Albverein Gemmrigheim Eine Eiche als Gedenkstätte

Mit einer großen Gruppe wanderte der Gemmrigheimer Albverein bei Herbolzheim an der Jagst.
Mit einer großen Gruppe wanderte der Gemmrigheimer Albverein bei Herbolzheim an der Jagst. © Foto: Albverein
Gemmrigheim / bz 18.08.2018

Für die Augustwanderung des Gemmrigheimer Albvereins war diesmal das Jagsttal bei Herbolzheim vorgesehen, und es hatte sich wieder eine große Wandergruppe am Bahnhof Kirchheim eingefunden. Alle waren pünktlich, allerdings nicht die Bundesbahn.

Erst mit großer Verspätung konnten die Teilnehmer in den Zug einsteigen, berichtet der Verein. Im Verlauf der Bahnfahrt vergrößerte sich die Verspätung nochmals und so konnte der Anschlusszug nicht erreicht werden, worauf sich Ärger breit machte. Für die Wanderführerin vor Ort, Margarete Ochs, war Geduld angesagt, bis sie die Wanderschar in Neudenau am Bahnhof endlich empfangen konnte.

Herrliche Aussicht

Am Anfang der Tour  marschierten die Wanderer auf einem Teil des Jagsttal-Radweges und erreichten Herbolzheim mit herrlicher Sicht auf die mittelalterliche Burg. Herbolzheim wurde immer wieder durch Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen. Darum hat man vor Jahren eine hohe Mauer am Ufer der Jagst entlang erstellt. Zwischen dem Mauerwerk sind Tore eingebaut, die sich bei einem bestimmten Wasserspiegel automatisch schließen und so die Ortsbewohner vor Wasserschaden schützen.

Die Tour führte in den Lindachwald. An einem Denkmal aus dem Zweiten Weltkrieg wurde an die damit verbundene Geschichte erinnert.

 An dieser Stelle ist im September 1944 ein Leutnant mit seiner Nachtjagdmaschine abgestürzt. Vor dem Absturz hatte er seinen Bordfunker aufgefordert, mittels Fallschirm abzuspringen, der dann überlebte. Der Pilot hingegen zerschellte mit seiner Maschine an einer Eiche.

Zuvor hatte er das Flugzeug noch hochgezogen und konnte so den Jagsttalort Herbolzheim vor einer Katastrophe bewahren. Nach Jahren fanden Waldarbeiter die Eiche mit Metallteilen des Flugzeugs im Holz eingewachsen. Ein Stück dieser Eiche wurde als Gedenkstätte errichtet und wird von den umliegenden Gemeinden gepflegt. Eine mutige Tat, die zum Nachdenken anregt.

Weiter führte der Weg zu der kleinen Marienkapelle, „Käppele“ genannt, die im 18. Jahrhundert in Erfüllung eines Gelübdes erbaut worden ist. Hier legte die Gruppe eine kurze Pause ein, und vor dem Weitermarsch wurde ein Lied angestimmt. Nun ging es durch den Wald zu einer Stelle, von der sich ein schöner Rundblick über das Jagsttal zeigte.

Zurück in Neudenau ließen sich die Wanderer im Biergarten mit kalten Getränken und gutem Essen verwöhnen. Mit Dankesworten wurde Margarete Ochs von der Wanderschar mit Applaus und auf ein Wiedersehen bei einer nächsten Wanderung verabschiedet. Die Rückfahrt mit der Bahn erfolgte ohne Zwischenfälle.

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