Aktion Großer Andrang bei der Radbörse

Der neunjährige Max aus Bietigheim freut sich über sein Moutainbike. Für 150 Euro haben es seine Eltern erstanden.
Der neunjährige Max aus Bietigheim freut sich über sein Moutainbike. Für 150 Euro haben es seine Eltern erstanden. © Foto: Martin Kalb
Besicgeim / Miriam Staudacher 12.03.2018

Eine lange Schlange bildete sich vor der Eingangstür zur Radsporthalle. Die erste Radbörse für Gebrauchträder in der noch jungen Radsaison lockte am Samstagnachmittag viele Kaufinteressierte in die Vereinshalle des Radsportvereins (RSV) am Enzplatz. Wie jedes Jahr Anfang März können hier private Anbieter ihre Fahrräder, Kinderroller, Dreiräder und Zubehör aller Art mit Hilfe des Vereins veräußern und gleichzeitig die Vereinsarbeit unterstützen: Zehn Prozent der Erlöse aus den Verkäufen wandern in die Vereinskasse.

Die zwölfjährige Johanna wartet geduldig, bis sie mit ihrer Familie in die Halle gelassen wird. „Wir sind da, um für meine kleine Schwester ein Rad zu kaufen“, sagt die Besigheimer Schülerin. „Aber ich möchte eigentlich auch ein neues Fahrrad, denn meines ist schon alt und auch ein bisschen kaputt“, meint Johanna und lässt ihren Blick über die vielen in Reih und Glied aufgestellten Gebrauchträder schweifen.

„200 Räder sind heute hier eingestellt“, erklärt Hartmut Groß vom RSV. Als Koordinator der beiden Radbörsen, die der Verein alljährlich im März und April ausrichtet, hat er den Überblick. Und er hat auch ein paar Zahlen parat. „Das entspricht in etwa der Anzahl des Vorjahres“, so der zweite Vorsitzende. „Und mehr geht auch kaum, denn da kommen wir an die Grenzen unserer Kapazität“, sagt Hartmut Groß. „Zum einen räumlich, zum anderen auch personell. Denn an den Radbörse-Tagen benötigen wir die tatkräftige Unterstützung vieler Mitglieder.“

Die Radbörse im März ist stets die erste in der Region. „Das ist der Grund, warum sie  traditionell sehr gut besucht ist“, berichtet Stefanie Neuhäuser, Fachwartin und Trainerin der Abteilung Kunstrad. Sie hat am Samstag das Kunstrad gegen Waffeleisen und Grillzange eingetauscht und sorgt gemeinsam mit vielen weiteren Helfern für eine reibungslose Bewirtung der Gäste. „Weil die März-Börse immer eine sehr gute Nachfrage erfuhr, haben wir uns vor ein paar Jahren entschlossen, im April noch eine zweite Gebrauchtradbörse abzuhalten“, sagt Stefanie Neuhäuser. „Dann kommen vielleicht auch die zum Zug, die bei der ersten Börse kein Glück hatten.“

Traum vom Hollandrad

Julia Joos wird es auf jeden Fall ein weiteres Mal versuchen. „Ich träume schon eine ganze Weile von einem Hollandrad“, erzählt die Studentin aus Besigheim, die von ihrer Mutter Annette begleitet wurde. „Ja, so eines mit tiefem Einstieg für den wehenden Rock und Körbchen vorne und hinten für die Einkäufe“, schmunzelt Annette Joos. „Da wünscht sich meine Julia schon was sehr Spezielles“.

Dass ihr Traumrad bei der Börse am Samstag nicht dabei war, hat die Studentin verschmerzt. „Klar könnte ich auch im Internet schauen, aber ich finde es hier ganz lustig“, meint die Studentin. „Und man trifft auch eine Menge Leute. Ich komme auf jeden Fall im April wieder.“

Von der guten Stimmung berichtet auch RSV-Mitglied Gerd Weiler, der am Samstag die „Außenstelle Kinderfahrrad“ betreute. „Hier ist ganz schön was los“, sagt er und berät auf der Terrasse vor der Halle eine junge Familie, die für ihren Nachwuchs Einsteigerräder sucht. „Familien mit Kindern sind eine große Gruppe, die regelmäßig unsere Börsen besuchen“, so der erfahrene Hobbyradler. Eine weitere Gruppe sind Bahnpendler, die für die Fahrt von ihrer Wohnung zum Besigheimer Bahnhof ein einfaches, stabiles und alltagstaugliches Fahrrad suchen.

„Ich freue mich, denn ich habe für nicht einmal 100 Euro ein gutes und schickes Rad gefunden, mit dem ich morgens zum Bahnhof radeln kann“, so eine Besigheimerin, die in Stuttgart arbeitet. Knapp die Hälfte der eingestellten Räder konnte der Radsportverein am Samstag verkaufen. „Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, freut sich Hartmut Groß. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“.

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