Walheim Freude und Respekt vor dem Amt

Die erste Walheimer Bürgermeisterin Tatjana Scheerle mit Landrat Dr. Rainer Haas (rechts) sowie dem stellvertretenden Bürgermeister ­Wilhelm Weiß in der Walheimer Gemeindehalle.
Die erste Walheimer Bürgermeisterin Tatjana Scheerle mit Landrat Dr. Rainer Haas (rechts) sowie dem stellvertretenden Bürgermeister ­Wilhelm Weiß in der Walheimer Gemeindehalle. © Foto: Martin Kalb
Walheim / Jürgen Kunz 12.09.2018

Mit 55,44 Prozent setzte sie sich am 15. Juli im zweiten Wahlgang durch, seit 3. September bereitet sich die 35-jährige Diplom-Verwaltungswirtin im Walheimer Rathaus auf ihre neue Aufgabe vor, seit Dienstagabend nun ist Tatjana Scheerle nach Verpflichtung und Amtseid Bürgermeisterin in der Neckargemeinde.

Die vergangenen Monate hätten ihr gezeigt, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei, sich dieser Aufgabe zu stellen, sagte Scheerle am Dienstagabend in der Walheimer Gemeindehalle. „Die intensive Zeit im Wahlkampf konnte ich bei unseren Begegnungen nutzen, Ihre Wünsche und Ideen besser kennenzulernen“, betonte die neue Rathauschefin, und sie wünsche sich diese offenen Gespräche auch in der Zukunft. Scheerle weiß um die hohe Erwartungshaltung an sie als Bürgermeisterin, dennoch könne man „nicht immer allen Wünschen und Terminen gerecht werden“.

„Ich habe vielleicht auch mal andere Ansichten im Gemeinderat oder bei der täglichen Arbeit in der Verwaltung. Und ich entschuldige mich dafür, wenn ich nicht gleich alle Ihre Anliegen bearbeiten kann“, warb die neue Bürgermeisterin auch um ein wenig Geduld, zumal die Erwartungshaltung an eine Bürgermeisterin sicherlich hoch seien. Wichtig sei ihr, dass die Zukunft von Walheim gemeinsam gestaltet wird – „auf Augenhöhe mit Bürgern, Vereinen und Mitarbeitern“.

Dass sie nun als Bürgermeisterin arbeiten dürfe, erfülle sie mit Stolz, aber auch mit Respekt für die vor ihr liegenden Aufgaben. In dem Vertrauen der Wähler, liege, so Scheerle, auch die Forderung nach Leistung. Die ersten Tage im Walheimer Rathaus, habe sich gezeigt, „dass ich engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe und wir gemeinsam einiges erreichen können“.

Mit dem Ablegen des Amtseids ist Scheerle nun seit Dienstag, 19.15 Uhr, die erste Bürgermeisterin in Walheim, wie der stellvertretende Bürgermeister Wilhelm Weiß betonte. „Sie brauchen viel Energie und Durchhaltevermögen“, sagte Weiß als er Scheerle ihren persönlichen Rathausschlüssel mit dem gestickten Namensanhänger „Tatjana“ gab.

Eine neue Zeitrechnung

Für Walheim breche nach Einschätzung von Landrat Dr. Rainer Haas „eine neue Zeitrechnung mit einer neuen Bürgermeisterin an“. Er erinnerte an Scheerles Tätigkeit als Verwaltungsfachangestellte im Walheimer Rathaus von 2002 bis 2010. Damals habe es ihr in der Neckargemeinde so gut fallen, dass sie damals, wohl eher scherzhaft, gesagt haben, wenn sie einmal Bürgermeisterin werde, dann nur in Walheim.

„Es wird auf Sie einiges zukommen“, so Haas, denn eine Gemeinde sein nie etwa Fertiges und es sind viele Entscheidungen notwendig. Doch da Scheerle im Rahmen ihrer Ausbildung auch vier Monate im Landratsamt gewesen war, sei sie „geadelt für höhere Aufgaben“, merkte er launig an.

Idee einer Städtepartnerschaft

„Über 55 Prozent Zustimmung bei einem respektablen Bewerberfeld im zweiten Wahlgang sind eine gute Grundlage für die kommenden acht Jahre“, merkte Steffen Bühler, in seiner Funktion als Bürgermeister der Nachbarstadt Besigheim an. Er überbrachte nicht nur gute Wünsche der Kollegen aus dem Landkreis, aus dem Gemeindeverwaltungsverband Besigheim, dem Zweckverband Industriegebiet, dem Bürgermeistersprengel, dem Bürgermeisterverband und „allen Einrichtungen und Verbänden, denen die Gemeinde Walheim angehört“.

Bühler hatte auch eine charmante Idee mit Blick auf den beruflichen Werdegang seiner neuen Kollegin Scheerle parat: „Ich habe gelesen, dass du eine Zeit lang in Shoalhaven City Council an der Westküste Australiens gearbeitet hast.“ Eine Partnerschaft zwischen einer Kreiskommune und einer australischen Stadt gebe es bisher noch nicht. Es seien allerdings auch 16 500 Kilometer zwischen Walheim und dieser Stadt. „Auch nicht ganz nahe. Aber mal sehen, vielleicht macht ihr da ja was“, so der Besigheimer Bürgermeister. Schließlich treffe Scheerer in Walheim auf eine schöne und lebendige Gemeinde, die über die notwendige Infrastruktur verfüge, die verkehrsgünstig liege, einen Zuganschluss hat und die viel Charme und Reiz versprühe.

Auch Landrat Haas machte der neuen Bürgermeisterin Mut für ihre künftigen Aufgaben, natürlich mit einem schon gewohnten Zitat aus der Beschreibung des Oberamts Besigheim über Walheim aus dem Jahr 1853: „Die Einwohner sind im Allgemeinen ziemlich bemittelt, sehr fleißig und sparsam.“ Und er forderte die zahlreichen Walheimer Bürger in der Gemeindehalle auf: „Seien Sie nett zur Ihrer neuen Bürgermeisterin.“

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