramm für die Gäste aus dem Nachbarland, die immerhin sieben Stunden Busfahrt auf sich nehmen. „Bier, Laugenbrötchen und Hartwurst“ stünden bei den Franzosen hoch im Kurs, ist die Erfahrung von Schneider. Und das dürfe auf keinen Fall vergessen werden, wenn man das nächst Mal in die Champagne fährt.