"Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen kennen keine Lieder", heißt ein altes Sprichwort. Im Falle der Stadtkapelle und der Musikschule Besigheim könnte man sagen "wo man gemeinsam Musik macht, da lass dich ruhig nieder". An zwei Tagen verwöhnten beide Institutionen, die im Besigheimer Steinhaus untergebracht sind, ihre Gäste mit viel Musik in verschiedenen Klangfarben und mit kulinarischen Köstlichkeiten.

Das Steinhausfest hat eine lange Tradition in Besigheim. In jedem Jahr setzt es im Frühsommer ein Zeichen dafür, wie lebendig das Kulturschaffen in dem altehrwürdigen Besigheimer Gemäuer ist. Die Weinprobe im großen Saal des Steinhauses zog am Samstagabend die Besucher an - kein Wunder, das Thema war verlockend: "Die Liebe und der Wein" war immer wieder ein Motto, das viele neugierig machte. Dieter Schedy gestaltete das Urthema, das die Menschen gern bewegt, amüsant und kurzweilig. Zum vierten Mal erlebten Freunde heimischer Weinspezialitäten hier eine charmant gestaltete Themenweinprobe mit Anekdoten und Geschichten rund um den Wein. Dazu gehörten kulinarische Besonderheiten und die passende Musik von der Stadtkapelle. "Unsere Weinproben sollen zur Marke in Besigheim werden", wünschten sich die Verantwortlichen.

Am Sonntag ging es dann im Steinhaus und im Steinhausgarten schon am Vormittag zu wie im sprichwörtlichen Taubenschlag. Die Stadtkapelle lud zur Mittagszeit zum Platzkonzert in den Garten ein. Obwohl der Wind kräftig an den Notenständern rüttelte, ließen sich die Musiker nicht davon abbringen, spritzige Musik zu servieren, während sich die Gäste mit Würstchen und Steaks versorgten und mit den Füßen wippten etwa bei bekannten Melodien von Les Humphries.

In den Räumen der Musikschule sorgten den ganzen Nachmittag über verschiedene Ensembles immer wieder für bunte musikalische Unterhaltung. "Dabei sind bei uns alle Generationen auf der Bühne", berichtete Sabine Springer von der musikalischen Früherziehung. Kinder ab 18 Monaten waren genauso am Bühnengeschehen beteiligt, wie das Erwachsenen-Flötenensemble. Den ganzen Tag über hatten neugierige Gelegenheit, bei offenen Proben und Vorspielen Instrumente näher kennenzulernen. Für die Musikschüler ist es immer wieder eine Selbstverständlichkeit, hier in kleinen Gruppen aufzutreten und ihr bestes zu geben. Auch Solisten kamen zum Zug. Lehrkräfte luden zum offenen Unterricht ein, um potentiellen Musikschülern und deren Eltern einen möglichst praxisnahen Einblick zu geben.

"Einfach klasse, wie man hier durchs Haus wandern kann und immer wieder wird in einem anderen Raum gespielt oder gesungen wird", fand Natascha Klingler aus Kirchheim. Durchs Haus pilgerten auch Jule Stephan und ihre Freundinnen. Die Klarinettistin ist seit Jahren an der Musikschule. Ein Leben ohne ihr Instrument und die Gemeinschaft hier könnte sie sich kaum vorstellen.