Ausgesprochen zufrieden blickt man bei der Felsengartenkellerei in Hessigheim auf das Weinjahr 2018 zurück. Dr. Götz Reustle, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft, schwärmte sogar von einem „Traumjahr“ mit frühem Austrieb der Trauben, sommerlicher Witterung ab Mai und besten Wachstumsbedingungen für die Reben.

Dank des außergewöhnlich guten Gesundheitszustandes der Trauben konnte man sich mit der Lese etwas Zeit lassen. Sie begann am 23. August und endete am 13. Oktober. Die Kellerei konnte aus dem Vollen schöpfen. Ende Oktober wurde eine Trockenbeerenauslese in den Keller gebracht und im Januar gelang es wieder einmal, einen Eiswein aus Rieslingtrauben zu ernten. 400 Liter mit 176 Grad Öchsle waren der Lohn für die Arbeit der Helfer in Eiseskälte.

Auch die kaufmännische Seite stimmte. Der Absatz ging zwar um 40 000 Liter auf 7,082 Millionen Liter leicht zurück. Der Umsatz stieg dagegen um 0,3 Prozent auf 21,158 Millionen Euro, berichtete Geschäftsführer Hans-Georg Schiller. Zusammen mit dem Tochterunternehmen Weingilde Besigheim GmbH wurden 8,98 Millionen Liter Wein abgesetzt und ein Umsatzerlös von 24,8 Millionen Euro erreicht.

An die Mitglieder konnten fast acht Millionen Euro Weingeld ausgezahlt werden. Der Jahrgang 2015, der jetzt endgültig abgerechnet wurde, brachte den Weingärtnern 1,02 Euro pro Kilogramm an Traubengeld. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Dr. Gottfried Kazenwadel aus Neckarwestheim, sieht seine Genossenschaft damit über dem Durchschnitt der anderen Weingärtnergenossenschaften.

Neue Etiketten

Auch im Sortiment tut sich etwas. Dank einer neuen Etikettiermaschine können die Weine jetzt mit Zusatzetiketten, wie „Wein aus Steillagen“, ausgestattet werden. Dabei sollen gerade die Steillagenweine besonders hervorgehoben werden. Etwa 20 Prozent des Sortiments wachsen auf rund 100 Hektar terrassierter Weinberge, so Kazenwadel, aber bisher werden nur sechs Prozent der abgesetzten Weine als Weine aus Steillagen gekennzeichnet. Das soll sich ändern. Ab Juli kommen vier neue Sorten, Trollinger, Trollinger mit Lemberger, Lemberger und Riesling mit den Steillagen-Etiketten zu Preisen von 5,49 Euro in den Verkauf.

Die Verantwortlichen der Felsengartenkellerei sehen eine zunehmende Bereitschaft beim Publikum, die Steillagen-Weine und die Arbeit, die damit verbunden ist, zu honorieren. Man will sich damit im seit zwölf Jahren rückläufigen Weinmarkt positionieren und dem negativen Preistrend etwas entgegenhalten.

Stolz ist Kellermeister Sebastian Häußer auf die Sekt-Cuvée „49 Grad brut“, deren Jahrgang 2015 bei Mundus Vini, der AWC Vienna 2018 und der Berliner Wein Trophy 2018 mit Gold ausgezeichnet wurde. Bei der Fête „49 Grad“ am Wochenende rund um die Enzterrassen wird dieses Getränk im Mittelpunkt stehen (die BZ berichtete).