Bürgermeister-Gespräch Ein Projekt, das auf viele Jahre hinaus wirkt

Der Besigheimer Bürgermeister Steffen Bühler vor den Enzterrassen, dem wichtigsten Projekt 2017 und Startsignal für die Umgestaltung der Enzaue zum Enzpark.
Der Besigheimer Bürgermeister Steffen Bühler vor den Enzterrassen, dem wichtigsten Projekt 2017 und Startsignal für die Umgestaltung der Enzaue zum Enzpark. © Foto: Helmut Pangerl
Besigheim / Michael Soltys 03.01.2018

Konsequent treibt Besigheim seine Pläne für die Umgestaltung der Enzaue voran. Die Stadt stärkt den Tourismus, und sie profitiert von einer guten bis sehr guten Haushaltslage, an der sich so schnell nichts ändern dürfte – „hoffentlich“, sagt Bürgermeister Steffen Bühler.

Gesamtbilanz für das Jahr 2017: „Arbeitsreich und insgesamt erfolgreich.“ Diese Bilanz zieht der Bürgermeister für das vergangene Jahr. Große Projekte wie der Bau der Enzterrasse und die Sanierung der Krone, wo in Kürze das Landratsamt seine Kfz-Zulassungsstelle und die Arbeitsagentur eröffnen werden, konnten abgewickelt werden, oder sie wurden ins Laufen gebracht, wie im Fall des Parkhauses und der neuen Fußgänger- und Radwegbrücke über die Enz. „Ich denke, dass wir uns weiterentwickeln konnten“, sagt Bühler. Der Haushalt habe diese Aufgaben verkraftet, „wir sind finanziell einigermaßen im Rahmen geblieben“.

Die wichtigsten Investitionen 2017: Mit der Fertigstellung der Enzterrassen hat Besigheim 2017 das Signal gesetzt, dass die Enzpartie gegenüber der Altstadt in den kommenden Jahren ein völlig neues Gesicht bekommt. Für die Stadt wurden rund 700.000 Euro fällig – gut angelegtes Geld, meint Bühler. Denn die Gestaltung des Enzparks sei ein Projekt mit hohem Erholungswert, „das auf viele Jahre hinaus wirkt“, ist der Bürgermeister überzeugt, für die Besigheimer wie für die Touristen. In der Wirkung sei das Vorhaben mit einer kleinen Gartenschau vergleichbar, meint Bühler. Bei der Entwicklung und Umsetzung sei die Stadt „sehr gut vom Land bedient worden“ und habe hohe Zuschüsse bekommen.

Die Haushaltslage Ende 2017: „Wir haben das noch nie gehabt.“ Mit diesen Worten beschreibt Bühler die Haushaltszahlen, wie sie sich Ende des Jahres präsentierten. In den letzten drei Jahren hat die Stadt Überschüsse erwirtschaftet. Dafür sorgten hohe Einnahmen aus der Gewerbesteuer, aber auch der Verkauf von Grundstücken im Neubaugebiet. 

„Wir leben von der Gesamtbilanz“, sagt Bühler und meint damit, dass es in Baden-Württemberg auf Grund der guten Konjunktur fast allen Kommmunen gut gehe. Besigheim habe in dieser Zeit auf die Aufnahme neuer Kredite im Kernhaushalt verzichten können. Im Jahr 2018 sei dies angesichts des hohen Investitionsvolumens von rund zehn Millionen Euro nicht ganz zu schaffen. Im Haushalt ist deshalb eine Neuverschuldung von  700.000 Euro geplant.

Aussichten auf die Entwicklung 2018: Der Besigheimer Bürgermeister sieht keinen Grund daran zu zweifeln, dass die finanzielle Lage so gut wie bisher bleibt. Allerdings startet er mit der Erwartung ins neue Jahr, nicht überall mit den kalkulierten Kosten hinzukommen. Die Preise auf dem Bau sind hoch, und sie steigen weiter. Das könnte die Stadt noch beim geplanten Bau und der Sanierung einer neuen Kita und dem Bau eines Feuerwehrmagazins in Ottmarsheim zu spüren bekommen. Um das Problem zu mildern und Sicherheit in der Kalkulation zu bekommen, hat der Gemeinderat schon jetzt Aufträge für die Sanierung von Straßen im kommenden Jahr vergeben.

Die wichtigsten Projekte 2018: Noch kurz vor dem Jahreswechsel hatte der Gemeinderat die weiteren Planungen für die neue Brücke und für das Parkhaus vergeben. Jetzt werden die Grundlagen für eine Ausschreibung der Brücke und für die Baugenehmigung des Parkhauses erarbeitet. Bühler hat die Hoffnung, dass die Bauarbeiten in der Enzaue etwa auf Höhe von Edeka im Herbst 2018 beginnen können, vorausgesetzt, dass die Arbeiten noch vor der Sommerpause vergeben werden.

Persönliche Erwartungen: Diesen Zeitplan möchte Bühler gerne einhalten. Eine andere Hoffnung ist es, dass die Pläne für die Umgestaltung der Enzaue mit Wohlwollen und Anerkennung von den Bürgern aufgenommen werden. „Wir wollen das mit und für die Bürgerschaft planen“, betont der Bürgermeister.

Nötig war dies in den vergangenen Wochen vor allem, als die Sorge aufkam, entlang der Enz könnten übermäßig viele Bäume gefällt werden, um Parkhaus und Brücke Platz zu machen. Sobald erste Pläne für die  Freiflächen im Enzpark vorliegen, werden die Bürger erneut in die Gestaltung einbezogen, kündigte Bühler in seiner Haushaltsrede an.

Die Sorgenkinder: Dass die Versorgung mit Ärzten in der Stadt auf Dauer nachlassen könnte, weil Nachfolger fehlen, macht Bühler Sorgen. Wenn es auch keine kommunale Aufgabe sei, könnte daraus doch ein Standortnachteil entstehen. Gleiches gilt für die Zuverlässigkeit der Bahnanbindung, die trotz der Proteste von Pendlern  und Versprechen der Bahn auf Besserung „immer noch so elend schlecht“ sei. Schließlich habe die Stadt immer noch keine Nachricht, wie es mit dem Bau der Brücke über die Enz Richtung Walheim weitergeht und ob dort, wie von Besigheimern und Walheim gefordert, eine Radwegunterführung angelegt wird.

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