Geschichtsverein Besigheim Eine bessere Kunst

Der Besigheimer Geschichtsverein unternahm einen Ausflug nach Darmstadt.
Der Besigheimer Geschichtsverein unternahm einen Ausflug nach Darmstadt. © Foto: Geschichtsverein
Besigheim / bz 31.05.2017

Der Geschichtsverein Besigheim nahmen an den Darmstädter Jugendstiltagen teil.  Dass Darmstadt neben Wien und München den Jugendstil hervorgebracht hat, war für die Teilnehmer das Ergebnis dieses Tages.

Großherzog Ernst Ludwig war nach einem Besuch bei seiner Großmutter, Königin Viktoria von England, von einer neuen Stilrichtung begeistert. Er holte Künstler nach Darmstadt, und ab 1899 wurde eine Künstlerkolonie in der alten fürstlichen Parkanlage Mathildenhöhe gegründet. Gartenanlagen, Wohnhäuser und Kunstwerke bis hin zu Alltagsgegenständen wurden im „neuen Stil“ errichtetet und entworfen.Weil die ersten Berichte darüber in der Münchner Zeitung „Jugend“ veröffentlicht wurden, sprach man vom „Jugendstil“.

Der bis dahin vorherrschende Historismus galt als rückwärts gerichtet und die jungen Künstler wollten eine „bessere Kunst“. Sie entwickelten dazu eine eigene Formsprache mit Formen der Natur, Wasserwellen, wallendem Frauenhaar und Blumenornamenten. Diese Formsprache wurde in allen Lebensbereichen umgesetzt und verwendet.

Sogar Zar Nikolaus I., der Schwager von Großherzog Ernst Ludwig, ließ dort 1897 eine russisch-orthodoxe Kapelle, die einzige russische Staatskirche außerhalb Russlands, unter Leitung seines Hofarchitekten Benois, dem Großvater Peter Ustinovs, errichten. Diese prägt noch heute das Bild der Mathildenhöhe, die auf der deutsche Antragsliste zur Aufnahme als  UNESCO Weltkulturerbe steht.