Besigheim / CAROLIN STEILNER  Uhr
Mit Physiotherapie, Ernährungsberatung und Homöopathie soll kranken Tieren in der Tierheilpraxis "Wirbel und Herz" in Besigheim geholfen werden. Es gibt individuelle Therapiepläne.

Wenn der beste Freund des Menschen krank wird, tut der Besitzer meist alles, damit es seinem Haustier schnell wieder besser geht. Oft führt der Weg zum Tierarzt. Die Tierheilpraktiker Katharina Hopfner und Roland Grünewald bieten in ihrer Tierheilpraxis "Wirbel und Herz" in Besigheim einen etwas anderen Weg der Genesung an: Sie setzen auf Physiotherapie, Ernährungsberatung sowie Homöopathie.

"Ich komme ursprünglich aus Karlsruhe. Dort sind Tierheilpraktiker etwas ganz Normales. Hier scheint der Beruf noch etwas unbekannt zu sein", erzählt Roland Grünewald über seine Arbeit. Er selbst arbeitete lange als Filialleiter in einem Futtermittelfachgeschäft, bevor er sich dazu entschied, eine Ausbildung zum Tierheilpraktiker zu absolvieren.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung war unter anderem die Erfahrung, die er während seiner Tätigkeit in der Tierfutterbranche gemacht hatte. Denn täglich mit den Ernährungsproblemen der Haustiere seiner Kunden konfrontiert, realisierte er bald, dass gewisse Futterarten nicht für Tiere geeignet sind. Ein weiterer Punkt war auch der Tod seines Hundes, den er trotz guter Ernährung und tierärztlicher Behandlung, wie er erzählt, an den Krebs verlor.

Während seiner Ausbildung zum Tierheilpraktiker lernte er 2011 die Physiotherapeutin Katharina Hopfner kennen. "Ich habe damals ein eigenes Pferd bekommen, das sehr schnell Lahmheiten aufzeigte", erzählt sie. Trotz aller Bemühungen seitens des Tierarztes konnte ihrem Pferd nicht geholfen werden. Um das Tier vor einer Einschläferung zu bewahren, sah sich Hopfer nach anderen Behandlungsmöglichkeiten um und stieß so auf eine Tierheilpraktikerin. "Die Therapie zeigte erste Erfolge, die bei der chemischen Therapie nicht aufgetreten waren", erzählt sie. Ihr Pferd wurde wieder gesund, und sie entschloss sich, eine neue berufliche Richtung einzuschlagen.

Schließlich gründeten beide im Jahr 2012 die Tierheilpraxis "Wirbel und Herz", die sie zunächst in mobiler Form nebenberuflich betrieben. Seit April 2014 sind sie nun in festen Praxisräumen anzufinden. Das habe sowohl für Patienten als auch für sie selbst Vorteile: "Wenn Hundebesitzer zu einem Termin vorbeikommen, können sie das mit einem Spaziergang verbinden", erklärt Grünewald. "Auch haben wir in den Praxisräumen unsere Gerätschaften kompakt an einer Stelle", fügt Hopfner hinzu. Zur Behandlung der Pferde müsste sie allerdings trotzdem vor Ort sein.

Das Therapieangebot erstreckt sich von Miasmatik über Laserakupunktur bis hin zur Blutegeltherapie. Dabei haben beide Tierheilpraktiker ihr eigenes Fachgebiet: So ist Roland Grünewald für die Ernährungsberatung zuständig, während sich Hopfner um die Physiotherapie kümmert. Mit ihren Therapieansätzen soll das Gleichgewicht von Körper, Psyche und Geist wiederhergestellt werden. Dabei spiele auch die Zusammenarbeit mit Tierärzten eine wichtige Rolle, gerade wenn es um Röntgen- oder Ultraschallaufnahmen gehe. Trotzdem "wäre es wünschenswert, wenn das noch besser funktionieren würde. Die Tierärzte sollen uns nicht als Konkurrenz, sondern als Unterstützung sehen", erklärt Hopfner.

In der Tierheilpraxis nimmt man sich Zeit für die tierischen Patienten, macht eine genaue Anamnese. "Wir fragen im ersten Gespräch die ganze Lebensgeschichte des Tieres ab", sagt Hopfner. Meist gebe es Knackpunkte bei der Geburt, vergangenen Krankheiten oder in der momentanen Familiensituation. Dadurch fügten sich die einzelnen Puzzleteile des Krankheitsbildes zusammen.

Für die Zukunft planen die Tierheilpraktiker, ihr Angebot weiter auszubauen. Momentan machen sie beide eine Ausbildung zum Heilpraktiker für Menschen. In manchen Fällen gebe es eine Verbindung zwischen den Krankheitsbildern der Tiere und ihrer Herrchen. "Die Tiere nehmen oft die Verhaltensweise ihrer Besitzers an oder versuchen, diesen etwas abzunehmen", erklärt Hopfner. Mit der Weiterbildung wollen sie bald auch Menschen helfen können.