Schwerpunkt Digitalisierung Digitale Revolution hautnah miterlebt

Roland Hauber (links), stellvertretender Kämmerer, war 18 Jahre für die EDV in der Besigheimer Stadtverwaltung verantwortlich. Die Aufgabe hat nun Peter Hohenschläger als IT-Leiter in der Stadtkämmerei übernommen.
Roland Hauber (links), stellvertretender Kämmerer, war 18 Jahre für die EDV in der Besigheimer Stadtverwaltung verantwortlich. Die Aufgabe hat nun Peter Hohenschläger als IT-Leiter in der Stadtkämmerei übernommen. © Foto: Helmut Pangerl
Besigheim / Von Uwe Deecke 17.02.2018

Der stellvertretenden Kämmerer Roland Hauber hat seit 1999 die digitale Revolution in der Besigheimer Verwaltung hautnah miterlebt. Bis letztes Jahr kümmerte er sich um die EDV der Stadt mit all ihren Facetten. „Wir sind komplett vernetzt“, beurteilt er den heutigen Stand der digitalen Infrastruktur in der Verwaltung. Alle Außenstellen wie Kläranlage, Bücherei, Bauhof, Stadtgärtnerei, Wasserversorgung, Kindertagesstätten sind in das Netz eingebunden. Auch die Verwaltung in Ottmarsheim, die Musikschule, die Stadthalle sind im Netz, in naher Zukunft wohl auch die Hausmeister der Hallen. Wobei nicht alle Daten auf dem eigenen Serversystem im Rathaus landen. Die Kläranlage etwa hat ihr eigenes System mit Messdaten, die nicht über den Server im Rathaus laufen.

Im Jahr 1999 war das alles noch grundlegend anders. Kaum jemand hatte einen PC, die ersten seien Kämmerei und Bürgermeister gewesen, weil man da mit Zahlen zu tun hatte, blickt Hauber zurück. Wie rasant die Entwicklung verlaufen ist, zeigen auch die Zahlen: Heute sind es 85 Rechner, die am kommunalen Netz hängen, auch 30 bis 40 Tablets sind eingebunden. Im Ratsinformationssystem gibt es heute kein Papier mehr sondern alles ist für die Räte auf dem Tablet abrufbar.

Dabei steht auch die Sicherheit im Vordergrund. Die einzelnen Rechner können nicht eigenständig ins Internet sondern nur durch den sogenannten VPN-Tunnel (Virtual Private Network) über den Server. Sie werden auch extern gewartet, und kein Servicetechniker muss mehr jeden einzelnen Computer  anfahren. Über einen Servicevertrag wurde dafür ein Unternehmen beauftragt, dass Updates und Virenschutz zentral aufspielt und einen Hardwarefehler auch mal vor Ort behebt. Gespeichert wird auf den PC  heute nichts mehr, nur auf dem Server. Das habe auch Sicherheitsvorteile, so Hauber. Denn wenn einmal ein Rechner gestohlen wird, habe niemand Zugriff auf sensible Daten.

Anders als früher sind auch die Geschwindigkeiten. „Heute haben wir 200/50“, sagt Hauber, also 200 Mbit im Download- und 50 im Uploadbereich. Gestellt werden sie über einen Businessvertrag mit einem Internetanbieter, was das Verschieben der Daten sehr schnell macht. Sollte das Internet einmal ausfallen, erklärt Hauber, gebe es immer noch die abgesicherte Standleitung zum Rechenzentrum, die in jedem Fall, wenn auch deutlich langsamer, funktioniert. Die Daten werden jede Nacht gesichert, einmal pro Woche wird das gesamte Serversystem gespiegelt und kann im Notfall als Kopie jederzeit hochgefahren werden.

„Die Gefahren minimieren sich, sobald etwas zentralisiert ist“, so der Diplomverwaltungswirt, der sich bei vielen Fortbildungen in die EDV eingearbeitet hat und sie in und auswendig kennt. Die Kosten, die eine moderne digitale Infrastruktur spart, seien schwer zu schätzen, sagt Hauber. In jedem Fall sorge sie dafür, dass Rechner nicht so schnell ausfallen und Mitarbeiter sich um ihre eigentlichen Dinge kümmern können.

„Arbeitszeit ist ja auch Geld“, weiß der stellvertretende Kämmerer. Auch dafür dass einmal der Strom ausfallen könnte, ist vorgesorgt. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung kann hier im Notfall bis zu 45 Minuten den Betrieb aufrechterhalten.

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