Dem inzwischen rechtskräftigen Bebauungsplan „Ingersheimer Feld VI – Verlängerung Neckarblick“ ging eine jahrelange Diskussion voraus. Es sind nur wenige exklusive Grundstücke, die hier bebaut werden dürfen, die letzten der Stadt in einem Baugebiet hoch oben über Besigheim mit Hanglage.

Bedenken gab es einige im Vorfeld, sowohl vom Landratsamt als auch von Bürgern. 2016 waren wenige Zauneidechsen gefunden worden, die aber ausreichten, den Plan erstmal zu stoppen. Aufgrund der Ergebnisse aus der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung vom Oktober letzten Jahres wurde dann der Bebauungsplanentwurf ergänzt. Es gab eine erneute artenschutzrechtliche Prüfung und eine öffentliche Auslegung.

Eidechsen vertreiben

Die für dieses Jahr geplante Vergrämung konnte aber nicht stattfinden, weil man nach Vorgabe des Landratsamts erst ein Ersatzhabitat weiter unten am Hang anlegen musste. „Die Wiese bekommt eine abgestufte Mahd“, erklärt Heike Eckert-Maier vom Amt für Stadtentwicklung. Das bedeute einen tief gemähten Bereich die Böschung runter, durch den die Tiere dann hoffentlich abwandern. Eine Abdeckung mittels Folien wie am Enzpark werde es nicht geben, auch eine Umsiedelung durch Einsammeln der Tiere sei seitens des Landratsamts nur im Notfall erlaubt. Vergrämt werden kann nun aber in der kalten Jahreszeit nicht mehr.

Es heißt nun abzuwarten bis zum Frühjahr und zu hoffen, dass es auch gelingt. Für die  Obstbäume auf den Streuobstwiesen am Neckarblick werden Richtung Hessigheim 42 Hochstämme gepflanzt. Auch für das dortige Biotop musste am Spindelberg Ersatz geschaffen werden.

Der Bebauungsplan hat nun Rechtskraft“, so Eckert-Maier. Nun will die Verwaltung auf der Sitzung des Gemeinderats Anfang November die STEG Stadtentwicklung als Erschließungsträger vorschlagen, damit die städtischen Grundstücke verkauft werden können. Die Stadt hatte zwei Büros angefragt und will mit dem Büro einen entsprechenden städtebaulichen Vertrag abschließen.

Durch die Erschließung werden nur wenige Bauplätze entstehen. Im südlichen Bereich des Neckarblicks zwei Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus, am nördlichen Hang sind es ebenfalls zwei Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus. Erlaubt sind im Bebauungsplan nur Flachdächer mit extensiver Begrünung, die Zahl der Stellplätze wurde auf zwei pro Wohneinheit festgelegt. Weil es keine Wendemöglichkeit gibt, wird es eine Einbahnstraße anstelle des bisherigen Feldwegs geben, der als Abfahrtstraße ausgebaut werden soll.

Der Zeitplan sehe vor, dass nach der erfolgreichen Vergrämung im Sommer mit der Erschließung begonnen werden kann, so Eckert-Maier. Wie teuer die Bauplätze werden, steht freilich noch nicht fest. Doch günstig wird man hier kaum bauen können, das Verfahren hat auch schon erheblichen Aufwand seitens der Verwaltung verursacht. Die Nachfrage sei hoch und werde vermutlich noch zunehmen, glaubt Eckert-Maier. Schließlich geht es hier um die letzten Plätze in allerbester Lage.