Besigheim Ein Stück der Enz wird trockengelegt

Mitten durch den Fluss geht der Mischwasserkanal, der weiter bis zur Kläranlage führt. Er wird ab 15. August saniert, dazu wird ein Teil der Enz trockengelegt.
Mitten durch den Fluss geht der Mischwasserkanal, der weiter bis zur Kläranlage führt. Er wird ab 15. August saniert, dazu wird ein Teil der Enz trockengelegt. © Foto: Werner Kuhnle
Michael Soltys 01.08.2018

Mitte August rücken die Bagger an und stellen sich mitten in die Enz: Bis zu acht Wochen haben die Arbeiter Zeit, einen Mischwassersammler mitten im Fluss zu sanieren. Seit den 70er-Jahren wird das Abwasser aus Löchgau und aus der Weststadt in  Besigheim über diesen Kanal im Flussbett der Enz bis zur Kläranlage weitergeleitet.  Der Betonblock, in dem die Kanäle aus Asbestzement verlegt sind, ragt mittlerweile über die Gewässersohle hinaus. Im Ober- und Unterwasser ist er so beschädigt, dass seine Standsicherheit langfristig gefährdet ist.

Günstiger Bieter

Diese Analyse hatte Ingenieur Andreas Nußbaum dem Gemeinderat von Besigheim bereits im Februar vorgelegt. Sein Büro BIT Ingenieure aus Karlsruhe hatte in Abstimmung mit der Gewässerdirektion und dem Landratsamt in Ludwigsburg Pläne ausgearbeitet, wie der Abwassersammler saniert werden kann und dabei den ökologischen Belangen des Flusses und der darin lebenden Tiere Rechnung getragen wird. Mit rund 260 000 Euro Kosten rechnete der Ingenieur damals. Doch es wird deutlich billiger: Für etwa 195 000 Euro vergab der Gemeinderat die Arbeiten an eine Firma aus Steißlingen. Sie war der beste Bieter in einer beschränkten Ausschreibung.

 Mit der Genehmigung durch das Landratsamt rechnet Nußbaum in diesen Tagen. Die Problematik, die er dem Gemeinderat im Februar geschildert hatte: Weil das Gewässerbett unterhalb des Betonblocks ausgewaschen ist, fließt nur noch wenig Wasser, und das sehr schnell, über den Beton hinweg. Das aber erschwert es Fischen und wirbellosen Tieren, das Bauwerk zu überqueren. Bei der Sanierung des Abwassersammlers wird es deshalb auch darum gehen, den Tieren eine einfache Überquerung des Hindernisses im Fluss zu ermöglichen. Mit der Sanierung werde jedenfalls ein „erhebliches Potenzial an ökologischem Mehrwert geschaffen“, schreibt Stadtbaumeister Andreas Janssen in seiner Vorlage an den Gemeinderat.

Um die Baustelle trocken zu halten, wird die Enz an das westliche Ufer geleitet. Oberhalb des Wehrs wird der Fluss mit großen gefüllten Säcken abgesperrt. Zusätzliche Rohre und der Leerschuss des Kraftwerks leiten das Wasser ab, so Janssen weiter. Auch das Abwasser der BASF, das in der Nähe einläuft, muss über ein Rohr nach Norden geleitet werden.

Enger Zeitplan

Aus Naturschutzgründen ist das Zeitfenster für die Ausführung der Arbeiten mitten im Fluss ausgesprochen kurz. Das Bauwerk befindet sich teilweise in einer Schutzzone. Acht Wochen brauchen die Bauarbeiter mindestens, doch nur sechs Wochen wollte das Landratsamt bis Ende September genehmigen. Diese Vorgabe konnte jedoch aufgeweicht werden, so Janssen.  Alle Arbeiten werden von der Seite der  BASF ausgeführt.

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