Besigheim Diskussionen über Stadtticket für Besigheim

Ab 2020 könnte auch Besigheim ein Stadtticket bekommen. Das Ticket sei allerdings nur für Besigheim, Ottmarsheim und Husarenhof geplant. Auch nach Veranstaltungen brauche es ÖPNV.
Ab 2020 könnte auch Besigheim ein Stadtticket bekommen. Das Ticket sei allerdings nur für Besigheim, Ottmarsheim und Husarenhof geplant. Auch nach Veranstaltungen brauche es ÖPNV. © Foto: Martin Kalb
Besigheim / Uwe Deecke 08.11.2018

Seit August laufe in Ludwigsburg der Pilotversuch zum Stadtticket, informierte Martin Schugt vom Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) auf der Sitzung des Besigheimer Gemeinderats am Dienstag. „Es ist ein Wildwuchs über die Jahre entstanden“, kritisierte er die vielen unterschiedlichen Ticketoptionen im Gebiet des VVS. Ziel sei die Verbesserung der Attraktivität und Akzeptanz des Personennahverkehrs und auch die Möglichkeit für Gruppen und Familien attraktive Tarife anzubieten. Das ermäßigte Tagesticket, wie es nun in Ludwigsburg zu haben ist, kostet in diesem Angebot drei Euro und gilt im ganzen Stadtgebiet, das Gruppen-Tagesticket bis zu fünf Personen kostet nur sechs Euro für beliebig viele Fahrten. Erste Verkaufszahlen belegen nach seiner Einschätzung das Interesse: Im September wurden in Ludwigsburg 23 000 Tagestickets verkauft, doch der VVS rechnet nach der Einführungsphase mit weiter steigendem Interesse.

Nach den ersten Beratungen im Gemeinderat im Februar führte die Verwaltung sowohl Gespräche mit dem VVS als auch mit dem Bund der Selbstständigen, dem MCB, der Sportvereinigung und Neckar-Enz-Kulturevents. Hier kam man zur Auffassung, dass die Einführung des Tagestickets sinnvoll ist, nachdem sich Kombitickets für größere Veranstaltungen als schwierig erweisen. Man komme zwar hin, aber nicht mehr heim, weil dann keine Busse mehr fahren, sprach Bürgermeister Steffen Bühler das Hauptproblem an.

Finanzielle Beteiligung

Das Tagesticket soll jedoch nur angeboten werden, wenn sich die Stadt finanziell beteiligt und Mindereinnahmen des VVS ausgleicht. Für Besigheim wären dies rund 25 000 Euro pro Jahr, die sich mit steigender Akzeptanz aber noch erhöhen könnten. Nach der Pilotphase im Landkreis bis Ende 2019 könne das Angebot dann auch auf weitere Städte wie Besigheim ausgeweitet werden, so Schugt.

Ludwigsburg und Besigheim seien nicht zu vergleichen, sagte CDU-Rat Ulrich Gerstetter, da man in Ludwigsburg erst die Parkgebühren wieder erhöht habe. Das Ticket, das nur für Besigheim, Ottmarsheim und Husarenhof geplant ist, müsse im ganzen 3B-Land gelten, und bei Veranstaltungen brauche es auch einen Bus um 23 Uhr. Ähnlich sah das auch Friedrich Köhler von den Freien Wählern. „Der VVS denkt zu klein“, so sein Einwand. Man müsse das Gebiet ausweiten, wenn man was erreichen wolle. Es sei gut, dass der VVS diesen Weg eingeschlagen habe, sagte Helmut Fischer vom BMU. Die KFZ-Zulassungszahlen sprächen für sich und man sollte nichts unversucht lassen, um die Menschen zum ÖPNV zu bringen.

Wie man in der Zwischenzeit bis 2020 und auch danach mit dem fehlenden Angebot eines Spätbusses umgeht, war ebenfalls Thema der Diskussion. Bürgermeister Bühler plädierte dafür, zumindest bei großen Veranstaltungen wie dem Winzerfest ein solches Angebot zu schaffen. Dies sei für rund 200 Euro pro Abendfahrt möglich, so seine Einschätzung.

Dass die Stadt schon auf dem Briefkopf für mehr ÖPNV werben sollte, forderte Achim Schober im Antrag der CDU-Fraktion, der bei 10 Gegenstimmen abgelehnt wurde. Nur wenn auch dabei stehe, dass man nach späten Veranstaltungen „dann nur noch mit dem Taxi nach Hause kommt“, wäre Bühler mit dem Vorschlag einverstanden gewesen.

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