Konzert Glanzvoller Abschied eines Ensembles

Die sieben Musiker des Saxofonensembles bei ihrem Abschiedskonzert im Besigheimer Steinhaus.
Die sieben Musiker des Saxofonensembles bei ihrem Abschiedskonzert im Besigheimer Steinhaus. © Foto: Martin Kalb
Besigheim / Susanne Yvette Walter 11.07.2018

Schon als Carsten Wetzl, Simon Bajt, Tizian Fiedler, Oliver Wetzl, Jakob Engelhard und Leroy Fiedler mit ihren Saxofonen auf der Bühne im Steinhaus-Gewölbekeller Platz nehmen, spürt man, wie selbstverständlich diese jungen Männer von Kindesbeinen an zu einer Einheit zusammengewachsen sind. Disziplin ist das Gebot der Stunde für das Ensemble. Lehrer Andreas Musch hat den sechs jungen Leuten das Rüstzeug dafür mitgegeben und an ihrem Können gefeilt – bis zum fulminanten Abschiedskonzert am Montagabend.

Markante Auftritte

„Es ist für uns eine tolle Sache, dass die Jungs – heute junge Männer – acht Jahre lang zusammen als Ensemble geprobt haben und aufgetreten sind“, erklärt Musikschulleiter Roland Haug. Dabei hat das Ensemble viele markante Auftritte gehabt. Zum Beispiel spielten sie beim Jubiläums-Festakt der Sportgemeinschaft Besigheim, beim Benefiz-Konzert für die Hippolyt-Kirche in Ottmarsheim, bei der BdS-Leistungsschau in Besigheim und bei Benefizkonzerten der BZ. Sie umrahmten  Ausstellungseröffnungen und gaben auch eigene Konzerte in der Musikschule. „Dieses Saxofon-Ensemble war immer ein musikalisches Aushängeschild der Musikschule Besigheim“, betont Haug. Sein Dank galt auch Saxofonlehrer Andreas Musch, der es mit seinem Engagement und seinem besonderen Händchen geschafft habe, talentierte Saxophonisten zu einem Ensemble zu formen.

 Mit einem weinenden Auge nehmen die Musiker Abschied von dieser gemeinsamen Zeit, die sie geprägt hat und zu dem gemacht hat, was sie heute sind: Saxofonspieler, die sich in jedem Genre auskennen, was beim Abschiedskonzert deutlich zu merken ist. Zusammen mit Lehrer Andreas Musch hefteten sie sich an die Fersen von Astor Piazzola und ließen einen seiner berühmten Tango Nuevos hören – frech, spritzig und in jeder Nuance perfekt.  Auch die großen Impressionisten wie Claude Debussy sind nicht weit, wenn das Besigheimer Saxofonensemble seine Instrumente auspackt.

Zwischen pfiffiger Unterhaltungsmusik und jazzigen Arrangements, zwischen „Klassikern“ von Michael Jackson und ins Ohr gehenden Kompositionen, die man nicht täglich zu hören bekommt, wie „Smoke gets in your eyes“, einer Komposition von Jerome Kern, bewegte sich ein unglaublich abwechslungsreicher Abend mit Glanzlichtern, die zu den großen der Rockgeschichte gehören, wie die Bohemian Rhapsody von Queen. Immer wieder streuten die Spieler mit flinken Fingern Musik ein, die die Seele baumeln lässt wie „A night in Tunesia“. Sogar Gospel-Traditionals waren dabei wie „Joshua fit the Battle of Jericho“. Jeder ist hier auf seinem Posten, und der Gesamtklang spricht für die Harmonie im Ensemble. Auch das Publikum war sich der besonderen Situation bewusst, dass es das letzte Mal war, dass diese Musiker gemeinsam auf der Bühne standen und applaudierte begeistert nach jedem Stück.

Die Wege trennen sich

Jetzt trennen sich die Wege der Saxofonisten, da nach dem Abitur, bereits begonnenem Studium oder Ausbildung das Ende ihrer musikalischen Ausbildung in der Musikschule Besigheim gekommen ist. In der Musikschule freut man sich schon auf den Aufstieg des zweiten Saxofon-Ensembles, das ebenfalls von Andreas Musch geleitet wird und bereits in den Startlöchern steht. „Seit einer Weile schon arbeitet Andreas Musch intensiv mit dem Saxofonensemble zwei. Er ist ein Profi durch und durch, der im Jazz zuhause ist und selbst alle Arten von Saxofon spielt“, erzählt Musikschulleiter Haug. Aus seiner Schar von 50 Schülern hat Andreas Musch die Musiker ausgewählt. „Er hat ein   besonderes Händchen dafür, talentierte Einzelspieler zu einem Ensemble zu formen und gemeinsam musikalisch weiterzubringen“, verrät Haug. Man darf gespannt sein.

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