Ein gemeinsames Forum, bei der sich alle Vereine aus dem Ort präsentieren können, eine Messe mit dem Ziel, Interesse zu wecken und neue Mitglieder zu gewinnen – das gibt es in Gemmrigheim seit mehreren Jahren. In diesem Frühjahr fand die Vereinsmesse in der Gemmrigheimer Festhalle bereits zum fünften Mal statt. Mit dem Vorschlag einer ähnlichen Veranstaltung ist die Stadtverwaltung von Besigheim jetzt an die Vereine in der Stadt herangetreten. Die Reaktionen in den Vorständen der angesprochenen Vereine waren gemischt, zumal es bereits mit „Besigheim spielt“ eine Veranstaltung gibt, für die sich viele Vereine engagieren.

Wäre es also eine Lösung, das Format von „Besigheim spielt“ einfach auszuweiten und den Vereinen dort eine Plattform zu schaffen? Darüber will Bürgermeister Steffen Bühler im November mit den Vereinsvertretern sprechen, wenn die Termine für das neue Jahr festgelegt werden.

Günther Bodenschatz vom Besigheimer Albverein wäre eine separate Vereinsmesse in der Stadthalle Alte Kelter allerdings deutlich lieber. Er könnte sich gut vorstellen, dass die Ortsgruppe und der Hauptverein dort mit einem Stand vertreten sind und Prospekte verteilen. „Auch eine Diashow von unseren Wanderungen käme bestimmt gut an“, sagt er.

Ähnlich sieht es Walter Zeyhle vom Obst- und Gartenbauverein. „Besigheim spielt“ sei eine große Veranstaltung. Vereine, die sich nicht mit Spielen präsentieren könnten, werden dort „an den Rand gedrängt“, fürchtet er, eine Vereinsmesse mit der Möglichkeit zur kompakten Präsentation findet er vorteilhafter. Der Obst- und Gartenbauverein mache das Jahr über mit Aktionen wie dem Apfelsaftpressen im Herbst auf sich aufmerksam.

Die Idee einer Vereinsmesse findet Zeyhle trotzdem an sich gut, gerade für einen Verein wie den seinen, bei dem die älteren Mitglieder in der Überzahl sind. Der Kelterplatz oder die Alte Kelter seien gut dafür geeignet. Er regt an, über einen jährlichen oder auch zweijährigen Wechsel von Vereinsmesse und „Besigheim spielt“ nachzudenken.

Für Frank Pfersich, den Vorsitzenden des Besigheimer Tanzsportclubs“, ist „Besigheim spielt“ als Präsentationsforum dagegen deutlich interessanter. Die Veranstaltung ist aus seiner Sicht schon fast mit einer Messe gleichzusetzen, „da hier alle Vereine und Gruppierungen die Möglichkeit haben, sich und ihr Angebot zu präsentieren“, sagt er. Diese Möglichkeit, ihre Tänze vorzuführen, nutzen auch die Kinder- und Jugendgruppen des Vereins. Neben der Präsenz beim Besigheimer Winzerfest sei dies „die beste Werbung“ für das Angebot des Vereins. Für ihn persönlich sei „Besigheim spielt“ deshalb „definitiv eine Alternative“ zu einer Vereinsmesse.

Trotzdem findet Pfersich, dass eine Vereinsmesse durchaus einen Versuch wert wäre. Für kleinere Vereine und Organisationen, die ansonsten nicht sehr präsent sind, sieht er „sicherlich einen Bedarf“. In der Organisation könnte man sich durchaus an dem Gemmrigheimer Beispiel ausrichten.

Uwe Schober, der Vorsitzende der Sportvereinigung, des größten Vereins in Besigheim, will den Vorschlag der Stadt in den nächsten Tagen mit seinen Vorstandskollegen besprechen. Er verweist darauf, dass die Sportvereinigung schon sehr stark in die Vorbereitung und Organisation von „Besigheim spielt“ eingebunden ist und sich bei der Veranstaltung, die im Frühsommer 2020 das nächste Mal stattfindet, in hohem Maße einbringt. Immerhin waren bei der letzten Auflage 43 Vereine bei „Besigheim spielt“ vertreten, merkt Schober an.