Vereidigung Halleluja für neuen Schultes

Landrat Rainer Haas (rechts) übergibt die Ernennungsurkunde an den neuen Mundelsheimer Bürgermeister Boris Seitz, links Andreas Link, stellvertretender ehrenamtlicher Bürgermeister.
Landrat Rainer Haas (rechts) übergibt die Ernennungsurkunde an den neuen Mundelsheimer Bürgermeister Boris Seitz, links Andreas Link, stellvertretender ehrenamtlicher Bürgermeister. © Foto: Werner Kuhnle
Roland Willeke 05.12.2018

Am Montag war der erste Arbeitstag des neuen Bürgermeisters Boris Seitz. Es war der Tag, als der lang ersehnte Regen kam – hoffentlich kein schlechtes Omen für den 36 Jahre alten Diplom-Verwaltungswirt (FH), der bei der Wahl am 14. Oktober das Mundelsheimer Rathaus im ersten Wahlgang mit einer Mehrheit von 60,32 Prozent erobert hatte.

Am Ende des Tages stand die offizielle Amtseinführung des neuen Bürgermeisters. Mit „Halleluja“ begrüßten die Sängerinnen und Sänger von „SingYourSoul“, dem jungen Chor des Liederkranzes Mundelsheim, das neue Gemeindeoberhaupt in der mit rund 400 Gästen gut besuchten Käsberghalle. Auch die Alt-Bürgermeister der Gemeinde ­– mit dem nach 16 Dienstjahren letzte Woche aus dem Amt geschiedenen Holger Haist und dessen Vorgänger Hans Wetzel hat Mundelsheim gleich zwei ehemalige Schultheißen in seiner Mitte – waren mit ihren Partnerinnen erschienen.

Dicke Bretter

Andreas Link, stellvertretender ehrenamtlicher Bürgermeister, leitete die Versammlung. Bevor er dem neuen Bürgermeister den Amtseid abnahm, wies er darauf hin, dass die Aufgabe eines Bürgermeisters eine ausgleichende Persönlichkeit erfordere und bemühte dazu den Soziologen Max Weber, der einst über Berufspolitiker geschrieben hatte: „Die Politik bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich.“

Link würdigte die Ankündigung des neuen Bürgermeisters, sich auch um einen Sitz im Kreistag bemühen zu wollen. Und damit das Bohren dicker Bretter gelingen möge, überreichte er Boris Seitz einen in den Gemeindefarben rot und weiß gehaltenen Akku-Bohrer: „Hoffentlich brauchen Sie ihn nicht zu häufig.“

Landrat Dr. Rainer Haas übereichte die Ernennungsurkunde. Er widmete sich der Biografie des neuen Amtsinhabers, der bereits als Abiturient gewusst habe, dass er irgendwann Bürgermeister werden wolle, sich nach seinem Abschluss als Diplom-Verwaltungswirt aber erst der Deutschen Rentenversicherung zugewandt habe. Als Bürgermeister, so der Landrat, sollte man über die Schlauheit eines Fuchses, die Weisheit eines Elefanten, die Stärke eines Büffels und die Sturheit eines Esels verfügen. Auch die Würde eines Bischofs sei mitunter nützlich.

Boris Seitz selbst äußerte sich ebenfalls zu seiner neuen Rolle. Die verwandtschaftlichen Beziehungen, auch zu Mundelsheimer Firmen, waren durchaus auch Thema im Wahlkampf gewesen, den Seitz rückblickend als fair bezeichnete. „Begegnen Sie meiner Familie und mir weiterhin offen und ehrlich, zum Wohle unserer Gemeinde“ appellierte er an seine Mundelsheimer und versprach, Berufliches und Privates strikt trennen zu wollen.

Neuorganisation steht an

Im Amt müsse er sich zunächst der Neuorganisation des Rathauses widmen, denn zwei bewährte Kräfte – Hauptamtsleiter Sascha Tyler und Michaela Hammel, die das Vorzimmer des Bürgermeisters managt – verlassen die Gemeinde mit ihrer kleinen Administration. Die wichtigsten Aufgaben der nahen Zukunft seien die Realisierung des Baugebiets Seelhofen IV, der kommende Flächennutzungsplan und weitere Straßensanierungen. Auch am Erscheinungsbild des Ortes will der neue Bürgermeister arbeiten.

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