Erzählcafé Generationen im Gespräch: Jung und Alt profitieren

Zum Erzähl-Café im Besigheimer Robert-Breuning-Stift brachten der Friedrich-Schelling-Gemeinschaftsschule den Senioren einen Lesekoffer mit.
Zum Erzähl-Café im Besigheimer Robert-Breuning-Stift brachten der Friedrich-Schelling-Gemeinschaftsschule den Senioren einen Lesekoffer mit. © Foto: Martin Kalb
Besigheim / von Susanne Yvette Walter 18.05.2018

Alt und Jung sollen sich begegnen, weil die Generationen voneinander profitieren können. Das ist die Grundidee, die hinter der Kooperation zwischen der Friedrich-Schelling-Schule und dem Robert-Breuning-Stift steckt. In die Seniorenresidenz kommen die Besigheimer Schüler schon länger. Jetzt wurde mit dem Erzählcafé ein weiterer Raum der Begegnung geschaffen.

Einmal im Monat soll es in der Cafeteria der Besigheimer Seniorenresidenz Robert-Breuning-Stift auf dem Bülzen nun ein weiteres Treffen zwischen Schülern und Senioren geben,  mit der Schaffung des Erzählcafés ist eine weitere Plattform für Begegnungen geschaffen worden.

Das Erzählcafé steht jedes Mal unter einem besonderen Motto. Beim ersten Treffen unterhielten sich Senioren und Schüler über ihr Leben in der Schule. Da kam vieles zur Sprache, was sich die junge Generation heute kaum mehr vorstellen kann. Aber auch umgekehrt erfuhren Senioren vieles über die Schulatmosphäre heute. Am 27. Juni ist bereits das dritte Erzählcafé geplant, denn die Resonanz von beiden Seiten sei sehr gut, berichtet Beate Makowiet, Lehrerin an der Friedrich-Schelling-Gemeinschaftsschule.

Dann soll es in der Cafeteria des Seniorenstifts um das Thema „Reiseerlebnisse früher und heute“ gehen. Ganz wichtig: „Im Erzählcafé findet ein Austausch statt. Beide Seiten sollen zu Wort kommen, und Zuhörer oder Teilnehmer von außen, etwa aus dem Freundes- oder Familienkreis der Teilnehmer, sind willkommen“, beschreibt Makowiet die offene Struktur. Der rege Austausch zwischen vielen Bewohnern und der Besigheimer Schule hat seinen Ursprung in einer Idee der Diakonin Sybille Zimmer aus Kirchheim, die ursprünglich eine Theater-AG für Senioren und Schüler auf die Beine gestellt hatte. „Daraus ist letztlich das Erzählcafé entstanden“, sagt Makowiet.

Für die Theatergruppe hatte man von Seiten der Schule und des Seniorenstifts Sandra Willmann als freischaffende Theaterpädagogin engagiert, damit sie Schüler und Bewohner anleitet. Daraus wuchs das Erzählcafé, das an diesem Mittwoch allein 30 Bewohner anzog.

Gemeinsam mit der Diakonin Sybille Zimmer bereiten Lehrer und Mitarbeiter des Seniorenstifts das Erzählcafé vor. Diesmal wurde vor aller Augen ein Koffer mit typischen Utensilien zum Thema Mai wie Maiglöckchen und einem Schleier geöffnet, weil im Mai traditionell gern geheiratet wird und vieles mehr. Die Gegenstände waren als kleine Anregung gedacht, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Thema der Begegnung im Erzählcafé lautete nämlich „Brauchtum im Mai“.

An der Kooperation zwischen Seniorenstift und Schule nehmen Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 15 Jahren teil. „Schön, wenn man sieht, mit wie viel Herzblut die Kinder dabei sind und sich um die älteren Menschen kümmern und umgekehrt“, erzählt Makowiet. Das Ganze läuft in AG-Form ab. „Das bedeutet alle Schüler haben sich freiwillig dafür gemeldet und haben Freude an diesem Kontakt. Gemeinsam basteln und spielen sie mit den älteren Herrschaften. Sie gehen mit ihnen spazieren und unterhalten sich, das ist das A und O“, berichtet die Lehrerin und unterstreicht, dass es für beide Seiten wichtig sei, dass dieser Kontakt nach außen besteht.

Für Pflege interessieren

Auch im Sinne der Berufsorientierung leiste die Kooperation, die nun ins dritte Jahr geht, wertvolle Dienste, denn sowohl Schüler als auch die Leitung des Seniorenstifts können so direkt miteinander in Kontakt kommen. Davon profitieren Jugendliche, die sich für einen Pflegeberuf interessieren und die Heimleitung, weil diese gleich sehen kann, wer sich wie im Kontakt mit Senioren verhält.

Die VR-Bank und andere Träger unterstützen diese Zusammenarbeit finanziell.

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