Besigheim Ein Container für die Grundschule

Der neue Container soll zwischen dem alten Mittelbau der Grundschule und der Stadtkirche aufgestellt werden.
Der neue Container soll zwischen dem alten Mittelbau der Grundschule und der Stadtkirche aufgestellt werden. © Foto: Martin Kalb
Michael Soltys 30.08.2018

Fast täglich gehen bei Renate Opiolla, der Leiterin der Friedrich-Schelling-Schule in Besigheim, weitere Anmeldungen für das neue Schuljahr ein. Und zwar nicht nur für die ersten Klassen, sondern auch für die folgenden. Der neue Jahrgang wird vierzügig, ein anderer Jahrgang, der bisher dreizügig war, muss noch einmal geteilt werden. Um die Klassen unterzubringen, geht der Schulleiterin der Platz aus. Kurzfristig wird die Stadt deshalb einen Container aufstellen. Das beschloss der Ausschuss für Umwelt und Technik in seiner Sitzung an diesem Dienstag. Jetzt wird die Schulleiterin die Eltern informieren, welche Klasse  dort einzieht.

 Um etwa zum Schuljahresbeginn über einen weiteren Klassenraum verfügen zu können, hatte die Stadt Nägel mit Köpfen gemacht und den Container bereits bestellt. Er soll beim Mittelbau der Schule aufgestellt werden, auf der Seite zum  Schulweg hin. Diese Lösung präsentierte Architekt Jochen Feyerabend. Der Mietvertrag mit der Lieferfirma wird auf zunächst drei Jahre abgeschlossen, die monatlichen Mietkosten betragen 1428 Euro.

Der Unmut über diese kurzfristige Entscheidung war den Mitgliedern des Ausschusses deutlich anzumerken. Erst im Mai hatte der Gemeinderat Untersuchungen in Auftrag gegeben, ob und wie die Grundschule ausgebaut werden muss, gerade, um zu vermeiden, dass es auf einmal „schnell, schnell, schnell“ gehen muss, wie es damals Ulrich Gerstetter von der CDU ausdrückte. „Die Grundschule hat keinen Platz mehr“, stellte Christian Herbst von der SPD bereits damals fest.

Nur zwei Monate später ging dann der Hilferuf der Stadtverwaltung bei den Fraktionsvorsitzenden ein, dass sich die Anmeldezahlen für das neue Schuljahr „drastisch erhöht“ haben, mit der Folge, dass jetzt der Container aufgestellt werden müsse. Sie sei schon sehr erstaunt, im August zu erfahren, dass noch im August gebaut werden muss, kommentierte Stadträtin Sibylle Reustle das Vorgehen der Stadtverwaltung. „Wir kennen den Bedarf, wir haben Baugebiete beschlossen“, sagte Reustle. Bürgermeister Steffen Bühler konterte: Er habe sofort reagiert, nachdem er vom Anstieg der Anmeldezahlen erfahren habe. Der Ärger führte schließlich zu einem kuriosen Abstimmungsergebnis. Nur zwei Gemeinderäte stimmten für die Vorlage, der Rest enthielt sich.

Doch nicht nur das Vorgehen der Stadtverwaltung, auch der geplante Standort des Containers stieß auf Kritik in den Reihen der Ausschussmitglieder. Auf dem Platz zwischen Schulweg und Schulgebäude gehen Parkplätze verloren, wenn man dort einen Container aufstellt, sagte Stadtrat Ulrich Herbst von der CDU. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Gebäude des DRK, das Hansjörg Kollar vom BMU ins Gespräch brachte. Doch das scheidet ebenso aus wie die Pfarrgasse 24 oder das Paul-Gerhard-Haus. In diesen Häusern hätte man in jedem Fall fünfstellige Summen investieren müssen, geht aus der Vorlage an den Ausschuss hervor. Die Änderungsgesuche hätten zudem zu viel Zeit erfordert. Im Gebäude selbst fehlt der Platz, weil ein Klassenraum für die Ausgabe von Essen benutzt wird.

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