Sachsenheim / Von Michael Soltys

In den großen Pausen, zur Mittagszeit, zu Schulbeginn und am Schulende ist die Schranke unten, gehen die Kinder zum Unterricht, schwenkt sie wieder hoch. Die Rede ist von der Schranke auf dem Gelände der Friedrich-Schelling-Schule. Sie hält den Verkehr auf, wenn sich mehrere Hundert Kinder von der ersten Klasse an auf dem Schulgelände austoben.

Antrag wird geprüft

Aus Sicht der dreiköpfigen SPD-Fraktion im Besigheimer Gemeinderat ist das kein Ruhmesblatt. Die Besigheimer Schule sei nur noch eine von zwei Schulen in ganz Bande-Württemberg mit einer öffentlichen Straße mitten über den Schulhof. Die Sozialdemokraten wollen das ändern und haben deshalb bei den Haushaltsberatungen den Antrag gestellt, die Schranke während des gesamten Unterrichts zu schließen, also von 7.30 bis 15.45 Uhr.

Diesen Antrag wird die Stadtverwaltung jetzt prüfen, wurde im Gemeinderat vereinbart. Erfahrungsgemäß benutzen immer noch viele Besigheimer die Kirchstraße, um durch die Altstadt ins Wohngebiet Schimmelfeld oder in Richtung Ingersheim zu fahren. Sie müssten im Fall einer Sperrung vor der Schule über die Pfarrgasse erst scharf rechts und dann scharf links abbiegen, um Richtung Schimmelfeld weiterfahren zu können. Kein Problem, meint die SPD. Von einem stockenden Verkehr bei geschlossener Schranke will die SPD bisher nichts bemerkt haben, die Schließung stelle jedenfalls keinen gravierenden Nachteil dar.

Auf dem Schulgelände selbst gilt Tempo 7, erst später darf wieder Tempo 30 gefahren werden. In seltenen Fällen wird dort die Geschwindigkeit gemessen, aktuelle Daten hatte Sabine Keller, die Leiterin des Ordnungsamtes, auf BZ-Anfrage nicht zur Hand. Die Stadt habe beim Bund des Selbstständigen und beim MCB, der Organisation der Ladeninhaber, angefragt, ob die enge Verkehrssituation möglicherweise für den Lieferverkehr ein Problem sei.

Bisher keine Unfälle

Unfälle, an denen Pkw und Kinder beteiligt waren, hat es auf dem Durchfahrtsweg bisher nicht gegeben, sagte Schulleiterin Renate Opiolla. An gefährliche Situationen kann sie sich allerdings umso besser erinnern. Die Kinder wechseln die Straßenseite, auch wenn die Schranke nicht geschlossen ist, oft genug nur durch einen Schrei eines Lehrers vor Gefahren gewarnt. Die Kinder gehen zu ihren Lesepaten, müssen in den Computerraum oder zum Sportunterricht. „Die Straße ist für die Kinder Schulhof“, sagt Opiolla, ob nun die Schranke geschlossen ist oder nicht. „Die Kinder rennen einfach los.“ Für die Schulleiterin und ihr Kollegium ist es deshalb keine Frage, dass die Schranke während des Unterrichts komplett geschlossen werden sollte. „Wir befürworten das definitiv.“

Gute Erfahrungen hat die Schulleiterin mit einer anderen Verkehrsregelung gemacht, die ebenfalls dem Schutz der Schüler gilt. Seit einiger Zeit gilt ab 7 Uhr morgens eine Einbahnregelung, die es Autofahrern untersagt, vom Bäcker Link aus in die Turmstraße einzufahren. Das gilt vor allem für die Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Sie müssen zu diesem Zweck jetzt durch die Stadt fahren. „Das ist schon eine Entlastung“, sagt Opiolla.