Besigheim Die verspätete Reformation

Der prächtige Hochaltar aus dem 16. Jahrhundert in der Besigheimer Stadtkirche blieb auch nach der Reformation erhalten.
Der prächtige Hochaltar aus dem 16. Jahrhundert in der Besigheimer Stadtkirche blieb auch nach der Reformation erhalten. © Foto: Martin Kalb
bz 11.10.2017

Verspätet, aber dafür dann mit Macht, „eroberte“ die Reformation im Jahr 1556 auch das badische Besigheim – angesichts der verzwickten politischen Verhältnisse im Städtchen eine spannende Geschichte. Lange nach den Entwicklungen in den Nachbarstädten Bönnigheim und Bietigheim wurde der neue Glaube auch in Besigheim eingeführt.

Mehrfache Herrschaftswechsel und der Fakt, dass Besigheim ganz vom württembergischen Herrschaftsgebiet umschlossen war, machten die Situation in Besigheim nicht gerade leichter. Während die württembergischen Herzöge die Reformation tatkräftig förderten, fanden die badischen Markgrafen zunächst kein eindeutiges Bekenntnis für oder wider die Reformation.

Stadtführer Helmut Rhein nimmt am Sonntag, 15. Oktober, seine Gäste mit in diese Zeit gewaltiger Umbrüche und erläutert dabei die damaligen kirchlichen und politischen Verhältnisse, das Lebensgefühl und die Stimmungen an den wichtigsten Orten der Politik und des kirchlichen Lebens in Besigheim. Auch die „zweite Reformation“, das Wirken des Pietismus in Besigheim, getragen von Ehrbarkeit und Beamtenschaft, kommt in der Führung zur Sprache. Die Führung startet um 14 Uhr auf dem Marktplatz. Die Teilnahme ist kostenlos, so das 3B-Tourismusteam.

Stadtführungen sonntags

Bei den eineinhalbstündigen Sonntagsstadtführungen für jedermann werden die Schönheiten und bedeutendsten Besigheimer Sehenswürdigkeiten gezeigt. Die Befestigungsanlagen mit den beiden mächtigen Wehrtürmen aus der Stauferzeit umrahmen die malerische Altstadt mit ihrem bunten Fachwerk, den engen Gassen und lauschigen Plätzen. Treffpunkt ist jeweils um 11 Uhr am Marktplatz in Besigheim, der Kostenbeitrag beläuft sich auf 4 Euro (ermäßigt 2 Euro). Außerhalb dieser Führung kann der Waldhornturm noch im ganzen Oktober sonntags von 13 bis 18 Uhr auf eigene Faust erkundet werden.

Mit „Besi“ durch die Stadt

Eine Kleinkinderführung „Mit Besi die Stadt entdecken“ bietet Gästeführerin Angela Beyl für Kinder von vier bis sechs Jahren am Sonntag, 15. Oktober, an. Gemeinsam mit der neugierigen Besigheimer Mauereidechse geht es auf Entdeckungstour und auf die lustige Suche nach frisch gebackenen Brezeln. Treffpunkt ist um 15.30 Uhr am Brunnen beim Restaurant Hirsch, der Kostenbeitrag beläuft sich auf 5 Euro.

Gästeführer Dieter Schedy entführt Interessierte in die Welt des Weins in Kombination mit Kulinarik und einmal in Kombination mit dem bemerkenswerten Fachwerk. Treffpunkt für die Kulinarische Weinstadtführung am Freitag, 20. Oktober, und für die  Stadtführung „Fachwerk und Wein“ am Freitag, 13. Oktober , ist jeweils um 17 Uhr an der Verkaufsstelle der Felsengartenkellerei Besigheim an der Stadthalle Alte Kelter. Eine Anmeldung unter Telefon (07143) 81 60 17 ist erforderlich.

Kirbeführung in Ottmarsheim

Passend zur Kirbezeit und zum Kirbemarkt bietet Gästeführerin Katrin Held am Sonntag, 22. Oktober, eine kostenfreie Kirbeführung in Ottmarsheim unter dem Motto „Iss, was gar ist, trink, was klar ist, sprich, was wahr ist!“ an. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Dorfplatz in Ottmarsheim, Anmeldung unter Telefon (0160) 99 85 87 86 ist erforderlich.

Gästeführerin Ilona Müller lädt unter dem Motto „Daran ist der Wein schuld“ am Freitag, 27. Oktober, zur Führung ein: „Wieso, weshalb, warum?“ Man wird kaum glauben, wie groß die Trinklust zu Herzogszeiten war. Es saufen Männer, Frauen, Greise, Fürsten, Vagabunden und Gelehrte. Und dass Besigheim der schönste Weinort Deutschlands wurde, auch daran ist der Wein Schuld, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Vom Waldhornturm in den Fasskeller der Kelter, erfahren die Teilnehmer alles in einer geschichtlichen Weinlese über die wundertätige Wirkung des Weines. Alle neugierigen Weinfreunde werden bei dieser „geschichtlichen Weinlese“ informiert über die Geschichte der Reben und einen guten Trollinger sowie über die Weinpanscherei zu Herzogs Zeiten. Treffpunkt ist um 17 Uhr an der Stadthalle Alte Kelter Besigheim, der Kostenbeitrag beläuft sich auf 5 Euro (3 Euro) ermäßigt). anmeldung muss man sich unter Telefon (07143) 8 07 80.

Die Sonntagsführung am 29. Oktober um 11 Uhr widmet sich schwerpunktmäßig dem Besigheimer Rathaus. Gästeführer Dieter Schedy gibt einen Einblick in das Weinleben des Gebäudes, zeigt die dem Gebäude innewohnende Kunst und berichtet über den Ursprung und die geschichtliche Einwicklung des wertvollen Fachwerkhauses.

Das genaue Programm und weitere Informationen gibt es an der Bürgerinformation im Rathaus und im Internet.

www.besigheim.de