Neckarwestheim GKN braucht weiter Neckarwasser

Die EnBW will für das GKN eine weitere Erlaubnis für die Entnahme von Kühlwasser aus dem Neckar beantragen.
Die EnBW will für das GKN eine weitere Erlaubnis für die Entnahme von Kühlwasser aus dem Neckar beantragen. © Foto: Werner Kuhnle
BZ 28.06.2016
Die EnBW Kernkraft GmbH (EnKK) wird in diesem Jahr für das GKN eine neue Erlaubnis zur Entnahme und Wiedereinleitung von Wasser aus dem Neckar beantragen.

Eine neue behördliche Erlaubnis zur Entnahme und Wiedereinleitung von Wasser aus dem Neckar  für das Kernkraftwerk Neckarwestheim (GKN) ist nötig, weil die Gültigkeit der bestehenden Erlaubnisse für die Blöcke GKN I und II in absehbarer Zeit ablaufen wird. Bevor die EnBW Kernkraft (EnKK) die neue Erlaubnis beantragt, führt sie eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung durch und stellt hierfür weitere Informationen zur Verfügung, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

Für Betrieb und Nachbetrieb sowie während des Rückbaus der beiden Kraftwerksblöcke wird auch in Zukunft Neckarwasser benötigt. Es wird für die Kühlung verschiedener Komponenten der Anlagen eingesetzt, ohne dabei in Kontakt mit nuklearen Kreisläufen zu kommen. Für die Nutzung des Wassers und ebenso für seine Wiedereinleitung benötigt die EnKK eine sogenannte „wasserrechtliche Erlaubnis“. Diese deckt auch die Einleitung von Betriebsabwässern ab, die nur unter Einhaltung strenger Vorgaben in den Neckar eingeleitet werden dürfen.

Die bestehenden Erlaubnisse sind noch bis Ende 2018 beziehungsweise Ende 2021 gültig, teilt das Unternehmen mit. Betrieb, Nachbetrieb beziehungsweise Rückbau der Anlagen gehen über diese Fristen hinaus, teilt die EnKK mit. Im Rahmen der behördlichen Zuständigkeit ermittelt die untere Wasserbehörde – also das Landratsamt Heilbronn – den Sachverhalt, hört die Beteiligten an und führt die erforderlichen Verfahrenshandlungen durch. Das Landratsamt in Ludwigsburg legt dann der obersten Wasserbehörde, dem Umweltministerium Baden-Württemberg, die Akten mit einem Entscheidungsentwurf vor.

Info Vor der Antragstellung führt die EnKK eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung durch. Im ersten Schritt hat die EnKK hierzu eine Informationsunterlage auf der EnBW-Website veröffentlicht, in der die verschiedenen Aspekte des Vorhabens erläutert werden. Auf dieser Basis können interessierte Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen, Anmerkungen oder Hinweise bis zum 18. Juli 2016 an die EnKK senden: EnBW Kernkraft GmbH, Im Steinbruch, Neckarwestheim.

www.enbw.com/neckarwestheim

Welche Abwasser gibt es im GKN?

Antrag Für die Blöcke GKN I und GKN II wird von den ENKK  jeweils beantragt: Kühlwasserentnahme und -einleitung, Einleitung konventionelles und nukleares Betriebsabwasser.

Betriebsabwasser Beim Betrieb eines Kernkraftwerks unterscheidet man zwischen konventionellem und nuklearem Betriebsabwasser. Das in den konventionellen Anlagenbereichen anfallende Abwasser wird in Sammelbecken gesammelt und beprobt. Erfüllen die dabei gemessenen Werte die behördlich genehmigten Vorgaben, wird das Abwasser in den Neckar abgegeben. Konventionelles Betriebsabwasser fällt zum Beispiel bei der Neutralisation in der Vollentsalzungsanlage an, in der Wasser für die Nutzung in den Anlagen entmineralisiert wird. In den Kontrollbereichen der Blöcke I und II wird dort anfallendes radioaktives und nicht-radioaktives Abwasser gesammelt und aufbereitet. Die aufbereiteten Abwässer werden anschließend kontrolliert über eine Abwasseranlage in den Neckar geleitet. Hierfür werden die anfallenden Abwässer in Sammelbehältern gesammelt und aufbereitet. Die aufbereiteten und zur Abgabe vorgesehenen Abwässer werden in Kontrollbehältern radiologisch und chemisch untersucht. Entsprechen die gemessenen Werte den behördlich genehmigten Vorgaben, wird das Abwasser in den Neckar abgegeben. Während dieser Abgabe werden die Aktivitätskonzentration gemessen und aufgezeichnet. Zum nuklearen Betriebsabwasser gehören  Wasch-, Dusch- und Laborabwasser aus den Kontrollbereichen von GKN I und GKN II.