Besigheim / Michael Soltys  Uhr

Endlich mal eine gute Nachricht aus dem Freibad in Besigheim. Der Trend zu Rekordbesucherzahlen setzt sich fort: Gestern wurde mit Regina Schüle bereits der 100 000. Besucher begrüßt – ähnlich früh wie im vergangenen Sommer. Dabei hatte die Stadt Ende Mai ankündigen müssen, am Abend eine Stunde früher, also bereits um 20 Uhr zu schließen, weil ein Bademeister gekündigt hatte und Ersatz nicht zu finden war. In der vergangenen Woche musste das Bad einen Tag geschlossen werden, weil ein Elektro-Verteilerschrank in Brand geraten war. Dass die Filtertechnik des Bades dringend saniert werden muss, beschäftigt die Stadtverwaltung und die beauftragten Ingenieure seit rund zwei Jahren. Die Aufregung um eine vorgezogene Beendigung der Freibadsaison, um mit den Arbeiten beginnen zu können, war kaum beendet, da schoben die Planer neue Kosten nach (die BZ berichtete): Für 80  000 Euro sollte das Dach des Technikgebäudes erneuert und die Wärmeisolierung verbessert werden, schlugen sie vor. Und mit 160 000 Euro schlägt die Verlegung der Heizungsanlage zu Buche, für die ein eigenes Gebäude notwendig wird. Ob dieses Geld tatsächlich ausgegeben werden muss, ist immer noch nicht klar, nachdem die Lokale Agenda Mobilität, Energie, Klima einen neuen Lösungsvorschlag vorgelegt hat, der jetzt geprüft werden soll.

In die Kritik geraten

Schließlich belief sich die Summe der Vergabe auf rund 1,2 Millionen Euro, die am Dienstag in der Sitzung des Gemeinderats an die Firmen mit den besten Geboten vergeben wurden. Das beratende Ingenieurbüro, das zuvor wegen der Zusatzkosten in die Kritik geraten war, hat einen Bauzeitenplan aufgestellt, um sicherzustellen, dass am 1. Mai 2020 das Bad wieder betriebsbereit ist. Denn der Zeitplan ist sehr ehrgeizig. Darauf hatte Stadtbaumeister Andreas Janssen mehrfach hingewiesen.

In der Sitzung drängte Stadtrat Friedrich Köhler deshalb darauf, dass die Baustelle bereits in der ersten Septemberwoche eingerichtet wird, also noch bevor das Bad schließt. „Wir erwarten die Umsetzung zackig und in der Zeit“, sagte Bürgermeister Steffen Bühler. Das versprach der Vertreter des beauftragten Ingenieurbüros Ulrich Schwerdtle: „Wir gehen davon aus, den Termin einzuhalten und mit dem Start nicht in Verzug zu geraten“, sagte er.