Walheim / Roland Willeke  Uhr

Über Pfingsten weilte einmal mehr eine Delegation frankophiler Bürger aus Walheim und Umgebung in Walheims Partnergemeinden jenseits des Rheins. Jedes Jahr organisieren die „Freunde Frankreichs Walheim“ und ihre Partner vom französischen „Comité de jumelage des Grées“ abwechselnd einen partnerschaftlichen Austausch zwischen Walheim und den Partnerkommunen an der Loire.

Walheim hat mit Anetz, Saint-Herblon, La Roche Blanche und Pouillé-les-Côteaux deren gleich vier, wobei sich die Walheimer in den letzten Jahren an einen neuen Namen gewöhnen mussten: 2016 fusionierten die Gemeinden Anetz und Saint-Herblon zur neuen Kommune Vair-sur-Loire. Walheims Partnergemeinden haben zusammen derzeit rund 6800 Einwohner und liegen an der Loire, direkt am Tor zur Bretagne, dem Landstädtchen Ancenis, auf halbem Weg zwischen Angers und Nantes. Bis dahin sind es von Walheim knapp 1000 Kilometer.

Eigentlich hatte Tatjana Scheerle, Walheims neu gewählte Bürgermeisterin, das Jubiläum (siehe Info-Kasten) zum Anlass nehmen wollen, die Partnergemeinden und ihre Repräsentanten persönlich kennenzulernen. Aber sie musste die Reise im letzten Moment wegen Krankheit absagen. Schade, war man doch in Frankreich schon so gespannt auf die neue Madame le Maire gewesen.

30 Walheimer reisen mit

Letzten Endes reiste nur ein von der Bürgermeisterin gestiftetes Bäumchen – ein zwei Meter hohes Buchenstämmchen – verbunden mit den besten bürgermeisterlichen Grüßen aus dem Walheimer Rathaus zusammen mit rund 30 Walheimern unter der Leitung von Klaus Goldmann, vor 30 Jahren Initiator der Partnerschaft und bis heute Vorsitzender des Walheimer Partnerschaftsvereins, an die Loire.

In Pouillé-les-Côteaux, der kleinsten Partnergemeinde, wurde das Bäumchen von den stellvertretenden Bürgermeistern der Partnergemeinden und der Walheimer Gemeinderätin Gabriele Weiß, die zusammen mit ihrem Gemeinderatskollegen Albrecht Noller die offizielle Vertretung der Walheimer übernommen hatte, in französische Erde gepflanzt. Der sich anschließende deutsch-französische Abend mit kulinarischen Beiträgen der gastgebenden Familien – die Walheimer legen Wert darauf, die Teilnehmer an den Austauschveranstaltungen privat unterzubringen – stand ganz im Zeichen der Erinnerung an die vergangenen 20 Jahre und nicht zuletzt im Zeichen der Freundschaft.

Und das nicht nur deshalb, weil die Walheimer ihren Gastgebern den Comedian-Hamonists-Klassiker „Ein Freund, ein guter Freund“ nahe brachten. Ein Freund bleibt eben immer Freund, auch nach 20 Jahren. Emotionaler Höhepunkt des Abends war die von Deutschen und Franzosen im Wechsel in beiden Sprachen gesungene Ode an die Gedankenfreiheit „Die Gedanken sind frei“ - „La Liberté de penser“.

Ausflug an Atlantik

Das vom französischen Partnerschaftskomitee organisierte Touristik-Programm führte die Walheimer an den nahen Atlantik und nach Nantes, der einstigen Hauptstadt der Bretagne, nicht ohne vorher noch Station in einem nahen Weingut zu machen, um die Vorräte in den häuslichen Weinkellern mit Weinen von der Loire zu komplettieren.

Private Freundschaft ist der Ursprung

Ihren Ursprung haben die vor 30 Jahren aufgenommenen freundschaftlichen Beziehungen in einem privat organisierten Austausch, ausgehend von einer aus Tübinger Studententagen noch erhaltenen Freundschaft zwischen einem Walheimer und einer Familie in den Partnergemeinden.

Erst 1999, also vor 20 Jahren, besiegelte der damalige Bürgermeister Martin Gerlach mit seinen französischen Kollegen auch amtlich die schon ein Jahrzehnt zuvor begründete Freundschaft mit einer offiziellen Partnerschaftserklärung. Es gab also ein kleines Jubiläum zu feiern. wil