Besigheim / Michael Soltys

Im Gemeindeverwaltungsverband von Besigheim gibt es zwar Unstimmigkeiten über die Flächenwünsche von Nachbarn (die BZ berichtete) und auch Sorgen um das Ausmaß der Fläche, die in den kommenden Jahren bebaut werden soll. Dennoch wurde der Entwurf des Flächennutzungsplans an diesem Montag von der Verbandsversammlung einstimmig verabschiedet. Die beteiligten Kommunen Besigheim, Freudental, Gemmrigheim, Hessigheim, Löchgau, Mundelsheim und Walheim nennen darin ihre Vorstellungen, wo und in welchem Umfang sie bis zum Jahr 2035 Baugebiete ausweisen wollen.

Was noch fehlt, sind ein Landschaftsplan und ein Umweltbericht, aus dem sich noch deutliche Einschränkungen ergeben können. Weitere Behörden, vor allem das Landratsamt Ludwigsburg, das die Pläne genehmigen muss, dürften noch ein Wort mitzureden haben. Denn viele der angemeldeten Flächen sind problematisch, weil sie in Landschafts- und Naturschutzgebieten liegen oder dort angrenzen oder weil sie Biotope bedrohen.

Besigheim: Die Stadt meldet wie berichtet fast 21 Hektar Fläche für Wohnungen und Gewerbe an. Schwerpunkte für den Wohnungsbau sind die Erweiterung des Baugebietes Schimmelfeld nach Osten (6,3 Hektar) und nach Süden (2,5 Hektar), ein neues Baugebiet auf dem Gelände des früheren Ziegelwerks (2,8 Hektar) und die Erweiterung des Baugebietes Spindelberg (zwei Hektar). Die Option, eine Umgehungsstraße vom Ingersheimer Feld zur Oststraße hin zu bauen, will sich Besigheim weiter offen lassen. Gegenüber dem Freibad sind fünf Hektar für die Ansiedlung von Gewerbe vorgesehen. In Ottmarsheim ist Wohnbau nördlich der Uhlandstraße eingeplant.

Freudental: Drei Gebiete nennt die Gemeinde, die sie für ihre künftige Entwicklung nutzen möchte; eine Wohnbaufläche im Alleenfeld (2,7 Hektar) am südöstlichen Ortsrand, eine Sonderbaufläche von 1,1 Hektar für einen Lebensmittelmarkt im unmittelbaren Anschluss daran beim Abzweig zum Königssträßle und ein Mischgebiet von 1,6 Hektar im Anschluss an das Gewerbegebiet.

Gemmrigheim: Die Gemeinde weist drei neue Wohnbauflächen aus: Im Gebiet Nördlicher Weinberg nördlich der Kreisstraße nach Neckarwestheim sollen 3,2 Hektar bebaut werden, im Gebiet Alter Weg im Süden entlang der Besigheimer Straße 1,5 Hektar und 4,4 Hektar im Gebiet Am oberen Bergweg. Gemische Bauflächen und Gewerbegebiete könnten beim Backnanger Weg (etwa sechs Hektar) und als Erweiterung des Gewerbegebietes (3,9 Hektar) im Süden entstehen.

Hessigheim: Es sind nur wenige Hektar, die in Hessigheim für Wohnbau ausgewiesen werden sollen. Im Gebiet Wanne am nordöstlichen Ortsrand  sollen 1,4 Hektar reserviert werden. Im Anschluss daran, direkt nördlich der Felsengartenkellerei ist eine Sonderbaufläche von 1,8 Hektar vorgesehen. Ein weiteres Wohngebiet von 1,6 Hektar könnte nördlich des Friedhofs entstehen. Für Feuerwehr und Bauhof ist ein kleines Gelände (0,2 Hektar) an der Ottmarsheimer Straße reserviert und für die Schule eine Fläche von 1,1 Hektar nördlich der Felsengartenschule. Im Osten des Gewerbegebietes könnten 1,4 Hektar für Gewerbe ausgewiesen werden.

Löchgau: Die Gemeinde sieht ihre Entwicklung im Wohnbau südlich des Steinbachs. Etwa zwischen dem Friedhof und dem Freibad könnten auf einer Fläche von 12,8 Hektar Wohnungen entstehen, so die Vorstellungen im Flächennutzungsplan. Das größte Potential für weiteres Gewerbe sieht Löchgau entlang der Umgehungsstraße, wo im Anschluss an Wohnbebauung und Gewerbegebiet etwa sieben Hektar ausgewiesen werden sollen.

Mundelsheim. In der kommenden Woche wird die Gemeinde über die Kriterien für die Vergabe der Bauplätze im umstrittenen Gebiet Seelhofen beraten, das im Flächennutzungsplan mit 2,5 Hektar benannt wird. Schon Mitte Mai soll mit der Erschließung begonnen werden. Damit soll die Entwicklung in den nächsten Jahren allerdings nicht abgeschlossen sein. Im Gebiet Rozenberg nördlich der Kirchhofgasse möchte die Kommune weitere 3,5 Hektar für Wohnbau ausweisen. Und im Gebiet Langer Weinbergweg/Hasennest am Ortseingang von Hessigheim her nochmals zwei Hektar. Als Erweiterung des Gewerbegebietes Innere Au sind in der Nähe des Netto-Marktes weitere drei Hektar eingeplant. Die beiden Mundelsheimer Verbandsvertreter stimmten gegen die geplante Erweiterung im gemeinsamen Gewerbegebiet.

Walheim: Die Gemeinde sieht ihre zukünftige Wohnbau-Entwicklung im Gebiet Zwischen den Wegen. Nordwestlich des Ortsrandes, der von Silcherstraße, Uhlandstraße und Hofener Straße gebildet wird, sollen 9,5 Hek­tar ausgewiesen werden. Ein kleineres Baugebiet von 1,4 Hektar entsteht beim Mozartweg und Hölderlinweg. Dafür wird aktuell bereits ein Bebauungsplan erstellt. Nördlich der Einmündung in die Bundesstraße ist ein Sondergebiet für den Einzelhandel vorgesehen. Die Pläne für einen Lebensmittelmarkt werden also trotz des früheren Scheiterns nicht aufgegeben. Für eine Sportanlage möchte Walheim entlang der Bahnlinie in Richtung Kraftwerk  2,7 Hektar reservieren.

Info Am Montag, 3. Juni, 18 Uhr, wird der Flächennutzungsplan in der Stadthalle Alte Kelter Besigheim öffentlich vorgestellt.