Besigheim Freibad macht neue Sorgen

Hinein ins Vergnügen. Die Schäden am Edelstahlbecken der Schwimmer sind weitgehend behoben. Doch das Freibad verursacht neue Kosten. Jetzt müssen die Filter erneuert werden.
Hinein ins Vergnügen. Die Schäden am Edelstahlbecken der Schwimmer sind weitgehend behoben. Doch das Freibad verursacht neue Kosten. Jetzt müssen die Filter erneuert werden. © Foto: Kalb
Michael Soltys 18.05.2018

Zufriedenheit wechselte sich in den Gesichtern der Besigheimer Stadträte mit neuen Sorgenfalten ab, als sie jetzt vor der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik das Schwimmerbecken im Freibad besichtigten. Zufriedenheit, weil die Schäden am gerade erst sanierten Becken zum größten Teil beseitigt sind und Besorgnis, weil mit der Sanierung der Filtertechnik hohe Kosten entstehen, die den Haushalt der Stadt ab dem Jahr 2019 belasten werden.

Groß waren die Hoffnungen gewesen, als im Mai 2015 das damals frisch sanierte Schwimmerbecken im  Freibad in Betrieb genommen wurde. Der Gemeinderat hatte sich für eine vergleichsweise teure Auskleidung mit  Edelstahl entschieden, um eine dauerhafte Lösung zu schaffen, nachdem zuvor immer wieder schadhafte Fliesen im Schwimmerbecken erneuert werden mussten. Und dann das: Schon in der ersten Saison wies der  Edelstahl kleine Rostschäden und farbliche Veränderungen auf.

Verursacher gefunden

Die Suche nach der Ursache war  schwierig, renommierte Labore wurden mit Gutachten beauftragt. Sie bestätigten der ausführenden Firma: Weder liegt es am Material noch ist beim Einbau des  Edelstahls gepfuscht worden. Schon bald fiel der Verdacht auf die Filtertechnik, die feine Partikel von Sand und Anthrazitkohle in das Becken eindringen ließ, was zur Korrosion beitrug.

Noch immer sind jetzt Verfärbungen im Becken erkennbar, doch die Rostansätze sind in weiten Teilen entfernt worden, sagte Stadtbaumeister Andreas Janssen bei der Besichtigung. Einige Platten wurden ausgetauscht. Es sei ein „akzeptabler Zustand erreicht“, sagte Ingenieur Ulrich Schwerdtle vom Ingenuerbüro Fritz aus Bad Urach, der mit den Planungen beauftragt war.

Einigung über Kosten

Er sei froh, dass eine gerichtliche Auseinandersetzung vermieden werden konnte, so Schwerdtle weiter. Stadt und ausführende Firma hatten sich auf eine Aufteilung der Kosten von rund 35 000 Euro geeinigt. Die Rechnung steht allerdings noch aus, sagte Stadtbaumeister Janssen.

Dafür kündigen sich neue Kosten an. Denn die Filtertechnik der Freibad-Becken wurde 1984 eingebaut und ist in die Jahre gekommen. Alleine für die Erneuerung der Filter  für das Schwimmerbecken und den umständlichen Einbau rechnet der Stadtbaumeister mit Kosten von mehr als 200 000 Euro.   In einem zweiten Abschnitt könnten möglicherweise die Filter für das Nichtschwimemrbecken erneuert werden. Bis Juni will Schwerdtle jetzt den Stadräten und der Besigheimer Verwaltung entsprechende Vorschläge vorlegen, um rechtzeitig vor der Saison 2019 ausschreiben zu können.