Statistik Die Zahl junger Straftäter steigt

Erfreulich: Die Zahl der Einbrüche in Gemmrigheim ist zurückgegangen. Foto:dpa
Erfreulich: Die Zahl der Einbrüche in Gemmrigheim ist zurückgegangen. Foto:dpa © Foto: dpa
Gemmrigheim / Uwe Deecke 18.07.2018

Die Kriminalstatistik für Gemmrigheim, die am Montag im Gemeinderat vorgestellt wurde, zeigt 2017 entgegen dem Landestrend eine Zunahme an Straftaten. Im Land sanken die Straftaten um rund fünf Prozent, im Bereich des Reviers Bietigheim-Bissingen gar um 13,1 Prozent, in Gemmrigheim stiegen sie dagegen um 6,8 Prozent.

 „Alles, was mit Zunahme verbunden ist, sieht man nicht gern“, erklärte Polizeihauptkommissar Ferdinand Steigmann in der Sitzung des Gemeinderates, gleichwohl seien die Straftaten „nicht exorbitant mehr“ geworden. Mit 98 Straftaten wurde im Jahr 2017 ein neuer Höchststand erreicht, im Jahr zuvor waren es noch 88.

 Die größte Zunahme fand bei Sachbeschädigungen statt, 23 an der Zahl. Auch bei der einfachen Körperverletzung gab es mit 16 Fällen eine deutliche Zunahme nach zwölf im Jahr zuvor. Vier Rauschgiftdelikte waren zu verzeichnen, was im langjährigen Schnitt liegt. Fast halbiert hat sich die Zahl der Diebstähle, die von 33 auf 16 sank, wobei hier die Dunkelziffer sicher höher liege, so Steigmann. Die Zahl der Sachbeschädigungen steche schon raus, erklärte der Kommissar. „Aber wir sprechen hier von einem niedrigen Level“, relativierte Steigmann die Zahlen.

Bei der Eigentumskriminalität gebe es eine deutliche Abnahme zu verzeichnen. Bei Diebstählen und auch bei Wohnungseinbrüchen sind die Zahlen ebenso rückläufig wie beim Ladendiebstahl.

Ein Blick auf die Struktur der Tatverdächtigen zeigt, dass es deutlich mehr junge potentielle Strafttäter gibt: 24 sind im Alter bis 21 Jahre, 44 sind Erwachsene. Im Jahr zuvor lagen die Zahlen bei 15 und 42. Eine starke Zunahme bei Jugendlichen, eine leichte Zunahme bei Heranwachsenden und relativ gleich bleibendes Niveau bei Kindern, so fasst die Statistik die Entwicklung zusammen. Von den 68 Tatverdächtigen seien 25 Nichtdeutsche, was einem Anteil von 36,8 Prozent entspricht.

Bei der Gewaltkriminalität gingen die Zahlen zurück. Nur drei Fälle wurden verzeichnet nach fünf im Vorjahr, die Zahl der Fälle von Straßenkriminalität sank von 16 auf zwölf Fälle. Es werde am Treffpunkt beim Hartplatz verstärkt kontrolliert, wo die Einzäunung scheinbar gegriffen habe. Auch am neuen Uferweg fahre man öfter Streife, so Steigmann, der auch das neue Jugendhaus ansprach. Er regte an, sich mit dem Kirchheimer Jugendhaus besser abzustimmen, das auch von jungen Gemmrigheimern besucht werde.

„Glückwunsch zur hohen Aufklärungsqoute“, sagte Bürgermeister Jörg Frauhammer nach der Präsentation der Zahlen zum hohen Wert von 70 Prozent. Auch in diesem Jahr habe man die Nachtstreife wieder mit Informationen versorgt, die die Arbeit der Beamten erleichtern. Eine strukturelle Zunahme im Bereich der Flüchtlinge sieht Steigmann nicht. Man merke einfach die Vorteile einer dezentralen Unterbringung wie in Gemmrigheim und habe damit nur positive Erfahrungen gemacht.

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