In die Diskussion um die Erweiterung oder sogar Verlagerung der Friedrich-Schelling-Schule kommt Bewegung: Die Fraktionen im Stadtrat positionieren sich. Während das Bündnis Mensch und Umwelt (BMU) zu einem gemeinsamen Verbleib von Grund- und  Gemeinschaftsschule am alten Standort tendiert, spricht sich die neue Fraktion WIR für eine Verlagerung der Gemeinschaftsschule hin zu den anderen weiterführenden Schulen aus und macht auch gleich einen Standortvorschlag: zwischen Bolzplatz und Minigolfanlage auf der gegenüberliegenden Seite der Straße „Auf dem Kies“.

Ausgelöst wurde die Diskussion, wie mehrfach berichtet, durch intensives Nachhaken der CDU-Fraktion, die auf grundsätzliche Untersuchungen in dieser Frage drängt. Mit einem umfangreichen Katalog der Vor- und Nachtteile von Verlagerung und Trennung der Schulformen hatte sie die Diskussion im Gemeinderat weiter befeuert.

Jetzt legt die CDU nach, offensichtlich auch unter dem Druck des wachsenden Raumbedarfs an der Grundschule. Sie schlägt deshalb vor, die Primarstufe der Friedrich-Schelling-Schule am derzeitigen Standort fünfzügig auszubauen. Diese Planungen sollten bis 30. September 2020 abgeschlossen werden, um dann fristgerecht Fördermittel zu beantragen. Damit sei erst einmal Zeit gewonnen, um eine tragfähige Lösung für die Gemeinschaftsschule zu finden.

Parallel dazu soll der Gemeinderat sich auf die Suche nach einem geeigneten  Standort für die Sekundarstufe der Gemeinschaftsschule machen, schlägt die CDU vor. Von einer Verlagerung hin zu Gymnasium und Realschule ist nicht mehr ausdrücklich die Rede, allerdings überwiegt die Liste der Vorteile einer Ansiedlung auf dem Kies, die angefügt und ergänzt wurde, deutlich die Liste der Nachteile. Nach Ansicht der CDU sollte die Stadt zudem eine regionale Schulentwicklung in Gang setzen, „um alle Bildungsabschlüsse in zumutbarer Erreichbarkeit zu gewährleisten“, wie es in der Mitteilung der CDU heißt. Hintergrund dürften die Sorgen der Stadt um einen weiteren Anstieg der Schülerzahlen aus den Nachbarkommunen sein, die auch in die Gemeinschaftsschule drängen.

Gegensätzliche Argumente

Für beide Schulformen, Grund- und Gemeinschaftsschule, wird es in absehbarer Zeit zu eng am alten Standort, begründet die WIR-Fraktion ihre Position. Das Gelände zwischen Kunstrasen- und Minigolfplatz biete eine kurze Distanz zur Friedrich-Schelling-Schule und damit auch kurze Wege für die Lehrer, die an beiden Schularten unterrichten. Fachräume in den weiterführenden Schulen könnten gemeinsam genutzt werden. Ein schneller Baubeginn sei möglich, da das Gelände schon fast erschlossen sei, schreibt die Fraktion in einer Mitteilung. Auf dem Bergrücken sei bei einer Verlagerung der Gemeinschaftsschule genügend Platz für einen Ausbau der Grundschule.

Aus Sicht der BMU-Fraktion lässt sich dagegen der gesamte Raumbedarf beider Schulformen am alten Standort „befriedigend darstellen“, lautet das Ergebnis einer Diskussion beim letzten Treffen des BMU. Laut einer Mitteilung sieht das BMU sogar „mittelfristig noch Entwicklungspotenzial.“ Die Vorschläge der beiden anderen Fraktionen seien nur zu höheren Kosten umsetzbar und würden auch die Realisierung „erheblich verlängern“, argumentiert das BMU. Der Gemeinderat müsse unverzüglich entscheiden, wohin der Weg gehen soll. Das BMU schlägt zudem die Bildung einer Projektgruppe in der Stadt vor, um eine Strategie für die Schulen zu entwickeln.