Besigheim / RUDI KERN  Uhr
Einen musikalisch-kulturellen Höhepunkt zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Besigheim und Ay gab es mit einem gemeinsamen Chorprojekt in der Stadtkirche.

Europa und Völkerverständigung standen im Mittelpunkt eines Chorkonzerts in der Stadtkirche - trafen doch mit der Besigheimer Kantorei und dem Choeur Vocalyse d'Ay aus der französischen Champagne zwei sich schon über die Jahre näher gekommene musikalische Gruppen zusammen. Premiere zum gemeinsamen Wirken in einem Projekt gab es in Ay am 30. April, und nun, eine Woche später, am Samstagabend in Besigheim.

Und die Besucher des Festkonzerts in der evangelischen Stadtkirche konnten wahrlich ein formidables Hörerlebnis mit nach Hause nehmen. Lang anhaltender Beifall machte deutlich, dass die Leistungen von Chor, Solisten und Orchester beeindruckten. Rund 80 Sängerinnen und Sänger, in Begleitung des Orchesters der Stadtkirche und besetzt mit Instrumentalisten aus der Region Ludwigsburg-Stuttgart, setzten unter der Leitung der französischen Dirigentin Dominique Arnaud sowie Bezirkskantor Tobias Horn und den Vokalsolisten Hadhoum Tunc (Sopran), Angèle Meunier (Alt), Yann Maireaux (Tenor) und Patrick Radelet (Bariton) einen kulturellen Höhepunkt zu den Feierlichkeiten anlässlich der fünf Jahrzehnte währenden Städtepartnerschaft. Beachtlich war das "Mitbringsel" des Gastchors Vocalyse d'Ay, bestehend aus den vier professionellen Solisten, die das bekannte und als "Nelson-Messe" bezeichnete Haydn-Werk mit ihren Stimmenvolumen veredelten.

Auftakt des Konzertprogramms zur freundschaftlichen Begegnung in Harmonie bildete die "Fantasie G-Dur" von Johann Sebastian Bach mit Bezirkskantor Horn an der Kirchenorgel sowie dem Orchester. Im Vordergrund standen die festlichen Kompositionen von Joseph Haydn (1732 bis 1809), bei denen sich die Besucher andächtig von der großen Leistung des gemeinschaftlichen Chores überzeugen konnten.

Zur Aufführung kam Haydns Konzert in C-Dur für Orgel und Orchester mit Tobias Horn an der kleinen Orgel. Höhepunkt war aber die Messe "Missa in Angustiis" in d-Moll, auch benannt nach dem berühmten britischen Admiral Nelson. Entstanden ist sie in akuter Bedrohung durch Krieg, sie endet aber in festlich strahlenden Klängen mit der Bitte um Frieden: Dona nobis pacem. Dominique Arnaud und Tobias Horn teilten sich dafür die Leitung in dem 40-minütigen Werk klanglicher Schönheiten. Unterteilt in den Sätzen Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus dei erreichte Musik und Gesang am Samstag die Herzen des Publikums. Da durfte eine Zugabe natürlich nicht ausbleiben.

Bereits seit den Wintermonaten liefen die Vorbereitungen für das Jubiläumskonzert, wie der Besigheimer Hans Moser, Ideengeber für das musikalische Zusammenwirken, im Gespräch mit der BZ anmerkte. In den Austauschen zur Städtepartnerschaft seien die Kantoreien schon zusammengerückt, jedoch nie als gemeinsamer Chor aufgetreten. Sicherlich bedurfte es mühsamer Vorbereitungen, doch es solle sich lohnen, meinte der langjährige Aktivposten der Städtefreundschaft vor dem Konzert.

In der Tat zeigte sich das Klanggebilde in bester Einheit und Harmonie. Jeder Chor probte zunächst für sich. Absprachen der musikalischen Leiter fanden per Telefon statt. Die erste Probe mit den Akteuren gab es dann erst vor dem Konzert in Ay. Umso beachtlicher ist daher dann das Ergebnis.