Es ist das Fest zum Sekt, der eigentlich wie ein Champagner ausgebaut ist. Nur leider ist die Bezeichnung Champagner auf das Original aus der Champagne beschränkt“, erklärt der Besigheimer Bürgermeister Steffen Bühler bei der Eröffnung der Fête 49 Grad am Samstagnachmittag in Besigheim. Zur Eröffnung um 16 Uhr war es brüllend heiß auf der Enzbrücke und auch auf den Enzterrassen hatte kaum einer Lust, zu sitzen. Am Abend dann, als die Sonne sich langsam verabschiedete, kamen dafür umso mehr Besigheimer aus ihren Häusern und brachten Freunde und Bekannte gleich mit.

Zum ersten Mal verbinden Felsengartenkellerei und die Besigheimer Stadtverwaltung die beiden Komponenten 49. Breitengrad, auf dem sowohl Besigheim als auch die Partnerstadt Ay in Frankreich liegen, mit einem Sekt. „Das neue Fest, bei dem die beiden Cuvées mit dem Namen 49 Grad der Felsengartenkellerei im Mittelpunkt stehen sollen, nennt sich dementsprechend  Fête 49 Grad“, erklärt der Bürgermeister. Das neu erfundene Fest bietet zugleich eine Gelegenheit, die Enzterrassen und die Enzbrücke samt der malerischen Skyline von Besigheim ins rechte Licht zu rücken, im wahrsten Sinne des Wortes, denn am späten Abend ist die Illumination eine ganz besondere. „Die Enzterrassen geben den Rahmen, um zwei vollendete Sektkreationen, entstanden aus erlesenen Grundweinen glänzen zu lassen“, erklärt die Besigheimer Weinprinzessin Janina. Der Startschuss zur Fête 49 Grad war um 16 Uhr am Samstag etwas unglücklich gewählt, denn zu diesem Zeitpunkt war es schlicht zu heiß. „Als wir begonnen haben, dieses neue Fest zu planen, konnte keiner wissen, dass es heute 40 Grad geben würde. Es ist definitiv zu heiß auf der Enzbrücke und das soll am Sonntagnachmittag nicht besser werden“, erklärte Bürgermeister Steffen Bühler am Samstag.

Doch der Aufwand, die Enzbrücke zu sperren und hier Tische, Bänke und Sonnenschirme aufzustellen, sollte sich später am Samstagabend und -nacht noch richtig lohnen. Die Enzterrassen wurden zum Treffpunkt vieler Besucher. „Die Enzterrassen waren, seit es sie gibt, oft verwaist. Wie schön, dass sich das nun mit diesem Fest ändern soll. Hoffentlich gibt es eine zweite Auflage“, wünscht sich Petra Bayer aus Bietigheim-Bissingen. „Ich fahre eigentlich immer nur mit dem Auto über die Enzbrücke und erhasche mit einem Blick die wunderbare Atmosphäre, die mich ohnehin an Frankreich erinnert. Passenderweise wurde für dieses Fest eine französische Bezeichnung gewählt“, freut sich Claudia Kolb aus Vaihingen.

Am Abend dann wurde die Atmosphäre vor der Stadtkulisse, die sowieso schon malerisch ist, auch noch romantisch. In der Enz und auf der Enzbrücke waren große Ballons befestigt worden, die mit Einbruch der Dunkelheit in allen Farben zu leuchten begannen und in verschiedener Höhe über dem Wasser zu schweben schienen – ein Augenschmaus, der unzählige Besucher ans Enzufer zog, um das einfache, aber eindrucksvolle Schauspiel zu fotografieren.

Am Sonntag begann der Festbetrieb schon umd 11 Uhr. Zur Eröffnung und den ganzen Abend über gaben sich Solokünstler und Bands alle Mühe, um die hochsommerloiche Stimmung entsprechend zu bespielen. Zum Rahmenprogramm gehörten TukTuk-Fahrten hoch zur Weinkanzel sowie Stocherkahnfahrten auf der Enz. eine Rarität auf diesem Enzabschnitt. „Schön, dass beim Fest die anderen Attraktionen zum Thema Wein gleich mit erlebbar gemacht werden“, lobte Gerd Kübler aus Brackenheim. Christa Schultheiß, die die Fahrten mit TukTuks ermöglicht, hatte einen Pendelverkehr zur Weinkanzel und wieder zurück eingerichtet. Planwagenfahrten und am Sonntag Stocherkahnfahrten machten aus der Fête 49 Grad ein Erlebnis für Familien mit Kindern.