Besigheim Endlich Platz für Maschinen und Geräte

Acht jahre dauerte die Planung, vier Monate der Bau: Die neue Schuppenanlage an der B27 ist fertig.
Acht jahre dauerte die Planung, vier Monate der Bau: Die neue Schuppenanlage an der B27 ist fertig. © Foto: Martin Kalb
Uwe Deecke 11.06.2018

In Zeiten gefährdeter Steillagen und Streuobstwiesen sollten gemeinsame Schuppenlagen leicht zu genehmigen sein. Sollte man meinen. Aber es hat lange gedauert mit den Holzschuppen für die Besigheimer Nebenerwerbsbauern.

Die Anlage, die damals Klaus Schrempf, Kämmerer und Erster Beigeordnete der Stadt Besigheim initiierte, brauchte acht Jahre. 2010 hatte man angefangen, sich Gedanken über eine Gemeinschaftsanlage zu machen, im Oktober 2012 gab es ein erstes Treffen, die Planung selbst ging von 2013 bis 2017 und war umfangreicher als gedacht. Mindestanbauflächen mussten eingehalten und Überschwemmungsflächen für den versiegelten Boden geschaffen werden, der nun Standort für die 20 Schuppen geworden ist.

„Wir sind stolz, nun eine adäquate Möglichkeit zu haben, unsere Maschinen und Geräte unterbringen zu können“, sagte Schrempf bei der Eröffnung. Er selbst hat eine der Holzhallen für 40 000 Euro erworben – für Geräte und seinen Traktor, den er als Nebenerwerbswinzer braucht. Als Mitglied des Obst-, Garten- und Weinbauvereins (OGWV) Besigheim weiß er um die Probleme, die man im Nebenerwerb hat. Viele haben zu Hause keinen Platz mehr dafür, müssen Garagen anmieten oder bei der Verwandtschaft nachfragen.

Sie alle haben nun ihren Platz gefunden, direkt an der B27 Richtung Bietigheim, in einer der 20 Holzhallen, die im Modulsystem von der Firma Wolf erstellt wurden. 12 auf 5,5 Meter misst ein Schuppen bei sechs Metern Höhe, innen ist alles aus unbehandeltem Fichtenholz, eine Holztreppe führt in das nutzbare zweite Geschoss.

Bürgermeister Steffen Bühler war froh, dass man hier keine Zauneidechsen gefunden hatte und blickte bei der Eröffnung auf den langen Weg zurück, den das Projekt genommen hatte. Er lobte die „tolle Ausstattung und den hohen Standard“.

Tatsächlich haben alle Schuppen, die sich in zwei Reihen gegenüber stehen, elektrische Rolltore, eine wetterfeste Lärchenverkleidung und innen viel Platz auf zwei Ebenen. Einer, der das bereits jetzt schon richtig nutzt, ist Manfred Witt, der sowohl Obstbauer als auch Hobbywengerter ist. Hier steht nicht nur ein alter Holder-Traktor, Baujahr 1964, sondern auch ein Holzspalter, ein Häcksler, mehrere Sägen und sogar eine alte Ledernähmaschine aus dem Jahr 1930. „Ich war Elektriker, da muss man eben vieles machen“, sagt der Rentner, der vielen Älteren bei allerlei Kleinigkeiten behilflich ist.

Zwei Obstbäume

Neben ihm hat Walter Reuschle seinen Schuppen, der von Beginn an im vierköpfigen Planungsteam der Anlage war. Er ist Winzer in den Steillagen Richtung Hessigheim und hatte drei Garagen für die Dinge, die jetzt in seinen Schuppen kommen. „Wir haben günstiger gebaut als geplant“, sagt Reuschle. Acht Prozent konnte man in der Endsumme einsparen.

Die Bauzeit selbst habe nach den jahrelangen Abstimmungen mit dem Landratsamt nur vier Monate betragen, erklärt Klaus Schrempf. Und es habe so viele Anfragen gegeben, dass man nicht allen entsprechen konnte. Nun wird es hier am Wochenende wohl geschäftig zugehen, denn die Eigentümer der Schuppenanlage haben alles, was sie brauchen. Zum Kaufpreis kam noch die Verpflichtung, zwei Obstbäume zu pflanzen, die als Ausgleichsmaßnahme nötig waren. Auch dabei hilft der OGWV, der einen der Schuppen gekauft hat. Wer Mitglied werde, für den übernehme der Verein die Pflege der beiden Bäume, so Schrempf.

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