Besigheim Felsengartenkellerei: Ja zur Lager-Erweiterung

Dem Anbau eines Flaschenlagers stimmten die Mitglieder zu, über die gastronomische Erweiterung wird im nächsten Jahr entschieden.
Dem Anbau eines Flaschenlagers stimmten die Mitglieder zu, über die gastronomische Erweiterung wird im nächsten Jahr entschieden. © Foto: Martin Kalb
Besigheim / SABINE FISCHER 17.06.2013
Ein Teil der Baumaßnahmen kann starten: Die Generalversammlung gab ihr okay für den An- und Neubau von Lagerhallen. Außerdem waren wieder einmal die Steillagen zentrales Thema.

Ein gewisses Maß an Frust sprach aus den Worten des Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Schrempf, als er bei der Generalversammlung der Felsengartenkellerei am vergangenen Freitagabend auf die Probleme bei der Erhaltung der Steillagen hinwies. "Von Vertretern der Landes- und Bundespolitik gab es bisher immer nur Lobgesang darauf, was für ein einzigartig schönes Landschaftsbild wir hier haben. Davon ist aber noch kein herabgefallener Mauerstein wieder aufgebaut worden", kritisierte er. Konkrete finanzielle Unterstützung sei ihnen bisher zwar immer wieder mündlich zugesagt, bisher aber nie realisiert worden.

Um das touristische Aushängeschild der Region zu wahren, ist die Kellerei deshalb nun selbst aktiv geworden und konnte den Genossenschaftlern bei ihrer Hauptversammlung ein kommunales Steillagenförderprogramm vorstellen. Das Programm beinhaltet unter anderem die finanzielle Hilfe bei der Wiedererrichtung von Trockenmauern in den Steillagen. Betroffene Wengerter können dabei eine Fördersumme von 100 Euro pro Quadratmeter eingefallener Mauer beantragen. Helfen sollen die umliegenden Gemeinden, die auch zu einem großen Teil bereits finanzielle Unterstützung zugesagt hätten, so Schrempf. Im nächsten Jahr soll das Förderprogramm mit einer jährlichen Gesamtfördersumme von rund 100 000 Euro starten.

Die Baupläne der Genossenschaft für die kommenden Jahre hingegen sorgten bereits in den vergangenen Tagen für Zündstoff unter den Winzern. Das geplante Paket besteht aus zwei Bauvorhaben am Standort Hessigheim: Einem Bau, bei dem die Lagerkapazitäten erweitert werden sollen und einem Ausbau des gastronomischen Frontbereichs der Anlage.

Besonders Letzteres wurde von vielen Wengertern allerdings kritisch gesehen. Mit der Aussicht auf "Mehrerlöse durch die Steigerung des Direktverkaufs" begründete Geschäftsführer Hans-Georg Schiller die geplante Maßnahme zum Unmut einiger anwesender Weingärtner. Auch der Vorstandsvorsitzende Götz Reustle rechtfertigte den geplanten Umbau mit dem Ziel, eine "höhere Besucherfrequenz" nach Hessigheim zu locken. So viel allerdings auch über den Ausbau der Gastronomie geredet wurde, genau genommen ging es an diesem Abend nur um die weniger umstrittene der beiden Baumaßnahmen, den Anbau einer Flaschenlagerhalle und den Neubau eines weiteren Lagergebäudes, wo in Zukunft rund eine Million Flaschen dauerhaft gelagert werden sollen. Die momentan kaum noch ausreichende Lagerkapazität war dabei die zentrale Antriebsfeder hinter den geplanten Maßnahmen.

Auch bei den Genossenschaftlern blieb die Problematik hinter dem rund fünf Millionen Euro teuren An- und Neubau unbestritten. "Dass es an Lagerkapazität mangelt, wissen wir alle", sagte beispielsweise der Wengerter Günther Schäuffele. Ein Gasthaus zu bauen, sehe er allerdings nicht ein, das sei nicht die Aufgabe einer Genossenschaft. Dennoch gab es auch zu den An- und Neubauten der Lagerhallen kritische Stimmen aus dem Plenum. Die Maßnahme sei noch nicht wirklich ausdiskutiert, kritisierte so zum Beispiel Martin Nägele. Man käme durch die Umbauten beispielsweise noch näher an die angrenzenden Häuser heran, wenn dann dort auch noch Lkw-Verkehr herrsche, bekomme man sicher ein Problem mit dem Lärmschutz.

Trotz der Einwände stimmten die Wengerter allerdings letztlich mit insgesamt 44 Gegenstimmen und drei ungültigen Stimmen mehrheitlich für die geplante Baumaßnahme, die nun Ende dieses Jahres starten soll.

Über den Ausbau des gastronomischen Bereichs in Hessigheim soll die Genossenschaft auf ihrer Hauptversammlung im nächsten Jahr abstimmen.

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