Seit vielen Jahren sorgt die Theatergruppe des Musikvereins Stadtkapelle Besigheim mit einem bewährten Konzept für ein volles Haus: Alljährlich um den Dreikönigstag gibt es ein schwäbisches Lustspiel nebst musikalischer Umrahmung und obligatorischem Pausensekt aus heimischen Trauben. Seit 1992 spielt diese Unterabteilung des Musikvereins Stadtkapelle im Kleinen Saal der Alten Kelter Besigheim, und fast immer sind diese Aufführungen restlos ausverkauft.

So auch die diesjährige erste Aufführung von "Peter ond Paul" am Sonntag: Das bereits 1999 schon einmal aufgeführte Stück wollten viele Besucher (wieder) sehen. Bei der Auswahl der Stücke setzt die putzmuntere Laienschar auf schwäbisch-deftige Hausmannskost: In "Peter ond Paul", das die Theatergruppe seit Anfang Oktober vergangenen Jahres in gerade mal zehn Proben einstudiert hat, ging es ums "Nebenausganga", um Lug und Betrug, um eine schöne "Lebedame aus dem Osten" und um die Rache der Frauen.

Die Rollen haben sich die Laiendarsteller dabei auf den Leib besetzt: Fritz und Carola Richter gaben mit unbändiger Lust am darstellerischen Spiel die Krämersleute Wilhelm und Gundula Saile, die sich nach Herzenslust gängeln und streiten, aber im Grunde "furchtbar gern hän". Harald Pfeiffer spielte mit herrlichem Kunststottern und saukomischer Mimik den Kumpel Paul, der der heiratswilligen Esmeralda aus Ostdeutschland (Sarah Richter glänzte mit sächsischem Zungenschlag und komischem Naturell) schöne Augen gemacht hat und sich nun aus Angst vor seiner spröden Frau Dora (Ulrike Grannass-Alber) gemeinsam mit seinem Saufkumpel Wilhelm eine haarsträubende Geschichte einfallen lässt.

Nicht nur die Hauptrollen, sondern auch die Nebenrollen waren bei "Peter ond Paul" ideal besetzt: Stefanie Graßler wedelte mit Feudel und frecher Gosch als Haushaltshilfe Bärbel über die Bühne, Dominic Hübsch spielte den lebensklugen Sohn von Paul und Dora und Samantha Handrich dessen vernünftige Verlobte Steffi. Als "Staatssekretär Oberle vom Verkehrsministerium" gefiel Andreas Fellger in feinem Tuch und mit Nerdbrille, Karin Schreier spielte die neue Verkaufskraft Uli unaufgeregt und natürlich. Das rasche, nie nachlassende Tempo machte, im Verbund mit den derb-schwäbischen Zoten ("dr Pfarrer hat sei Köchin zom Rüttla") und der immens großen Spielfreude der zehnköpfigen Darstellerschar (wo sonst trifft man auf erwachsene Männer in Unterhose, Taucherflossen an den Füßen und aufblasbarer Ente in der Hand?) das Treiben der Sailes und Konsorten zu einem Lustspiel, wie man es gerne sehen will.

Die besten Szenen waren die, in denen Wilhelm und Paul (bei einem Schnäpsle) pointenreich ihr weiteres Vorgehen planten oder sich die Schwestern Gundula und Dora berieten und mal "so gschwind" unter den lautstarken Beifallsbekundungen aus den Zuschauerreihen eine Maß Bier auf ex tranken.