Besigheim Fast ganz Ottmarsheim feiert

Alle zwei Jahre findet das Stadtteilfest in Ottmarsheim statt. Der Posaunenchor Ottmarsheim eröffnete im Jahr 2014 das Fest. Am Wochenende ist es wieder soweit.
Alle zwei Jahre findet das Stadtteilfest in Ottmarsheim statt. Der Posaunenchor Ottmarsheim eröffnete im Jahr 2014 das Fest. Am Wochenende ist es wieder soweit. © Foto: Pangerl Helmut
Besigheim / Roland Willeke 04.09.2018

Zusammen mit dem stellvertretenden Besigheimer Bürgermeister Friedrich Köhler wird Weinprinzessin Janina Weisl an diesem frühen Samstagabend, Schlag sechs Uhr, das Stadtteilfest in Ottmarsheim eröffnen. Es findet wie immer unter den wachsamen Augen einer hochwohllöblichen Besigheimer Obrigkeit – vertreten durch den „Schultes vo Bäsga“, seinem Büttel und dem Nachtwächter – statt. Der echte Besigheimer Schultes Steffen Bühler weilt an diesem Wochenende in der ungarischen Partnerstadt Bátaszék.

Das Stadtteilfest ist ein Fest der Vereine, das alle zwei Jahre stattfindet. Gleichwohl liegt das letzte Stadtteilfest schon vier Jahre zurück, denn vor zwei Jahren stand ganz Ottmarsheim im Zeichen des 1250-Jahr-Jubiläums und das Stadtteilfest fiel aus. Fast gleicht das Fest am kommenden Wochenende einem Neuanfang, denn der langjährige Organisator und „Kümmerer für alles“ Walter Ziegler hat sich nach seinem beruflichen Ruhestand aus der Organisation des Festes zurückgezogen. Womit die Vereine weitgehend auf sich alleine gestellt waren und vor einem enormen Kraftaufwand standen, wie Gabi Dumele von den Ottmarsheimer Landfrauen berichtet.

Kostenloser Festwein

Trotzdem bleibt vieles beim Alten. Der zum Festbeginn kostenlos ausgeschenkte Festwein kommt wie immer aus einem Fässchen der Felsengartenkellerei. Der Fassanstich am Samstag wird musikalisch vom Posaunenchor untermalt. Ab 20 Uhr wird den Ottmarsheimern und ihren Gästen von der heimischen Band „Rockfever“ eingeheizt, bis Mitternacht. Um zwei am Sonntagmorgen ist dann Sperrstunde.

Der Festsonntag beginnt um zehn Uhr mit einem Gottesdienst in der Hippolytkirche. Zum anschließenden Frühschoppen spielt die Stadtkapelle Besigheim auf. Ab 15 Uhr geht es mit dem musikalischen Programm weiter. Dann übernimmt „Junges Blut“, eine Blaskapelle mit Musikern zwischen 18 und 25 Jahren, das musikalische Zepter. Spezialität der jungen Formation ist moderne Blasmusik und böhmische Blasmusik, wie der Homepage der Gruppe zu entnehmen ist

Führung am Sonntag

Am Sonntag, der bundesweit als Tag des Offenen Denkmals gefeiert wird, bietet Stadtführerin Katrin Held eine kostenlose Führung durch Ottmarsheim an. Motto: „Entdecken, was uns verbindet: Unsere Sprachen, unsere Weine.“ Treffpunkt ist um 14 Uhr am Dorfplatz.

Ebenfalls am Sonntag baut der Kindergarten Liebensteiner Straße seine Spielstraße für Spaß und Bewegung auf.

Das kulinarische Angebot ist vielfältig. Bei den Landfrauen gibt es Brot aus dem Backhaus, wahlweise mit Luggeleskäs oder frisch ausgelassenem Schmalz. Und natürlich die beliebten Zwiebel- und Kartoffelkuchen. Drei Tage lang, so Gabi Dumele, sind 15 Frauen im Einsatz um die Zutaten für Kuchen und Brot vorzubereiten.

Der Arbeitskreis Aktives Ottmarsheim hat Maultaschen nach dem Originalrezept der Julie Früh im Angebot. Sie war ab 1908 Leibköchin der aus Russland stammenden Herzogin Wera von Württemberg. Vorteil der herzoglichen Maultaschen: weil es damals noch keine der heute üblichen Zusatzstoffe gab, sind sie auch für Allergiker geeignet.

Der TSV Ottmarsheim ist auf dem Fest mit einem Weinprobierstand und am Samstagabend mit einer Bar vertreten. Beim Liederkranz gibt es das übliche Festlesessen, wie Schnitzel und Steak. Das passende Bier dazu schenkt der Tennisclub aus. Auch der Verband Christlicher Pfadfinder (VCP) wird das Seine tun, um den Hunger der Gäste zu stillen. In einer Ankündigung der Stadt war zu lesen, die Festgäste würden auch bei der örtlichen Metzgerei Rumm kulinarisch verwöhnt. Das ist nicht ganz richtig. Die Metzgerei fungiert lediglich als Zulieferer für die Ottmarsheimer Vereine.

Veteranenfreunde unterstützen

Nicht vertreten sind heuer die Ottmarsheimer Veteranenfreunde, die ein solches Fest derzeit nicht stemmen könnten, wie berichtet wird. Ganz unbeteiligt sind sie dennoch nicht. Sie leisten im Hintergrund technische und logistische Hilfe für die anderen Vereine. Das Stadtteilfest ist und bleibt halt ein Fest für alle Ottmarsheimer. „Für die Ottmarsheimer“, so TSV-Vorsitzender Jörg Held, „ist das Fest so wichtig, dass sie selber mithelfen.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel