Jubiläum Geborgenes Schulleben im Städtle

Es gab ein Schulfest in der Schule am Steinhaus zum 30-jährigen Bestehen.
Es gab ein Schulfest in der Schule am Steinhaus zum 30-jährigen Bestehen. © Foto: Helmut Pangerl
Besigheim / Susanne Yvette Walter 08.05.2017

Ganz vorsichtig müssen Autofahrer am Samstagnachmittag auf Höhe der Schule im Steinhaus um die Ecke biegen. Ein Lotse sorgt dafür, dass das Bobbycar-Rennen der Schule im Steinhaus in Besigheim ohne Unfall ablaufen kann. Das Schulfest in der Schule im Steinhaus, das alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Tag der offenen Tür abgehalten wird, ist ein richtig buntes und pulsierendes Fest. „Die älteren Klassen stellen es weitgehend auf die Beine“, verrät Schulleiterin Sabine Müller, die hier seit drei Jahren das Zepter hält.

Zum 30-jährigen Bestehen kommen auch ihre Vorgänger im Amt, Karl Kern, der hier fünf Jahre Schulleiter war und über 40 Jahre dem Kollegium angehörte und Karl-Heinz Wilhelm, der 34 Jahre die Geschicke an der Schule leitete. Beim gemeinsamen Gespräch im Schulhof zeigen sie den langen Weg auf, der die Schule zu dem gemacht hat, was sie heute ist, zu einem sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum für Eltern, Erzieher und Sonderpädagogen.

Schule als Anlaufstelle

Angefangen hat alles in den beiden Gebäuden, die Jahrzehnte davor schon als Schulgebäude genutzt wurden. „Dort war früher die Lateinschule angesiedelt, dann das Progymnasium, die Realschule war hier zu Gast, bis schließlich die Schule im Steinhaus Förderschule wurde“, erinnert sich Karl-Heinz Wilhelm. „In den Anfangszeiten als Förderschule unterrichteten wir hier nicht viel anders als in der Grundschule, nur dass man auf die Kinder mehr eingegangen ist“, weiß sein Nachfolger Karl Kern. Doch die Zeiten sind längst vorbei: „Heute ist die Schule auch eine Anlaufstelle für Eltern, Erzieher und Sonderpädagogen mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Wir sind nicht nur Schule, wir sind mehr noch Beratungszentrum“, erklärt Schulleiterin Sabine Müller. 1989 kam zu den beiden bestehenden Gebäuden das dritte auf der gegenüberliegenden Seite dazu – ein neues Gebäude, das damals gebaut wurde und der Platznot an der Schule im Steinhaus sehr entgegen kam. 80 Schüler erleben hier heute eine individuelle Förderung mit Berufsanbindung. 15 weitere sind im Inklusionsangebot in der Friedrich-Schelling-Schule.

Im Unterschied zu den ersten Jahren gibt es heute eine Fülle von zusätzlichen Angeboten, die Ehrenamtliche übernehmen, und damit entscheidend zur Förderung der Schüler beitragen. Das fängt bei der individuellen Leseförderung an und geht bei den Berufspaten weiter, die die Kinder auf ihrem Weg ins Berufsleben begleiten.  Einen weiteren wichtigen Platz nimmt seit sieben Jahren die Kunsttherapie ein, lässt Sabine Müller wissen. Ebenso hat die Ergotherapie und die Logopädie seit diesem Schuljahr Einzug gehalten an der Schule. Eine Fülle von AGs bereichern das Schulleben. Das reicht von der Tennis-AG bis zur Gastro-AG, in der die Schüler nicht nur lernen, mit Lebensmitteln umzugehen, sondern auch zu bewirten und Küchenhygiene zu halten. Seit diesem Schuljahr ist die Schule im Ganztagsbetrieb an drei Nachmittagen.

Kooperation mit Fitkom

Seit Jahren gibt es eine sehr intensive Kooperation mit dem Fitkom in Besigheim, in dem Schüler der Förderschule vielseitige sportliche Möglichkeiten haben, an Kursen teilnehmen und die Kletterlandschaft nutzen können. Auch beim Musicalprojekt der Friedrich-Schelling-Schule sind einige Schüler beteiligt. „Beim Lesewettbewerb der sonderpädagogischen Bildungseinrichtungen gewinnen wir schon traditionell“, erzählt die Schulleiterin stolz. „Während sich andere Schulen außerhalb auf der grünen Wiese niedergelassen haben, wollten wir von Anfang an im Städtle bleiben“, macht Ex-Schulleiter Karl- Heinz Wilhelm deutlich. „Hier finden wir den geborgenen Rahmen, der unseren Schülern gut tut“, ergänzt Sabine Müller seine Worte. Und so wundert es an diesem Nachmittag keinen, dass der dreijährige Theo Hildebrand lautstark über den Hof ruft, dass er auf keinen Fall nach Hause gehen will. Am Tischkicker hat er viel zu viel Spaß mit den großen Schülern, als dass er das einsehen würde.