Besigheim Gebäude der Stadt sparen viel Energie

Seit zwei Jahren wird das Besigheimer Freibad über ein Blockheizkraftwerk mit Energie versorgt. Von hier aus führt eine Nahwärmeleitung zum Flüchtlingsheim.
Seit zwei Jahren wird das Besigheimer Freibad über ein Blockheizkraftwerk mit Energie versorgt. Von hier aus führt eine Nahwärmeleitung zum Flüchtlingsheim. © Foto: Martin Kalb
Michael Soltys 01.09.2018

Seit dem Jahr 2006 arbeitet die Stadt Besigheim mit einer Energieagentur zusammen, um den Verbrauch an Strom und Wärme in den städtischen Liegenschaften in den Griff zu bekommen und möglichst zu senken. Die ist auch gelungen, wie der jährliche Bericht von Roland Engel von der Agentur „isuf“ im Saarland jetzt im Gemeinderat wieder bestätigte. Nach den deutlichen Anfangserfolgen ist mittlerweile aber eine gewisse Stagnation spürbar, wie auch im Gemeinderat festgestellt wurde.

Überwachung und Steuerung

Unzufrieden mit der Entwicklung ist allerdings niemand. Denn die absoluten Verbrauchszahlen des Jahres 2017 müssen in Relation zu den überwachten Flächen gesetzt werden, die um mehr als 5000 Quadratmeter angestiegen sind. Immer mehr Gebäude sind in die Überwachung und Steuerung einbezogen worden, machte Engel im Gremium noch einmal deutlich. Ab  2015 kamen das neue Kinderhaus am Wörth und der benachbarte Kindergarten hinzu. Es folgten der Bauhof, die Kindertagesstätte Liebensteiner Straße in Ottmarsheim und vor allem das Mineralparkfreibad und die Asylbewerberunterkunft. Um die Versorgung dort zu optimieren, wurde im Freibad ein Blockheizkraftwerk gebaut und die Wohnheime über eine Nahwärmeleitung daran angeschlossen.

Gegenüber dem Vorjahr reduzierte sich der Stromverbrauch weiter um ein Prozent, so Engel, und der Wasserverbrauch sank um etwa fünf Prozent. Bleiben Freibad und Flüchtlingswohnheim unberücksichtigt, verharrte auch der Wärmeverbrauch auf dem Vorjahresniveau. Der Bericht Engels zeigt allerdings auch, dass 2017 allein rund 570 000 zusätzliche Kilowattstunden Wärme auf das Konto der vier Flüchtlingswohnheime gehen, die im Jahr 2016 noch nicht voll belegt waren.

 Erst der Vergleich mit dem Anfangsjahr 2005 der Energieüberwachung macht allerdings deutlich, in welchem Umfang die Stadt mittlerweile einspart. Aktuell liegt der Wasserverbrauch um 37 Prozent unter dem Niveau von 2005, beim Stromverbrauch beträgt die Differenz 28 Prozent, beim Verbrauch von Wärme sind es knapp 24 Prozent. Engel machte folgende Rechnung auf. Legt man das Jahr 2005 zu Grunde hat die 2017 rund 70 000 Euro für Heizkosten eingespart. An Kosten für den Strom konnten 69 000 Euro vermieden werden. Auch in diese Berechnung wurden Freibad und Flüchtlingsheim allerdings nicht einbezogen. Günstig fällt auch die Bilanz der Kohlendioxidemissionen aus, rechnete Engel vor. Er reduzierte sich trotz des Flächenzuwachses um 368 Tonnen. Bezogen auf den Quadratmeter sank er damit um 37,6 Prozent.

Ein wichtiges Handlungsfeld für die Zukunft sieht Engel im Schulzentrum. Hier würde sich ein Blockheizkraftwerk rechnen, sagte Engel auf Nachfrage von Hansjörg Kollar vom Bündnis Mensch und Umwelt. Er hatte darauf hingewiesen, dass das Schulzentrum der höchste Verbraucher ist. Schulzentrum und Neckarhalle bieten das größte Potential für weitere Einsparungen, sagte Achim Schober von der CDU.

Keine Dienstanweisung

Eine Dienstanweisung für den Umgang mit Energie in städtischen Gebäuden hält Engel für wenig hilfreich. Dafür funktioniert die Zusammenarbeit mit den Hausmeistern und den dienstleistenden Firmen einfach zu gut, machte er deutlich. Für wichtig hält er dagegen den Beitritt der Stadt zum Klimaschutzpakt des Landes Baden-Württemberg. Dadurch könnten sich möglicherweise „zusätzliche Ressourcen“ ergebe, womit Engel Fördermittel für bestimmte Maßnahmen ansprach.

Den Beitritt zum Klimaschutzpakt hatte die BMU bereits für 2017 beantragt, betonte ihr Sprecher Helmut Fischer. Einen entsprechenden Beschluss wird die Stadtverwaltung dem Gemeinderat noch in diesem Jahr vorlegen.

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