Besigheim Gericht: Teurer Diebstahl im Sportstudio

Besigheim / HEIKE ROMMEL 17.06.2013
Wegen Diebstahls in besonders schwerem Fall wurde 21-Jähriger Jugendgericht zu einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt. Außerdem hat er sein Lehrstelle verloren.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Lehrling ab September 2011 immer wieder lange Finger gemacht hat. Wie viel Geld am Ende fehlte, konnte gar nicht mehr genau festgestellt werden, aber es handelte sich um Beträge zwischen 20 und 40 Euro. Angeklagt waren neun Einzelfälle, von denen sechs im Hinblick auf drei schwerwiegendere eingestellt wurden, weil sie sich auf das Strafmaß nicht groß ausgewirkt hätten.

Der Angeklagte bestritt die Tatvorwürfe und erklärte: "Ich habe ein Jahr lang um meinen Ausbildungsplatz gekämpft. Den setze ich doch nicht aufs Spiel wegen zehn oder 20 Euro." Doch Zeugen sagten aus, er hätte mehrmals behauptet, er habe seinen Spindschlüssel verloren und bräuchte den Zentralschlüssel. Außerdem habe auch manchmal Geld in der Kasse gefehlt, wie die 56-jährige Büroleiterin berichtete. Auch ihre Kolleginnen sagten aus, nachdem sie die Kasse abends weggesperrt hätten, hätte am nächsten Morgen Geld gefehlt. Sehr lange nicht drauf gekommen, dass ihm Geld fehlt, war ein 74-jähriger Kunde des Sportstudios aus Besigheim. Zu Hause über dem Haushaltsbuch brütend, habe er sich nicht erklären können, warum im November und Dezember jeweils 200 Euro fehlen. Er habe nachgeforscht und dann vermutet, dass sie ihm aus seinem Spind im Sportstudio entwendet wurden. Denn dort habe er immer seinen Geldbeutel gehabt. Eines Tages hätten wieder 50 Euro gefehlt, erzählte der Rentner. Da habe er ein Schreiben in den Spind gelegt, der Lehrling solle sich melden. Junge Leute machten eben manchmal Fehler und man könne doch darüber reden. Als er wieder zu seinem Spind gekommen sei, habe das Papier anders da gelegen als vorher. "Ich hab ihn aber nicht angezeigt, denn ich habe ja keinen Beweis", beendete der Rentner seine Zeugenaussage.

Nach dieser Beweisaufnahme beteuerte der Angeklagte immer noch seine Unschuld und stellte die Sache so dar, als steckten die Kolleginnen alle unter einer Decke und wollten ihm die ganzen Diebstähle in die Schuhe schieben. Dafür waren dem Gericht die zeitlichen Zusammenhänge zu eng, denn dann müssten ja in einer Woche drei verschiedene Personen den gleichen Betrag gestohlen haben.

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