Besigheim Die Kosten für den Umbau der Scheune zum Archiv steigen

Ein Blick ins Innere der Scheune im Bühl 32 vor dem Umbau zum Archiv. Hier entstehen Magazine für die Archivalien der Stadt.
Ein Blick ins Innere der Scheune im Bühl 32 vor dem Umbau zum Archiv. Hier entstehen Magazine für die Archivalien der Stadt. © Foto: Martin Kalb
Besigheim / MICHAEL SOLTYS 27.10.2015
Rund 1,14 Millionen Euro soll der Umbau der ehemaligen Scheune im Bühl 32 zum Archiv kosten. Jetzt deutet sich zum ersten Mal an, dass diese Summe überschritten werden könnte.

Strikte Kostenkontrolle und frühzeitige Information des Gemeinderates: Das hatte der Besigheimer Stadtbaumeister Andreas Janssen dem Gremium im Sommer versprochen. Vorausgegangen waren Diskussionen um die Kosten für die neue Kindertagesstätte am Wörth, die im Verlauf des Baus immer weiter in die Höhe gegangen waren, was vor allem die CDU zum Anlass für kritische Fragen an die Stadt und das Bauamt genommen hatte.

Die Sorge: Beim Umbau der ehemaligen Scheune im Bühl 32 könnte es ebenfalls wieder zu Kostensteigerungen kommen. Für diesen Fall wollte der Gemeinderat früh informiert werden. Schließlich birgt das Bauen im historischen Bestand noch deutlich höhere Risiken als ein Neubau. Mitte des Jahres hatte Janssen die Kosten für den Umbau auf 1,14 Millionen Euro beziffert. Um den Verlauf des Baus dokumentieren zu können, hatte der Stadtbaumeister sämtliche Gewerke mit Angeboten und Kostenvoranschlägen dokumentiert. Sogar eine zehnprozentige Preissteigerung rechnete er ein, eben wegen der Unwägbarkeiten des Umbaus eines historischen Gebäudes.

Diese Vorsicht macht sich jetzt bezahlt. Denn bei den Arbeiten hat sich ergeben, dass die Scheune keine Fundamente hat und deshalb weitere Rohbauarbeiten notwendig seien, teilte der Stadtbaumeister in der letzten Sitzung des Gemeinderates mit. Der Keller unterhalb der Scheune ist jünger als die Scheune selbst. Zwischen beiden bestehe keine bauliche Verbindung, erläuterte Janssen. Die Höhe der Zusatzkosten bezifferte der Stadtbaumeister nicht, er gehe aber davon aus, dass sie aus dem zehnprozentigen Aufschlag beglichen werden können, die bereits einkalkuliert seien.

Bis zum Sommer des kommenden Jahres soll der Umbau der Scheune nach den bisherigen Planungen vollendet sein. Dabei entstehen im Erdgeschoss ein Empfang, ein Ausleih- und Benutzerraum und ein Büro für Archivarin Sandy Krüger. Die beiden Geschosse darüber werden als Magazine ausgebaut und sind klimatisiert. Hier werden die umfangreichen historischen Archivalien der Stadt untergebracht, die bisher mehr schlecht als recht unter dem Dach des Rathauses gelagert werden. Um das Gewicht der Regale aufzunehmen, wird eine Stahlkonstruktion in das Gebäude eingefügt.